Stimmungsbarometer für Stahl und Metall

Die Stimmung in der Stahl und Metall verarbeitenden Industrie ist im April schlechter als in der Finanzkrise 2008/2009. Die Erwartungen sind noch schlechter als aktuelle Lage.
Grafik: ifo-Institut, München
Grafik: ifo-Institut, München
Wie zu erwarten war, schlagen die pandemiebedingten Einschränkungen des gesellschaftlichen und geschäftlichen Lebens im April voll auf das Geschäftsklima der Stahl- und Metallverarbeitung durch. Der Lageindikator stürzt um 39,2 Saldenpunkte auf -44,6 ab und die Einschätzungen für die nächsten 6 Monate fallen um 21,3 Punkte auf -57,2. Das Geschäftsklima rutscht dementsprechend um 29,7 Punkte auf -51 ab. Damit liegt das Geschäftsklima bereits unter dem niedrigsten Wert der Finanzkrise, den es mit -50 im März 2009 erreichte. Damals hatte der Indikator Zukunftserwartungen allerdings bereits den Wendepunkt hinter sich, während die Geschäftslage in den Folgemonaten noch weiter abrutschte.

„Dass der Erwartungsindikator für das nächste Halbjahr so pessimistisch ausfällt, deutet auf eine längere Schwächeperiode der Branche hin,“ so Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des WSM Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung und weiter „dann müssten die Hilfsmaßnahmen möglicherweise deutlich in das nächste Jahr hinein verlängert werden. Sollte die Konjunktur tatsächlich nicht in Schwung kommen, müsste zudem konkreter als bisher über Stimulationen nachgedacht werden, die jedoch in der Breite eine Wirkung entfalten müssten. Anreize zum Kauf klimafreundlicher Produkte könnten dazu geeignet sein. Nur einzelne Nischenprodukte wie die E-Mobilität zu fördern, würde deutlich zu kurz greifen.“
Online-Artikel