Gewerbegebiet Soest Süd-Ost: Drehscheibe an der Autobahn

Internationaler Hauch und Industriekompetenz: „Soest Süd-Ost“ bietet 6.800 Menschen Arbeit; das größte und älteste Gewerbeareal wächst.
(Foto: Ingenieurgesellschaft Patzke GmbH)
(Foto: Ingenieurgesellschaft Patzke GmbH)
Soest verfügt über eine bemerkenswerte Industriekompetenz. 22 Prozent der 21.000 Beschäftigten fertigen und entwickeln Produkte für den Weltmarkt. Hauptbranchen sind Automotive, Kunststoff, Nahrungsmittel, Energie und Gebäudetechnik. Neben den Standortfaktoren wie der gut ausgebauten Infrastruktur oder der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit der Fachhochschule Südwestfalen punktet Soest vor allem mit den weichen Standortfaktoren. Ein vielfältiges Kultur- und Bildungsangebot sowie die idealen Naherholungs- und Freizeitmöglichkeiten sind entscheidende Standortmerkmale. Mit 50.000 Einwohnern und einem Einzugsbereich von 250.000 Menschen ist Soest heute ein ideales Mittelzentrum, bietet optimale logistische Voraussetzungen für Unternehmen und kann als Drehscheibe zwischen der Rhein-Ruhr-Region, dem Sauerland, dem Münsterland und Ostwestfalen-Lippe fungieren.

Größtes Gewerbegebiet

Allein seit 2010 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 14 Prozent, freut sich Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Professorin Dr. Monika Dobberstein. Sie verweist auf die Schwerpunkte von Industrie und Gewerbe im Gewerbegebiet West (26 Hektar), Zuckerfabrik (22 Hektar), im Norden (sechs Hektar), im Bahnhofsquartier (sechs Hektar) und im mit 170 Hektar größten und „ältesten“ Gewerbegebiet, das als „Soest Süd-Ost“ bekannt ist und sich als Standort bedeutender Unternehmen einen Namen gemacht hat. 6.400 Menschen arbeiten hier, weitere 400 Auszubildende werden gezählt. 28 Prozent aller Soester arbeiten damit an der A44 im Südosten der Stadt. Schon bald werden es noch mehr sein. Im künftigen „Industriegebiet Wasserfuhr“ wird gerade die Erschließung erstellt, auf weiteren 70 Hektar soll perspektivisch im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit dringend benötigte Gewerbefläche geschaffen werden.

Platz für bedeutende Unternehmen

Das Gewerbegebiet wuchs auch in den vergangenen 45 Jahren in Etappen, ab Mitte der 70er-Jahre wurde es entscheidend erweitert und bietet heute Platz für bedeutende Firmen. Kuchenmeister ist Weltmarktführer im Bereich der industriellen Herstellung von Baumkuchen und Christstollen und steht für stattliche Produktionsmengen: 85.000 Tonnen Backwaren fertigt das Unternehmen jährlich. Auch Magna widmet sich als Zulieferer für Automobilteile dem Leichtbau. Internationalen Hauch bringen auch die Nestlé-Tochter Bübchen (Kinderpflegeprodukte) und ALSO Deutschland (Informationstechnologie, Telekommunikation) sowie auch Kverneland (Landmaschinen) und Legrand (Schalter, Steckdosen) und Delta Energy (Gebäudeautomation, erneuerbare Energien) ins Soester Gewerbegebiet. Reinhold Häken | redaktion@regiomanager.de

INFO

Mit dem Salz begann die gewerbliche Entwicklung
Es begann mit dem „weißen Gold“: Im Jahre 972 besuchte der arabische Gesandte am Hof des Kaisers Soest. In seinen Erinnerungen beschreibt er die Stadt als „befestigten Ort, in dem die Einwohner Salz durch Verdampfen des Quellwassers gewinnen“. Salz war ein kostbares Mineral und wurde zum begehrten und wichtigsten Handelsgut. Die Lage zwischen norddeutscher Tiefebene und dem Sauerland schuf Wegeverbindungen und erste Fahrstraßen, auch den Hellweg, die alte Fernhandels- und Heerstraße. Das Geschäftsleben blühte und schnell entwickelte sich der Handel mit Wein, Metallwaren und Agrarprodukten. Auch Vieh, Waid zum Färben von Stoffen und Tuche ergänzten den Warenkatalog. Soest war für Jahrhunderte die größte und bedeutendste Stadt Westfalens und die Hauptstadt des kurkölnischen Territoriums. Bis weit in den Norden und Osten Europas trieb man Handel – lange vor der Hanse und später als deren Mitbegründer und wichtigen Partner.

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Ausgabe 07/2019