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Bildungsinstitut Leopold: Unternehmer mit Gewerkschaftsgenen

„ ... denn die, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, sind die, die es tun.“
Ingo Leopold hat sich den Traum  vom eigenen Bildungsinstitut erfüllt
Ingo Leopold hat sich den Traum vom eigenen Bildungsinstitut erfüllt
Mit diesen Worten des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs begann das eigene Bildungsprogramm für Betriebsräte in 2018 – es war das erste! „Die Worte sind für mich Mahnung und Ansporn zugleich. Nichts hätte meinen Übergang in die Selbstständigkeit besser beschreiben können.“ Zehn Jahre zuvor begann Ingo Leopold seine Laufbahn als Politischer Sekretär bei der IG Metall Arnsberg. Der gebürtige Osnabrücker ist aber eigentlich ein „Karmann“. Beim berühmten Automobil- und Cabrio-Spezialisten (heute Volkswagen Osnabrück AG) lernte Leopold einst den Beruf des Technischen Zeichners Fachrichtung Maschinenbau, bevor er Jahre später bei einem anderen Automobilzulieferer in den Betriebsrat gewählt wurde. Und von da an, so seine Worte, gab es kein Halten mehr und sein Weg ist nur im Zeitraffer zusammenzufassen: Arbeitnehmer, Betriebsrat, Gewerkschafter, Vertrauensmann, Politischer Sekretär bei der größten Einzelgewerkschaft Deutschlands ... … und selbstständig mit dem „Bildungsinstitut LEOPOLD – Seminare und Beratung für Betriebsräte“. Aber warum gründete Leopold gleich ein eigenes Bildungsinstitut? Er hätte ja auch als Dozent auf Honorarbasis für andere Bildungsanbieter arbeiten können. „Die Antwort ist einfach“, so Ingo Leopold einleitend und ergänzt: „Als freiberuflicher Referent ist man immer von Dritten abhängig. Ob man so 150 Netto-Seminartage pro Jahr für ein existenzsicherndes Einkommen zusammenbekommt, ist fraglich. Da habe ich als „kompletter“ Bildungsanbieter natürlich mehr Spielraum. Darüber hinaus bin ich auch immer noch gut vernetzt und kenne viele Betriebsratsmitglieder persönlich. Viele holen mich dann auch als Berater in die Betriebe, wenn es mal wieder zu Spannungen zwischen Geschäftsleitungen und Betriebsräten kommt. Oder ich helfe bei Widersprüchen zu Kündigungsverfahren bzw. ich vermittle Anwälte – je nachdem, was verlangt wird. Wir sind da sehr flexibel.“ Es geht ihm allerdings um weitaus mehr als um das Einbringen seiner großen Erfahrung in Fragen von Arbeitnehmerrechten. Die Seminare des Bildungsinstitutes LEOPOLD sollen den Betriebsratsmitgliedern noch stärker als bei anderen privaten Seminaranbietern strategisches Denken für die Erreichung ihrer Ziele vermitteln. „Das juristische Wissen um Arbeitnehmerrechte ist wichtig, das Kennenlernen der Paragrafen unabdingbares Handwerkszeug. Zusätzlich geht es allerdings um Strategien und den Ausbau einer politischen Macht im Betrieb. Ein „Klassenkampf“ im Sinne der Gewerkschaften hilft den abhängig Beschäftigten in der realen Welt oft nicht weiter. Betriebsratsgremien gehören da abgeholt, wo sie stehen. Und man kann eben nicht verlangen, dass jedes Gremium so gut funktioniert wie bei VW in Wolfsburg.“ Abschließend stellt Leopold klar: „Wir behandeln keine Rechtstheorie, sondern die praktische Anwendung und politische Umsetzung. Das schafft bei der Belegschaft Vertrauen und beim Arbeitgeber Respekt für das wohl wichtigste Amt im Betrieb – dem Betriebsrat!“ Hier appelliert Leopold auch in Richtung anderer Unternehmen: „Lassen Sie Mitbestimmung und deren Entwicklung zu! Das schafft Zufriedenheit und Vertrauen im Unternehmen. Und dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber oft andere Interessen verfolgen, liegt auf der Hand und ist nicht verwerflich oder gar bedrohlich.“
Ausgabe 08/2018