Employer Branding als Schutz gegen Fachkräftemangel

ValueNet Consulting Westfalen transferiert Mitarbeiter-Benefits von Großkonzernen in den Mittelstand.
Benedikt Grütz, geschäftsführender Gesellschafter
Benedikt Grütz, geschäftsführender Gesellschafter
„Es gibt tatsächlich noch Geschäftsmodelle, bei denen nicht abgezockt wird – und das motiviert mich“, sagt Benedikt Grütz, geschäftsführender Gesellschafter der ValueNet Consulting Westfalen. „Bei unserem Vergütungssystem gewinnen beide Seiten: der Arbeitgeber und der Mitarbeiter.“ Die ValueNet Group ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie zählt zu den führenden Anbietern von Dienstleistungen im Bereich Lohnoptimierung. Mit der ValueNet Consulting Westfalen GmbH & Co. KG nutzt Benedikt Grütz das Know-how und die gemeinsamen Ressourcen der ValueNet Group, agiert jedoch eigenständig und mit weiterführenden Schwerpunkten in diesem Bereich. Der 28-Jährige liebt Gerechtigkeit – und Zahlen. Als gelernter Bankkaufmann hat er sich schon früh mehrere Standbeine geschaffen. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und der Wirtschaftspsychologie hat Grütz seine Immobilienfirma gewinnbringend verkauft, im Sauerland und Siegerland baute er „auf der grünen Wiese“ das Unternehmernetzwerk Business Network International (BNI) auf und ist mit der ValueNet Consulting Westfalen GmbH & Co. KG als Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Employer Branding befasst. „Mir ist es wichtig, Unternehmen ganzheitlich beraten zu können. In der Regel gibt es mehr Baustellen als das Thema Lohnoptimierung. Mit einem Netzwerkknotenpunkt wie BNI lässt sich für jedes Problem eine Lösung finden.“ Gegründet von dem Unternehmensberater Dr. Ivan Misner in Arcadia (USA), ist BNI heute mit über 7.300 Unternehmerteams in 69 Ländern weltweit präsent. Das erklärte Ziel: mehr Umsatz durch neue Kontakte und Geschäftsempfehlungen. Auf diese Weise haben im vergangenen Jahr 193.000 Unternehmer ein Geschäftsvolumen von über 8,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Grütz ist einer der Exekutivdirektoren. „Immer mehr mittelständische Firmen erkennen, dass es deutlich sinnvoller ist, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten. Am Anfang mussten wir Betriebe ansprechen, damit sie Mitglied bei uns werden. Mittlerweile kommen sie auf BNI zu. Wie schön wäre die Welt, wenn alle miteinander statt nebeneinander arbeiten würden?“ Zwischen Bergneustadt und Olpe funktioniert das bereits. Hier arbeitet Benedikt Grütz eng mit dem Unternehmensberater Dirk Burghaus (RBSR) zusammen. Burghaus gefiel die Idee der ValueNet Consulting Westfalen auf Anhieb. Aus eigener Erfahrung weiß er: Gehaltsoptimierung und Entlohnungssysteme im Sinne der Mitarbeitermotivation, wie sie von ValueNet angeboten werden, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ein Grund dafür ist der Fachkräftemangel. „Dem Mittelstand gehen die Manager aus“, sagt Grütz, „es ist Zeit zu handeln“.

Dem Mittelstand gehen die Manager aus


Laut Experten liegt der Personalmangel in Deutschland schon jetzt bei knapp 50 Prozent. Jedes zweite Unternehmen ist deshalb gezwungen, lukrative Aufträge abzulehnen. Auch brancheninterne Konkurrenzkämpfe mit Großkonzernen verschärfen sich. „Das Binden und Motivieren der eigenen Mitarbeiter ist gerade im Mittelstand ein immer größer werdendes Thema“, weiß Dirk Burghaus, geschäftsführender Gesellschafter von RBSR.
Ein Beispiel aus der Praxis: Seit 20 Jahren behauptet sich ein privates Pflegeheim im Landkreis Konstanz als innovative Einrichtung am Markt. Der Inhaber kämpfte viele Jahre für die Umsetzung seiner Vorstellungen einer anspruchsvollen Betreuung und Pflege. Heute hat das Heim ein hervorragendes Renommee, die begrenzten Pflegeplätze sind auf Jahre im Voraus vergeben. Eine Traumsituation? „Im Prinzip ja“, meint dessen Geschäftsführer, „trotzdem haben wir seit Jahren das Problem, dass es an verlässlichen und engagierten Pflegekräften mangelt. Die Betten sind belegt und Personal ist schwierig zu bekommen. Sehr viel mehr Gehalt anzubieten geben die Einnahmen nicht her. Doch dann zeichnete sich die Idee von Gesundheits-Benefits als Glückstreffer ab. Sonderpreise für Thermenbesuche, Spa-, Wellness- und Fitnessangebote sowie vergünstigte Einkaufsmöglichkeiten für ergonomische Sitz- und Schlafmöbel hatte sich das Stammpersonal gewünscht. Nun half das auch bei der Mitarbeitersuche und kurz darauf hatten wir drei neue, versierte Altenpflegerinnen. Die anstrengende Phase der Doppelschichten für unsere Mitarbeiter war endlich vorbei.“

Kein Privileg für Großkonzerne


Dem Mitarbeiter mehr Nettolohn zu verschaffen, das ist das Ziel der ValueNet Consulting Westfalen – und zwar ohne dass dem Arbeitgeber dadurch mehr Kosten entstehen. Eine solche Lohnerhöhung funktioniert mithilfe von Sachleistungen. Ähnlich einer Speisekarte stellen sie Mitarbeitern ein breit gefächertes Angebot an Sachbezügen zur individuellen Auswahl, mit denen sich einige Hundert Euro netto im Jahr mehr erzielen lassen. Das können Einkaufsgutscheine, Tank- und Shoppingkarten, Zuschüsse für das private Internet, das private Handy oder ein Tablet-Computer sein. Unterschiedliche betriebliche Entgelt- und Sozialleistungen, Sachbezüge und Benefits lassen sich so den persönlichen Bedürfnissen genau anpassen. Statt Bruttogehalt wählen viele Arbeitnehmer dann bevorzugt Leistungen, die für sie steuer- und sozialabgabenfrei oder zumindest -begünstigt sind. Das hat natürlich auch für den Arbeitgeber greifbare Vorteile, denn auch er muss keine Sozialabgaben auf die Zuschüsse entrichten. Eine klassische Win-win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Eigentlich ein alter Hut, denn die entsprechenden Bausteine werden im Einkommenssteuergesetz aufgezählt. So gehen beispielsweise die sogenannten „Essensschecks“ auf Konrad Adenauer zurück, „Internet für alle“ auf Gerhard Schröder. Großkonzerne nutzen diese Bausteine längst. Mit dem System von ValueNet sollen nun auch Mittelständler in ganz Deutschland davon profitieren – mehr als 125.000 Arbeitnehmer tun das bereits. Tendenz steigend. Denn das System zu nutzen bedeutet keineswegs mehr Aufwand für das jeweilige Unternehmen. „Hat der Arbeitgeber in puncto Lohnabrechnung einen Mehraufwand, der pro Mitarbeiter sieben Minuten übersteigt“, so Benedikt Grütz, „ darf er uns dies in Rechnung stellen. Übrigens ist das bislang noch nie vorgekommen.“ Im Gegenteil: Personalabteilungen können durch die Auslagerung der Verwaltung Kosten senken und Personalprozesse verstärkt an der Unternehmensstrategie ausrichten. Das System von ValueNet lohnt sich für Betriebe ab 50 Mitarbeitern. Damit alles reibungslos funktioniert, „besprechen wir die Strategie des Unternehmens mit der Geschäftsleitung. Stehen diese Strategie und der damit verbundene Ergebniswunsch des Unternehmens fest, wird das Konzept vorab durch eine externe spezialisierte Anwaltskanzlei geprüft. Einer unserer wichtigsten Partner ist außerdem das zuständige Betriebsstättenfinanzamt. Wir arbeiten eng mit dieser Institution zusammen indem wir in Vertretung des Arbeitgebers diese Konzeption beim Finanzamt vorstellen. Erst wenn diese oberste Steuerinstanz die steuerrechtlichen Belange geprüft und diese bestätigt hat, erfolgt unsere Umsetzung. Der Arbeitgeber bekommt also noch vor Projektstart eine schriftliche Bestätigung über die steuerliche und rechtliche Sauberkeit unserer Beratung.“ Ohne Mehrkosten für den Arbeitgeber seien vor allem bei Neueinstellungen Nettolohnerhöhungen von mehr als 10 Prozent möglich.

Lohnoptimierung vor dem heimischen Bildschirm


Einen Überblick über die gesamte Palette der Benefit-Angebote kann der Mitarbeiter über ein Portal bekommen, dass ValueNet für den Arbeitgeber branded – via APP mobil auf Smartphone oder Tablet, im Büro oder zu Hause für die ganze Familie zur gemeinsamen Beratung vor dem heimischen Bildschirm. Für die Angestellten werden regelmäßig persönliche Informationen und Budgetpläne erstellt, sodass sie kontinuierlich Einblick in ihre Gehaltskonten haben. Das Portal ermöglicht eine Art virtuellen Einkaufsbummel, bei dem die Mitarbeiter die Bedürfnisse ihrer Angehörigen miteinbeziehen können. Wofür auch immer sie sich entscheiden – ob für einen großen Familienurlaub, für Weiterbildungsmaßnahmen, eine neue Büroeinrichtung, für Fitness-Kurse oder das monatliche Zeitschriften-Abo –, die Gehaltsumwandlung macht sich stets bezahlt. Die langjährige Erfahrung der ValueNet Group ermöglicht es den Mitarbeitern, das Potenzial an Mengenrabatten und Steuervorteilen voll auszuschöpfen. ValueNet Consulting Westfalen achtet darauf, dass der Mitarbeiter die Zusatzleistung, die er über seinen Arbeitgeber bezieht, wertschätzt. „Das ist z.B. mit einer Mitarbeiterkarte möglich, die der Arbeitnehmer bei allen Akzeptanzpartnern nutzen kann. Im Klartext heißt dies, dass der Arbeitnehmer nicht nur mehr Kaufkraft durch seinen Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommt, sondern der Arbeitgeber seine Marke bei der Belegschaft stärkt, denn der Mitarbeiter nutzt diese Karte in seinem Alltag.“

Regionale Wirtschaftsförderung für Kommunen


Darüber hinaus kann das Unternehmen auf diese Weise auch etwas für die Region tun. „Wir kümmern uns darum, dass die Mitarbeiterkarte im Einzelhandel akzeptiert wird. Das macht die Firma attraktiver und eine Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaftsförderung ist ebenfalls möglich. Auf diese Weise wird Geld für die Region erschaffen.“ Stellt man sich eine Stadt mit einer guten wirtschaftlichen Infrastruktur vor, funktioniert das folgendermaßen: ValueNet stellt einem regionalen Mittelständler mit einigen Hundert Mitarbeitern das eben beschriebene Portal zur Verfügung. Die Mitarbeiter finden in diesem Portal die wichtigsten Einzelhändler der Stadt auf einen Blick vor und können über ihren Arbeitgeber bei diesen Händlern vergünstigt einkaufen. „Wenn die größten regionalen Unternehmen ihren Mitarbeitern eine über das Portal vernetzte Händler-Infrastruktur zur Verfügung stellen, kommt die gesteigerte Kaufkraft über die Lohnoptimierung direkt in der Region wieder an. Das spült natürlich auch Einnahmen in die meist klammen Kassen der Städte und Gemeinden, weil einfach mehr Umsatz an Ort und Stelle gemacht wird und das Geld somit in der Region bleibt.“ So Benedikt Grütz. Wieder eine Win-win-Situation und wieder Mehrumsatz durch ein klug koordiniertes Netzwerk à la BNI. Benedikt Grütz lächelt zufrieden. „Das Prinzip der Händler-Rabatte kennt man im Stadtmarketing bereits. Dies steckt aber noch in den Kinderschuhen. Es ist, erstens, nicht zu Ende gedacht, weil es keine einfache Lösung hierzu gibt. Zweitens sprechen wir hier von optimierten Löhnen. Die Menschen geben nicht einfach nur ihr Geld hier aus, sie geben schlicht und ergreifend mehr Geld hier aus.“ Unternehmen und Standortverantwortliche, die Interesse am ersten Pilotprojekt in Südwestfalen haben, können sich unter der unten genannten Kontaktadresse bewerben.
Ausgabe 07/2016