acconci architekten: Im Gespräch: Acconci Architekten GmbH

Dass langjährige Erfahrung und tägliche Innovation keine Gegensätze sind, wird im Interview mit Andreas Acconci, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Acconci Architekten GmbH, einem Architektur- und Ingenieurbüro aus Soest, deutlich. Im Gespräch mit dem Marketingfachmann Tim Neumann offenbart Acconci seine Motivation, ständig neue Herausforderungen zu suchen.
soest.tech – ein Gebäudekonzept der Zukunft
soest.tech – ein Gebäudekonzept der Zukunft
Neumann: Bei Ihrem letzten Projekt, dem „soest.tech“, lese ich in dem Exposé: „Zukunft bauen – Verantwortung übernehmen“. Ist das nicht etwas hoch gegriffen?

Acconci: Ganz im Gegenteil. Wer heute über die Gebäude von morgen nachdenkt, hat ein ganzes Paket zu schnüren, wenn er seine Berufung ernst nimmt. Das Gebäudekonzept „soest.tech“ haben wir entwickelt, um Arbeitsplätze der Zukunft zu gestalten. Darin werden nicht nur wir selbst unseren zukünftigen Firmensitz haben, sondern eine ganze Reihe von kleinen und mittleren Ingenieurbüros und Firmen, die sich rund um das Thema „Bauen“ engagieren. Das stellt hohe Ansprüche an die Planung. Da sind z.B. Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen, Arbeitsplätze als Plätze des Wohlfühlens zu gestalten; die Weiterentwicklung des städtischen Standortes ist ein weiterer Anspruch. Wir haben aber auch daran gedacht, Verkehre zu vermeiden oder die bauliche CO2-Belastung zu kompensieren. Selbst das Ende des Lebenszyklus des Gebäudes ist bereits bedacht worden und viele Dinge mehr.

Neumann: „Arbeitsplätze des Wohlfühlens“ hört sich in Zeiten von Corona doch nach reichlich Homeoffice an. Warum bauen Sie dann ausgerechnet ein Bürogebäude?

Acconci: Die Corona-Krise und die daraus entstandenen Folgen in der Arbeitswelt haben uns bei der Entwicklung des Gebäudes inspiriert. Ein Teil unserer Mitarbeiter hat in dieser Zeit tatsächlich Homeoffice gemacht. Die Ergebnisse waren gut, trotz zwischenzeitlicher Kinderbetreuung, die ja auch erforderlich gewesen ist. Also haben wir darüber nachgedacht, wie wir Arbeitsplätze verändern, zukunftsfähig machen können.

Neumann: Was aber muss passieren, um z.B. dem Anspruch „Arbeitsplätze des Wohlfühlens“ gerecht zu werden?

Acconci: Wir haben uns gefragt, warum jemand in Zukunft überhaupt noch sein Homeoffice verlassen würde. Das hat uns zu dem Ergebnis geführt, dass Kommunikation und gegenseitige Unterstützung die wesentlichen Gründe dafür sein könnten. Diesen Gedanken haben wir weiterverfolgt und ein Konzept entwickelt, das genau in diese Richtung zielt. Dabei gilt es dann, genau den Punkt zwischen konzentriertem Arbeiten und Kommunikation zu finden.

Neumann: Aber Arbeitsplatzgestaltung ist nicht das einzige Thema, mit dem Sie sich beschäftigen. Was entwickeln Sie außerdem noch in Ihrem Büro?

Acconci: (lacht) Tatsächlich wollen wir uns nicht festlegen lassen. Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themen ist das, was wir bei uns spannend finden.

Neumann: Bedeutet konkret …?

Acconci: Wohnungsbau vom Einfamilienhaus bis zu Gebäuden mit 30 bis 40 Wohneinheiten, den gesamten gewerblichen Bereich mit Verwaltungsgebäuden, Produktions- und Lagerhallen, öffentliche Gebäude, wie Seminar- oder Hörsaalgebäude für Hochschulen, Gebäude für Polizei und Justiz. Und so weiter … und immer wieder auch Spezialaufgaben.

Neumann: Welche Spezialaufgaben?

Acconci: Das fängt bei Schießbahnen für Spezialkräfte der Polizei an, geht über einen kleinen Aussichtsturm in einem Naturschutzgebiet über die Untertunnelung der Soester Wallanlage bis zu einem Sonnensegel und einer Terrassenanlage an einem Kongresszentrum in der Nähe von Soest. Lauter verrückte Sachen, die wirklich große Freude machen.

Neumann: Interessant. Aber was macht diese Aufgaben so speziell?

Acconci: Speziell daran ist die jeweilige Auseinandersetzung mit dem Thema, die dann häufig zu ganz überraschenden Ergebnissen führt. Nehmen Sie z.B. diesen kleinen Aussichtsturm in einem Naturschutzgebiet. Wenn es ein sogenannter „PoI“ (Point of Interest) sein soll, braucht es etwas mehr. Wir haben dem Turm dann die geometrische Form gegeben, bei der eine gebogene Fläche durch die Anordnung gerader Stäbe entsteht, ein sogenanntes „hyperbolisches Paraboloid“. (lacht über den Zungenbrecher)

Neumann: Bedeutet das im Umkehrschluss, dass Sie mit „normalen“ Gebäuden und Bauaufgaben nichts mehr anfangen können?

Acconci: Absolut nein. Wir versuchen bei jedem – auch kleinsten – Bauvorhaben jeweils die Interessen unserer Bauherren optimal umzusetzen. Und nicht selten sind es gerade diese ganz unscheinbar aussehenden Dinge, die eine ganz besondere Aufmerksamkeit erfordern. Wirklich wichtig ist uns die Freude an der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema.

Neumann: Ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und viele interessante Bauaufgaben.

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Ausgabe 04/2020

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