Schubert Maschinen- und Anlagenbau: Wir automatisieren, Sie produzieren

Schubert: Die Welt des Maschinenbaus in Ennepetal.
Die familiengeführte SCHUBERT GROUP ist Spezialist für Anlagenlinien in allen Industriezweigen. Sie agiert weltweit und setzt dabei auf kundenindividuelle Lösungen. Geschäftsführer Reinhard Schubert im Interview.

SWM: Warum ist Automation für das produzierende Gewerbe inzwischen ein absolutes Muss?

Reinhard Schubert: Der Wettbewerbsdruck durch die Globalisierung und die Austauschbarkeit von Bauteilen wird weiter steigen. In Deutschland und anderen großen Wirtschaftsländern beträgt der Lohnkostenanteil zwischen 28 und 46 Prozent – je nach Branche. Und das mit zunehmender Tendenz. Wir, das produzierende Gewerbe, müssen einen ständigen Verbesserungsprozess einleiten oder halten, um eine ökonomische Wertschöpfung zu erzielen. Die Automation von Abläufen ist daher unerlässlich, um teurere Handarbeit, da wo es möglich ist, durch geeignete Maschinen zu ersetzen und/oder zu unterstützen. Auch die Präzision und die Umgebungseinflüsse spielen eine Rolle. Ein Roboter (je nach Bauart) arbeitet mit einer sehr hohen Wiederholgenauigkeit und montiert, schweißt, händelt und bearbeitet auch da, wo ein Mitarbeiter bedingt durch Umgebungseinflüsse nicht tätig sein kann. Das mal nur als ein Beispiel von vielen.

SWM: Automatisierung ist gerade für viele kleinere Unternehmen auch ein Kostenfaktor …

Reinhard Schubert: Natürlich. Für die Wettbewerbsfähigkeit ist sie heutzutage aber unerlässlich, darüber muss man sich im Klaren sein. Inzwischen wird es auch für kleinere Firmen immer einfacher und kostengünstiger, Prozesse zu automatisieren.

SWM: Als Lösungsanbieter der Automatisierungstechnik bieten Sie ein breites Portfolio an Sondermaschinen und Anlagekonzepten. Was bedeutet „Automation 4.0“ speziell für die SCHUBERT GROUP? Wo liegen Ihre Schwerpunkte? Reinhard Schubert: Wir erstellen passgenaue, individuelle Automatisierungs-Konzepte. Dabei hilft uns unsere jahrzehntelange Erfahrung und Entwicklung in der Robotik, Sensorik und Steuerungstechnik. Auch in der Umformindustrie werden die Anforderungen an Umform- und Herstellungsprozesse immer anspruchsvoller. Neben der Formgebung auf hydraulischen Maschinen ist das Stanzen im Einzel- oder Verbundwerkzeug die häufigste Anwendung. Eine hochmoderne Presse leistet auch gleichzeitig alle Voraussetzungen für eine 4.0-Vision. Eine weitere Herausforderung ist die mannlose Bestückung von Umformaggregaten und Bearbeitungsstationen. Der sogenannte „Griff in die Kiste“ ist in vielen Fällen realisierbar.

SWM: Was verstehen Sie unter „Griff in die Kiste“?

Reinhard Schubert: Der „Griff in die Kiste“ oder „Bin Picking“ verschlagwortet, die zufällige Lage von Bauteilen effizient zu erfassen und Folgeprozesse einzuleiten. Sei es die richtungsunabhängige, kameragestützte 3D-Suche (ohne Totzonen) mit genauer Lageerkennung von Bauteilen oder die Detailerkennung von Orientierung und Drehlage. Durch bildgestützte Sensorik lassen sich Roboter und Handlingssysteme präzise und schnell steuern. Durch individuell entwickelte EOAT’s (End of Arm Tools), die an der 6. Roboterachse angeflascht werden, sind vielfältige Anforderungen der Greif- und Handlingsaufgaben zu lösen. Die Generation von kollaborierenden Robotern, sogenannten COBOT’s, ermöglicht schon heute, wenn es die Applikation zulässt, die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

SWM: Wie hat man sich die Zusammenarbeit mit kollaborierenden Robotern vorzustellen?

Reinhard Schubert: COBOT’s unterstützen in der Produktion in enger räumlicher Zusammenarbeit mit dem Menschen auf vielfältige Art und Weise. Sie heben z. B. mühelos 35 Kilogramm und erledigen zuverlässig ermüdende, monotone Arbeitsgänge oder unterstützen in enger Nähe zum Mitarbeiter dessen Tätigkeit.

SWM: Sie sind weltweit tätig. Was ist aus Ihrer Sicht Ihr Erfolgsrezept?

Reinhard Schubert: Wir haben ein sehr hohes Qualitätsbewusstsein. Das beginnt bereits im Vertrieb und setzt sich fort in der Konstruktion und letztendlich im Bau unserer Maschinen und Anlagen. Das wissen unsere Kunden weltweit sehr zu schätzen. Am Ende setzen sich durchdachte Konzepte und Qualität im Maschinen- und Anlagenbau immer durch.

SWM: Auf welche Projekte sind Sie besonders stolz?

Reinhard Schubert: Ich kann nicht sagen, dass es ein ganz besonderes Projekt gab, auf das ich besonders stolz bin. Jedes Projekt, das wir in der SCHUBERT GROUP realisieren, ist mehr oder weniger einzigartig, hat einen hohen Grad an Individualität, um unseren Kunden einen Mehrwert zu schaffen. Ich bin aber stolz darauf, mit meinen Unternehmen und den Mitarbeitern etwas aufgebaut und weiterentwickelt zu haben.

SWM: Und auf welches Projekt freuen Sie sich als Nächstes?

Reinhard Schubert: Die B+R GmbH gehört nun seit fast zwei Jahren zur SCHUBERT GROUP und ergänzt durch ihr breit aufgestelltes Automatisierungsportfolio die Produkte der Schubert GmbH und der EXNER GmbH optimal. Ein weiterer Zukauf der ehemaligen Firma STAMBERA aus Fellbach ermöglicht es uns nun seit wenigen Wochen, dass die B+R GmbH den Kunden auch Palettier- und Verpackungsanlagen anbieten kann. Somit haben wir ein neues Betätigungsfeld aufgetan, das uns erlaubt, auch in neue Branchen vorzustoßen, die wir bisher noch nicht bedient haben. Es freut mich und ist sehr spannend, diese Entwicklung mit voranzutreiben.

SCHUBERT GROUP
Die familiengeführte SCHUBERT GROUP ist Spezialist für Anlagenlinien in allen Industriezweigen. Das Produktportfolio der insgesamt fünf Firmen deckt hauptsächlich die Bereiche (Schwer-)Maschinenbau, Pressenbau und Automation ab. Als Entwickler individueller Automatisierungslösungen passt die B+R GmbH perfekt in das Portfolio der SCHUBERT GROUP hinein. „Automatisierungslösungen und Sonderanlagenbau bilden das Kerngeschäft von B+R. Über 40 Jahre Erfahrung stecken in diesem Unternehmen. Das ist auch notwendig, denn der Bau modernster Automatisierungsanlagen für industrielle Prozesse und Bearbeitungen ist sehr komplex. Das funktioniert nur mit hochqualifizierten Mitarbeitern. Innerhalb des Verbunds der starken SCHUBERT GROUP lassen sich Synergieeffekte für vielfältige Lösungen erzielen“, erklärt Reinhard Schubert, geschäftsführender Gesellschafter der SCHUBERT GROUP.

Beispiele für Automatisierungsprojekte der SCHUBERT GROUP:
· Automatisierte Montagelinien für wasserführende Fahrzeugkomponenten
· Robotergestützte Tankbearbeitungslinien
· Halb- und vollautomatische Nachbearbeitungsvorrichtungen, vollautomatische Fertigungsprozesse mit direkter Bauteilentnahme aus z. B. Spritzguss-, Blasform- oder Zerspanungsmaschinen
· Automatisierte komplexe Montagelinien mit Werkstückträger-Umlaufsystem
· Verkettete Pressen-Automation mit integrierter Fügestation für Backformen
· Vollautomatische Bohr- und Frässtation
· Palettieranlagen mit vielen möglichen Packmustern

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Ausgabe 03/2020

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