Serie – Wirtschaft im Münsterland, Teil 6: Stadt Bocholt: Stadt Bocholt – Industriestadt im Grünen

In der Europastadt Bocholt wird Europa in Wirtschaft und Verwaltung, Beruf und Freizeit gelebt.
(Foto: ©Wirtschaftsförderung Bocholt)
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In Bocholt, nach Aachen die zweitgrößte Stadt an der deutsch-niederländischen Grenze, am westlichen Rand des Münsterlandes gelegen, wird Europa jeden Tag gelebt. Ob zum Arbeiten oder Shoppen, Relaxen oder um Natur und Kultur zu genießen – die Menschen aus den Niederlanden kommen nach Bocholt und die Bocholter Bevölkerung macht sich auf den Weg über die Grenze. Und nicht nur das – auch die Regionen Deutschlands gehen hier ineinander über, was sich in der Wirtschaft widerspiegelt. Da sind das Münsterland und der Niederrhein mit den grünen Oasen, die zum Erholen einladen, und da ist das von Industrie geprägte Ruhrgebiet. In Bocholt findet sich beides. Der Slogan „Industriestadt im Grünen“ trifft den Kern. Hier Industriepark, dort Naherholung und zwischendrin Fahrradfahrer, die gerne das Auto stehen lassen, weil Radfahren hier nicht Hobby, sondern Fortbewegung und Lebensgefühl ist. Bereits mehrmals wurde Bocholt zur fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands gekürt und auch das Europaengagement zieht überregionale Kreise, wie der IPZ-Europapreis belegt, der 2016 nach Bocholt ging. Arbeiten, Mobilität und Relaxen sind eine Seite des Lebens. Auch beim Shoppen ist Bocholt weit vorn durch eine geschickte Mischung aus Shoppingcenter und Fußgängerzone. Und Kulturinteressierte kommen in der ehemaligen kreisfreien Stadt sowieso auf ihre Kosten – ob Open Air mit Größen wie Herbert Grönemeyer oder das historische Rathaus, ob Innenstadtkirmes oder Textilmuseum, irgendwo trifft die Stadt den Nerv eines jeden. Das war nicht immer so; nachdem die Stadt 1226 die Stadtrechte bekam, ging es aufwärts, doch ab Ende des 16. Jahrhunderts sorgte die Nähe zur niederländischen Grenze für Unruhe. Der Landesvater und sogar die Zugehörigkeit zur Nation wechselte immer mal wieder. In den Wirtschaftswunderjahren ging es für kurze Zeit bergauf, allerdings begann schon bald die Talfahrt der Textilindustrie, die die Wirtschaft der Stadt bestimmte. Die führende Rolle dieser Branche übernahmen schnell Metall- und Elektroindustrie, die noch heute eine bedeutsame Stütze der Bocholter Wirtschaft bilden.

Wirtschaft

Wie sich in den 50er- und 60er-Jahren innovative Branchen wie die Elektroindustrie aus der ursprünglichen Randbedeutung nach vorn entwickelt hat, sind auch heute wieder moderne und zukunftsorientierte Wirtschaftsbereiche in Bocholt auf dem Vormarsch. Gerade für den Bereich Logistik bietet Bocholt mit der Grenznähe und der guten Verkehrsanbindung über die A3, die B 67 und B473 eine gute Basis. Längst werden nicht mehr nur Waren transportiert, auch der Bereich Eventlogistik ist in Bocholt stark vertreten. Das gilt genauso für Zukunftstechnologien, die sich im Technologiepark bündeln, der wenige Jahre nach der Inbetriebnahme bereits über Gewerbeflächenmangel klagt. Dementsprechend ist eine der Hauptaufgaben der Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung, neue Gewerbeflächen zu erschließen, um ansässigen und neuen Unternehmen Räume zur Verfügung zu stellen. Neben Industrie und Dienstleistung kommt dem Einzelhandel in Bocholt eine hohe Bedeutung zu. Trotz vermehrter Beliebtheit von Online-Shopping zieht die Stadt weiterhin Kunden aus der Umgebung in ihre Einkaufscenter und in die Fußgängerzone.

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Ausgabe 08/2018