MEHRWERT FÜR SÜDWESTFÄLISCHE UMFORMTECHNIK

Das Institut für Umformtechnik bedient mit vier Geschäftsfeldern die Bedarfe der heimischen Industrie. Und hat jede Menge Innovationen in Planung.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Unter Pandemie-Bedingungen bekommt diese Redewendung eine besondere Tragweite. Veränderungswille und Veränderungskraft sind von Unternehmen und Unternehmern gefordert, und das nicht nur in der Kultur und Gastronomie. Carpe diem! lautet ein anderes Sprichwort. Das IFU, Institut für Umformtechnik mit Sitz in Lüdenscheid, ergreift die Chance zum Wandel, stellt sich neu auf und blickt für die südwestfälische Industrie zuversichtlich in die Zukunft.
Gibt es für das Institut einen besseren Standort als Südwestfalen? Geschäftsführer Hans-Joachim Waibel erkennt in dieser Frage allenfalls eine rhetorische. Im Dezember 1989 als GmbH gegründet, versteht sich das Institut für Umformtechnik der mittelständischen Wirtschaft bis heute als Ansprechpartner und Dienstleister der kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region. „Im 31. Jahr ist es immer noch das vorrangige Ziel des IFU, den Betrieben der Umformtechnik einen Mehrwert zu bieten“, resümiert Waibel die Institutsgeschichte. Eine Historie mit Höhen, Tiefen, Veränderungen und Erneuerungen. Die jüngste ist noch gar nicht lange her: Am 01.09.2020 übernahm der Diplom-Ingenieur und Branchenkenner die Geschäftsführung und stellte die Weichen für die nächsten Jahre. Nach außen zeugt der neue Internetauftritt unter www.ifu-online.de von den Umstrukturierungen hinter den Kulissen; das neue Logo des IFU mit vier Quadranten deutet auch auf die aktuelle Aufstellung mit vier Geschäftsbereichen hin.

Die Laborwelt

Im hauseigenen Laboratorium und Technikum untersuchen und analysieren die Ingenieure Werkstoffe, Werkzeuge, Produkte und Prozesse. Dafür stehen ihnen physikalische, (elektro-)chemische und (elektro-)technische Methoden, Apparate, Prüf- und Messvorrichtungen zur Verfügung. „Das IFU ist das ausgelagerte Labor für viele KMU“, erläutert Hans-Joachim Waibel. „Wir schauen ganz genau hin. Wenn etwas nicht funktioniert wie geplant – wir sagen dem Unternehmen, warum und was zu tun ist.“

Die Seminarwelt

Als An-Institut der Fachhochschule Südwestfalen findet am IFU nicht nur Forschung, sondern auch Lehre statt. In Seminaren und Workshops vermitteln erfahrene Experten Branchenkenntnisse, aber auch fachfremde Inhalte, etwa zu den Bereichen Personal- und Unternehmensführung, Marketing und Vertrieb. Was als Präsenzveranstaltungen seit vielen Jahren den Wissenstransfer in der regionalen Umformtechnik garantierte, musste sich im Corona-Jahr 2020 virtuell neu aufstellen. „Sie können eine Lehrveranstaltung nicht eins zu eins ins Internet verlagern.“ Waibel, seit über 30 Jahren in der Stanz- und Umformtechnik zu Hause, weiß, wovon er spricht. „Sie brauchen eine geeignete Plattform, einen Seminarleiter, der sich damit auskennt, Methoden und Unterlagen, die für das Remote Learning geeignet sind.“ Inzwischen wird das Online-Angebot gut angenommen, und ganz sicher wird es laut Waibel kein Zurück zum ausschließlichen Präsenzlernen geben. „Die Zukunft ist hybrid.“

Die Ausbildungswelt

Jedes Jahr qualifiziert das IFU zehn bis zwölf junge Menschen zum Maschineneinrichter (m/w/d) für die Schrauben- bzw. Verbindungselemente-Industrie. Weiterbildung für jene, die nur unter großen Schwierigkeiten eine Anstellung finden würden. Zugleich eine wirkungsvolle Maßnahme gegen den Fachkräftemangel in der heimischen Industrie. „Unsere kleine Schraubenfabrik“, so nennt der 57-jährige Geschäftsführer liebevoll den Ausbildungsbereich im IFU, „unterstützt schon seit Jahrzehnten die Betriebe. Wir haben damit ein echtes Alleinstellungsmerkmal und das sogar deutschlandweit.“

Die Technologiewelt

Unternehmenskooperationen – ein Geschäftsfeld, das Hans-Joachim Waibel in naher Zukunft ausbauen möchte: Aktuell arbeitet das IFU mit der norddeutschen Firma ECM Datensysteme GmbH zusammen, einem Hersteller optischer Messmaschinen für die Schrauben- bzw. Verbindungselemente-Industrie. Das Lüdenscheider Institut, innerhalb der Branche bestens vernetzt, unterstützt ECM bei der Vermarktung der Systeme, konkret im Vertrieb und Verkauf sowie zusätzlich mit Produktschulungen und Support. „Von solchen Kooperationen wünschen wir uns mehr“, sagt Waibel, der durch seinen eigenen beruflichen Werdegang eben nicht nur die Fachkompetenz des Ingenieurs, sondern auch die Erfahrung und die Vernetzung des Unternehmers mitbringt. Für ein Institut in Aufbruchstimmung ist der Standort, mitten im EGC, dem Entwicklungs- und GründerCentrum in der Nähe des Lüdenscheider Bahnhofs, übrigens perfekt. Die weit über die Grenzen der Bergstadt hinaus bekannte Phänomenta liegt um die Ecke und bietet Physik und Technik zum „Begreifen“ für Jung und Alt; direkt daneben befindet sich die Fachhochschule Südwestfalen. Zahlreiche Start-ups unterschiedlichster Branchen bevölkern das EGC und sorgen für die Gründer- und Entwickleratmosphäre. Hier passiert Zukunft. Auch das Kunststoff-Institut für die mittelständische Wirtschaft, sozusagen die große Schwester des Instituts für Umformtechnik, hat seinen Sitz im EGC. „Das Institut für Umformtechnik und das Kunststoff-Institut haben beide einen ähnlichen Auftrag“, so Waibel. „Wir wollen ein Mehrwert für die regionale Wirtschaft sein, indem wir Forschung und Entwicklung, Produktion, Technik und Vermarktung, Aus- und Weiterbildung unter jeweils einem Dach vereinen.“ Das Kunststoff-Institut ist ihm auch Vorbild im Wachstum: Waibel denkt über eine räumliche Ausweitung des IFU nach. Das Ausbildungszentrum brauche mehr Platz; die Kaltmassivumformung decke nur einen Teilbedarf der heimischen Industrie ab, nämlich vor allem den der Schrauben- und Verbindungselemente-Industrie. Dieses Angebot greift dem gelernten Werkzeugmacher eindeutig zu kurz: Er möchte auch den Bereich Stanz-Biege-Technik in der Ausbildungswelt implementieren, um die Personalbedarfe etwa der Federn-Industrie mit abdecken und das Spektrum an Qualifizierungsmaßnahmen erweitern zu können. Ein erster Maschinenbaustein dafür – ein 100-Tonnen-Stanzautomat – stehe schon bereit und am Konzept werde gearbeitet, so Waibel. Die Technologiewelt will er ebenfalls räumlich ausweiten, um die Anforderungen neuer Kooperationspartner zu bedienen und Förderprojekte anzuziehen. Also schon viel geschafft und noch mehr in Planung, so lässt sich der aktuelle Status des Instituts zusammenfassen. Hans-Joachim Waibel, seit einem Dreivierteljahr an der Spitze des IFU, strahlt Energie und Tatkraft aus. Er weiß, wo er hinwill, und nimmt sein Team mit auf die Reise. Carpe diem! Das IFU nutzt jeden Tag.

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Ausgabe 03/2021

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Institut für Umformtechnik der mittelständischen Wirtschaft

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