Eiserne Power und echte Perspektiven!

Arnsberger Werkzeugbauer unter ambitionierter junger Leitung.
Als neuer Kapitän führt Christoph Kleine die LOTEC in die Zukunft (© Stoll GmbH)
Als neuer Kapitän führt Christoph Kleine die LOTEC in die Zukunft (© Stoll GmbH)
Selbstbewusst antwortet Christoph Kleine, wenn man ihn danach fragt, wo er sich und sein Unternehmen in zehn Jahren sieht: „Auf jeden Fall weiterhin im Premium-Segment; wir stellen uns dem asiatischen Markt mit dem Anspruch entgegen, der qualitativ hochwertigste Anbieter der Region im Bereich Werkzeug- und Formenbau zu sein. In der Vergangenheit wurden wir hierfür bereits mehrfach ausgezeichnet.“ Sein Unternehmen – und das genau seit dem 1. Juli 2021 – ist die in Arnsberg ansässige LOTEC GmbH. Der erst 37-jährige Unternehmer hatte explizit nach so einer Firma gesucht, sich mehrere Betriebe angesehen und einen Makler für sich arbeiten lassen. Dass er am Ende die 37 Mitarbeiter starke LOTEC, die bis dato zu einer größeren Unternehmensgruppe gehört hatte, übernahm, war eine Entscheidung, die durchaus auch emotionale Anteile beinhaltete: „Man hat derzeit eine große Auswahl, wenn man als junger Unternehmer einen Betrieb übernehmen will. Viele Firmen haben Probleme, Nachfolger zu finden, wenn in der Familie niemand übernehmen kann. Bereits als ich das erste Mal hier war, spürte ich, dass die LOTEC etwas ganz Besonderes ist. Der Anspruch ‚Premium‘ schwingt in jedem Bereich mit. Angefangen von den Büromöbeln über den Zustand der Halle und der Maschinen bis hin zu den Mitarbeitern. Ich wusste, dass ich hier einen rohen Diamanten gefunden hatte, den ich nur noch ein bisschen schleifen muss.“ Gut ein Jahr lang wurde verhandelt, auch der abgebenden Unternehmensgruppe war wichtig, ihr kleinstes Glied in der Kette in gute Hände zu geben.
Die LOTEC GmbH ist mit einem Jahresumsatz von vier Millionen Euro klein genug, um flexibel und dynamisch auf dem Markt zu agieren, gleichzeitig steht der Name aber auch für fast 50 Jahre solide Firmengeschichte.

Wer bodenständig ist, kann auch nach den Sternen greifen

Gebürtiger Sauerländer ist der neue, junge Chef. Aufgewachsen in Olsberg und bis heute in der Region fest verwurzelt, kennt er die Menschen und spricht ihre Sprache. „Natürlich gab es in vielen Gesprächen auch leise Vorbehalte abzubauen“, so Kleine. „Ich bin aber froh, dass ich nicht alleine darauf setzen muss, vielleicht eine gewinnende Persönlichkeit zu haben, sondern auch das nötige Know-how mitbringe. Fachliche Kompetenz auf der Führungsebene zu haben ist Grundvoraussetzung, wenn man als Unternehmen weiter wachsen und sich entwickeln will.“ Der bisherige Geschäftsführer wird noch eine ganze Weile begleitend da sein und Kleine beim Übergang unterstützen. Große Kunden, wie ein österreichischer Premium-Hersteller von Küchen- und Möbelbeschlägen, haben schon ihr Vertrauen in die neue Leitung ausgesprochen. Während die zurückliegende Pandemiezeit auch für LOTEC schwierig war, weil viele Auftraggeber damit zögerten, neue Produkte zu entwickeln und dafür Werkzeuge fertigen zu lassen, haben sich die Mitarbeiter zu einem hoch motivierten und in die Zukunft gerichteten Team zusammengefunden. „Jetzt geht es umso rasanter wieder los“, ist Kleine zuversichtlich. „Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt, die Automotive-Branche erwacht und auch die Hersteller von hochwertigen Beschlägen sind jetzt wieder ganz aktiv.“

Präzision in Technik und Termineinhaltung

Wenn im hochmodernen Maschinenpark bald wieder mit Hochdruck gefräst, geschliffen und erodiert wird, dann steht hinter den beeindruckenden Metallkolossen eine ausgereifte Steuerungs-Software. Stanzbetriebe und Automotive-Zulieferer sowie verschiedene Hersteller aus dem Metallbereich gehören zum Kundenkreis. „Folgeverbundwerkzeuge zu fertigen ist unsere Kernkompetenz. Wir haben auch die in der Region noch nicht so weit verbreiteten Fünf-Achs-Fräsautomaten im Einsatz. Weiteres Standbein ist die hochpräzise Fertigung von Einzelteilen oder Kleinserien für den klassischen Metallbetrieb, der mal das eine oder andere komplizierte Teil extern fertigen lassen will.“ Industrie 4.0 wird hier schon umgesetzt. Für die Konstruktion und Bauteilberechnungen stehen 3D-CAD-Systeme zur Verfügung. Und auch im administrativen Bereich sorgt ein ERP-System dafür, dass alle Abteilungen optimal vernetzt sind. „Für den Kunden bedeutet das ein hohes Maß an Zuverlässigkeit“, erklärt Christoph Kleine. „Dass bei uns Kosten und Termine eingehalten werden, ist auf professionalisierte Prozesse zurückzuführen. Ein großes Stück Digitalisierung wurde hier schon umgesetzt und soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.“ Kleine bringt auch unternehmerische Erfahrung mit. 2018 hat er bereits mit einem Kompagnon seine erste GmbH gegründet. Das Unternehmen ist erfolgreich auf dem Gebiet des Datenschutzes in der Region aktiv. Heute kommt ihm das Masterstudium zum Technischen Kaufmann (MBA) zugute. Gereizt an der LOTEC hatte ihn jedoch vor allem die Technik. „Als studierter Maschinenbauingenieur mit Schwerpunkt Konstruktion hatte mir während der ersten Selbstständigkeit die Beschäftigung mit dem Werkstoff Metall gefehlt. Trotzdem bin ich froh über meinen Abschluss auch im kaufmännischen Bereich und die Erfahrungen aus den letzten Jahren. Beides zusammen gibt mir ein sicheres Gefühl, wenn ich daran denke, dass die Geschicke der LOTEC jetzt in meinen Händen liegen.“ Kurz vor der Übergabe hatte es noch einen Großauftrag über 600.000 Euro gegeben, was für die nächsten Monate natürlich weitere Sicherheit gibt.

„Mit Raketenkraft nach vorne“ – sechsstellige Investitionen geplant

LOTEC beschäftigt nahezu ausschließlich Fachkräfte. Im Betrieb haben die meisten Mitarbeiter die Ausbildung zum Werkzeugmacher durchlaufen. Viele Meister und Ingenieure gehören zum Team. Selbstverständlich liegt die Zertifizierung nach ISO 9001 vor und es gibt viele Möglichkeiten für Beschäftigte, ihre eigenen Qualifikationen noch zu erweitern. „Wir wollen demnächst einen größeren sechsstelligen Betrag in Maschinen und in unsere Mitarbeiter investieren. Schon jetzt können wir besondere Möglichkeiten anbieten, wie z.B. die Dienstleistung unserer 3D-Scantechnik, mit der auch komplexe Bauteile virtualisiert und hochgenau vermessen werden können“, so Christoph Kleine. Je länger man ihm zuhört, umso überzeugter wird man, dass er das Zeug dazu hat, diesen – wie er es selbst nannte – „rohen Diamanten“ zu schleifen. Selbst Familienvater und im dörflichen Sauerland lebend, kennt er die Menschen aus der Region. Christoph Kleine ist einer, der mitreißen kann. Die gute Position von LOTEC im Premium-Bereich auszubauen und zu festigen ist vor diesem Hintergrund ein absolut realistisches Ziel und obendrein Grund genug, selbstbewusst aufzutreten.

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Ausgabe 03/2021

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