B&W Energy: Erfolgreich mit erneuerbarer Energie

Münsterländer Visionäre bauen Dach für Dach an unser aller Zukunft.
Die Unternehmensleitung von B&W Energy: Carsten Frede und Anton Wissing (oben, v.l.) sowie Marco Sundrum und Josef Busch (unten, v.l.) (Foto: Dimitrie Harder)
Die Unternehmensleitung von B&W Energy: Carsten Frede und Anton Wissing (oben, v.l.) sowie Marco Sundrum und Josef Busch (unten, v.l.) (Foto: Dimitrie Harder)
Während anderswo Kurzarbeit angesagt ist, kann man sich im Heidener Unternehmen B&W Energy über einen Mangel an Aufträgen nicht beklagen. Obwohl natürlich Corona derzeit die Schlagzeilen beherrscht – eine Google-News-Suche zum Begriff „Klimawandel“ zeigt deutlich, dass es auch dazu fast täglich Dramatisches zu melden gibt. Gerade erst haben die Vereinten Nationen unmissverständlich klargemacht, dass wir bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine Klimaerwärmung von drei Grad zusteuern und damit die Folgen des Klimawandels für Menschen, Flora und Fauna nicht mehr beherrschbar sein werden. „Unsere Vision ist es, die Energiewende in jedem Gebäude selbst zu bestimmen“, erklärt René Busch, Vertriebs- und Marketingleiter bei B&W Energy. „Unsere Firmengründer Josef Busch & Anton Wissing gehörten zu den Ersten hier, die sich vor fast 20 Jahren mit der Nutzung von Windkraft und vor allem Sonnenenergie beschäftigten. Mit dieser Erfahrung im Rücken und einem hohen Anspruch im Sinn sind wir heute optimal aufgestellt, wenn es darum geht, intelligente Energielösungen zu finden. Das fängt an beim privaten Wohnhaus, geht über Projekte im gewerblichen und industriellen Bereich bis hin zu ausgereiften Investitionsmodellen.“ Über 8.000 Photovoltaikanlagen, mehr als 600 Stromspeichersysteme und rund 500 E-Ladestationen hat das Unternehmen bundesweit schon installiert. Gemeinsam gründeten Busch und Wissing die B&W Energy GmbH & Co.KG, weil sie schon damals das Potenzial in unerschöpflichen Ressourcen aus Wind und Sonne sah. „Rund ein Drittel des in Deutschland verwendeten Stroms stammt mittlerweile aus Wind, Sonne oder Biomasse“, erläutert Wissing. „Damit konnte man den Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase schon deutlich senken. Trotzdem werden wir das für 2020 angepeilte Klimaziel – 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß als 1990 – wenn überhaupt nur ganz knapp erreichen. Und das liegt dann im Wesentlichen am coronabedingten Lockdown in diesem Jahr.“ Immerhin, das Bewusstsein dafür, wie dringend notwendig ein nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen ist, wächst besonders auch in Unternehmerkreisen.

Intelligente Gesamtkonzepte sparen bares Geld und machen unabhängig

Wer dann weiß, was alles möglich ist, findet für jedes Erfordernis die optimale Lösung. Geschäftsführer und Firmengründer Josef Busch hat schon viele seiner Kunden bei echten „Aha-Erlebnissen“ beobachten können. „Anfangs geht es natürlich nur um Strom und darum, Kosten zu sparen. Unsere Fachberater und Techniker prüfen dann jeweils individuell, welche Auslegung in welchem Unternehmen gefragt ist“, erklärt Busch. „Jede Kilowattstunde Strom, die nicht mehr zugekauft werden muss, weil sie vor Ort produziert und verbraucht wird, lässt unsere Kunden unabhängig von Schwankungen des Marktes werden. Richtig interessant wird es dann, wenn man den Strom, der nicht im eigenen Betrieb gebraucht wird, für die Bereiche Wärme und Mobilität verwendet. Je nachdem wie ein Gebäude genutzt wird, wo es steht und welche Besonderheiten es hat, lassen sich dann weitere Bausteine zu einem ausgereiften Gesamtkonzept hinzufügen. Neben Heizung, Lüftung und Sanitär bieten sich auch Ladestationen für E-Autos oder E-Bikes an.“ Mit einer einmaligen Investition, die sich im Schnitt nach etwa acht Jahren amortisiert hat, erlangt man große Sicherheit bei den Energiekosten. Beispielhaft für eine geglückte Energiewende im eigenen Unternehmen ist der Nordhorner Küchenhersteller Ekelhoff. Etwa die Strommenge, die ein Zweipersonenhaushalt im halben Jahr verbraucht, benötigt das Küchenhaus an einem Tag. Von diesen rund 1.000 Kilowattstunden geht ein Großteil für die Beleuchtung der Ausstellungsflächen drauf. „Wenn die Sonne durchgehend scheint, produziert die Photovoltaik-Anlage dort sogar das Dreifache der selbst benötigten Menge“, so Josef Busch. „Den überschüssigen Strom speisen wir gegen eine Vergütung ins öffentliche Netz ein. Umgekehrt kann sich die Firma dort auch bedienen, wenn die selbst produzierte Energie einmal nicht ausreicht.“ Bei den Kunden kommen die kostenlosen Ladestationen für ihre elektrisch betriebenen Fahrzeuge vor der Tür gut an.

Markt ist unabhängiger von politischer Förderung geworden

Hinter der B&W Energy liegen auch stürmische Zeiten. Carsten Frede, der 2015 gemeinsam mit Marco Sundrum aus dem Mitarbeiterkreis in die Geschäftsführung aufstieg, erinnert sich: „Als ich vor zehn Jahren hier anfing, gab es einen regelrechten Boom in der Branche. 2012 waren hier über 140 Mitarbeiter beschäftigt. Dann kam 2012 bis 2014 die große Solarkrise. Damals konnte man alles richtig machen, aber es brach einem trotzdem das ganze Geschäftsmodell weg, weil staatliche Vergütungen quasi über Nacht gekürzt wurden. 80.000 Jobs sind damals bundesweit verloren gegangen, auch bei uns gab es zwei Kündigungswellen. Seit 2015 geht es uns nun kontinuierlich immer besser, bald sind wir wieder bei 100 Mitarbeitern.“ Der Markt hat sich stabilisiert und ist jetzt wesentlich unabhängiger von einer politischen Förderung geworden. Der überwiegende Teil der Belegschaft ist schon viele Jahre bei der B&W Energy. „Unsere Leute kennen die neuesten VDE-Normen, viele haben besondere Expertisen im Kernanlagenbereich im Dach und auf der Freifläche“, so Carsten Frede. Gerade wenn es darum geht, bestehende Anlagen zu modernisieren oder zu erweitern, sind die vielen Jahre Erfahrung hilfreich. Fachkräfte zu haben ist die eine Sache – sie auch dauerhaft ans Unternehmen zu binden eine andere. Die B&W Energy lässt sich einiges einfallen, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein.

Wenn viele Mitarbeiter auch Unternehmer sind, stimmt der Teamgeist

Geschäftsführer Marco Sundrum ist stolz, dass die alljährlichen anonym und freiwillig durchgeführten Mitarbeiter-Befragungen immer ein hohes Maß an Zufriedenheit in der Belegschaft aufzeigen. Er hat selbst hier die Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert und ist somit das beste Beispiel für die Durchlässigkeit der hierarchischen Strukturen im Unternehmen. „Wir tun einiges dafür, Fachkräfte für uns zu gewinnen und dann auch zu halten“, erläutert Sundrum. „Angefangen bei regelmäßigen Obstlieferungen ins Büro oder vergünstigten Konditionen im Fitnessstudio, über die jetzt sehr begehrten E-Bikes, die unsere Mitarbeiter über uns leasen können, bis hin zu der Möglichkeit, sich seit Neuestem in unserer Teamgesellschaft zu engagieren, reicht das Angebot. Ganz bewusst ermuntern wir dazu, Anteile an unserer neuen Teamgesellschaft zu erwerben. Hier können unsere Mitarbeiter gemeinsam mit uns in lukrative Energieprojekte investieren. Auf das Betriebsklima und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Belegschaft hat sich das positiv ausgewirkt.“ Jeder Mitarbeiter wird einmal im Jahr zu einem Personalgespräch gebeten. Hier ist auch Raum für persönliche Entwicklungsmöglichkeiten. Regelmäßige Team-Events wie Ausflüge oder gemeinsames Grillen führen insgesamt dazu, dass die Firma mehr als nur der Arbeitgeber ist. Hier entsteht echtes Engagement, wächst eine gemeinsame Identifikation mit dem Unternehmen.

Einzigartiges Projekt beginnt im nächsten Jahr: Autarkiezentrum Münsterland

Wie Energieeffizienz aussehen kann und was echte Unabhängigkeit bedeutet, das wird die B&W Energy an ihrem neuen Standort im Gewerbegebiet zwischen Ostring und Siemensstraße in Heiden eindrucksvoll vor Augen führen. Schon jetzt versorgt sich das Unternehmen autark, hat eine Photovoltaikanlage mit 400 Kilowatt-Peak, dazu fast 100 Kilowattstunden Speicherkapazität und 16 E-Ladepunkte. Anfang dieses Jahres wurde die gesamte Vertriebsflotte auf E-Mobilität umgestellt. Statt mit Gas oder Öl wird mit einer Luftwärmepumpe geheizt und gelüftet. Das geplante neue Zentrum hebt diesen effizienten Umgang mit erneuerbarer Energie noch mal auf ein ganz neues Level. Marketingchef René Busch: „2018 haben wie unsere Pläne für das Autarkiezentrum Münsterland der Gemeinde vorgestellt und jetzt gerade, Anfang November, konnten wir den Vertrag für den Ankauf des rund 1.500 Hektar großen Areals unterschreiben. Die Bauarbeiten werden im dritten Quartal 2021 beginnen. Ganz bewusst haben wir hier nicht nur unseren eigenen Unternehmenssitz geplant, sondern schaffen auch Raum für andere Betriebe. Die ersten Partner haben wir schon gefunden.“ Das neue Zentrum ist also nicht nur Anlaufstelle für alle Fragen rund um erneuerbare Energien, sondern soll auch ein Ort sein, an dem Menschen arbeiten und einen Teil ihrer Freizeit verbringen können. „Über drei Ebenen werden sich auf insgesamt 5.600 Quadratmetern Nutzfläche verschiedene Bereiche verteilen“, so Busch. „Büroflächen mit Open-Space-Arbeitsplätzen entstehen, es wird ein Fitnessstudio geben, ein Hotel, eine Physiotherapie-Praxis und auch Gastronomie. André Wachtmeister, der in der Region durch seinen Cateringservice bekannt geworden ist, wird diesen Bereich übernehmen.“ Die Inhaber der Erlebnissportwelt in Reken und des Sport- und Gesundheitszentrums in Raesfeld, Stefan Bade und Robin Selting, werden im neuen Autarkiezentrum ein weiteres Sport- und Gesundheitszentrum betreiben. Jetzt Teil einer innovativen Idee werden: Partner gesucht! Viel mehr als nur einen Arbeitsplatz wird man im Autarkiezentrum Münsterland finden: „Wir möchten hier einen Ort schaffen, an dem Leistung und Erfolg nicht im Gegensatz zu Gesundheit und Lebensfreude stehen“, erläutert René Busch. „In sämtlichen Bereichen werden wir zeitgemäße Konzepte umsetzen. Zusätzlich zur Büroebene im Hauptgebäude gibt es noch ein Nebengebäude mit weiteren 200 Arbeitsplätzen. Die einzelnen Büroeinheiten verfügen über Besprechungsräume, eine Teeküche und in jedem Geschoss gibt es Treffpunkte für den schnellen Austausch.Gerade die Think Zones bieten Möglichkeiten, sich informell auszutauschen.“ Daneben kann aber auch jeder Bereich autark genutzt werden. Bewusst hat man sich für eine flexible Gebäudestruktur entschieden. Im Bildungszentrum sind moderne Besprechungs- und Schulungsräume anzumieten. Dabei ist Raum für externe und interne Präsentationen, für Kursangebote, Seminare oder eine Inhouse-Messe. „Gerade für Unternehmen von außerhalb ist dieser Bereich interessant“, so René Busch. „Mit dem integrierten Smart-Hotel ist das Zentrum ideal für Weiterbildungen oder mehrtägige Konferenzen. Das hauseigene Fitnesszentrum steht unseren Hotelgästen zur Verfügung und natürlich das eigene Restaurant. Ganz nahe ist der Naturpark Hohe Mark, ein beliebtes Ziel für Wanderer und Spaziergänger im Westmünsterland.“ Schon jetzt ist das Interesse an dem zukunftsweisenden Projekt sehr groß. Ein Umfeld, in dem Menschen unabhängig sind, Unternehmen zusammengeführt werden und die Region im Energiesektor vorangebracht wird, soll hier entstehen. Die intelligente Fassade setzt ein klares Zeichen – die Strahlkraft geht aber weit über die regionalen Grenzen hinaus.
Daniela Prüter | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 04/2020

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