Maschinenbau im Münsterland

Othmerding Maschinenbau: Akkupower im Grün

Wie ein akkubetriebenes Nischenprodukt zur Basis eines Technologieunternehmens wurde – und warum heute immer mehr Profis auf die Batteriesysteme von Othmerding setzen.

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Othmerding Maschinenbau

06.01.2026 Anzeige
Geschäftsführer Torben Othmerding (© Guido Kirchner)

Wenn Torben Othmerding über seine Batteriesysteme spricht, klingt das beinahe nach einem Technologiekonzern, nicht nach einem 35-Mann-Unternehmen aus dem Münsterland. 2010 als Ein-Mann-Betrieb gestartet, hat sich die Othmerding Maschinenbau GmbH & Co. KG in Ascheberg-Davensberg zum gefragten Spezialisten für Elektrifizierung mobiler Arbeitsmaschinen entwickelt – von der Akku-Rasenwalze bis hin zu High-Voltage-Systemen für E-Kran- und Futtermischtechnik.

Begonnen hat alles an der Biertheke des örtlichen Schützenfests: „Ein Gärtner sagte zu mir: Wir brauchen eine Walze, aber bitte ohne Krach und Gestank“, erinnert sich Torben Othmerding. Aus dieser Frage nach einer leisen, sauberen Alternative zur benzinbetriebenen Rasenwalze entstand die Idee der Akku-Rasenwalze – „und damit im Grunde unser Start als Pionier in der akkubetriebenen Grünflächen- und Kommunaltechnik“.

Aus der Akku-Rasenwalze entwickelte sich rasch ein Portfolio weiterer Spezialmaschinen für Garten- und Landschaftsbau, Forstwirtschaft, Kommunen, Bauhöfe und Straßenmeistereien. „Wir haben früh gemerkt, dass leistungsstarke Antriebe und Energiespeicher der Schlüssel sind – und dass der klassische Maschinenbau da an Grenzen stößt“, so der Firmengründer. Der nächste große Schritt war ein elektrisch angetriebener Agrarroboter. „Aber weil es dafür keine passenden Batterien gab, mussten wir unser eigenes Lithium-Eisenphosphat-Batteriesystem entwickeln – erst für den Roboter, doch dann wollten bald auch andere Hersteller diese Lösung haben“, berichtet Othmerding.

Heute bilden fertige Batteriesysteme für Land- und Baumaschinen das Kerngeschäft. Dahinter steckt Hightech: kundenspezifische Akkus, die exakt in den vorhandenen Bauraum der Maschine passen, hohe Spitzenleistungen liefern und sich nahtlos in Fahrzeugsteuerung und Antriebe integrieren lassen – besonders im High-Voltage-Bereich ab 60 Volt. „Unser Anspruch ist, dass die Maschine mit Akku hinterher mehr kann als mit Verbrenner“, bringt es Othmerding auf den Punkt.

High Voltage für Profis

Statt starrer Standardsysteme konstruiert das Team in Ascheberg Lösungen, die Bauraum und Funktionen optimal vereinen. „Viele Kunden kämpfen mit engen Einbauräumen und fehlenden Elektrik-Spezialisten – genau da setzen wir an“, sagt Othmerding. Zum Einsatz kommt eine integrierte Power Distribution Unit, vereinfacht gesagt eine im Akku eingebaute „Steckdosenleiste“, über die Energie sicher zu Motoren, Steuerungen und Nebenaggregaten verteilt wird. Für die Endmontage bedeutet das: Stecker einstecken statt komplexe Hochvolt-Kabelbäume verlegen. Mit dem Boom im Batteriebereich haben sich auch Strukturen und Team bei Othmerding verändert. Aus der Werkstatt auf dem Bauernhof wurde eine Produktionshalle in Davensberg, jetzt entsteht in Ascheberg eine neue Fertigung mit rund 3.000 Quadratmetern. „Heute haben wir vom Schweißer bis zum Informatiker alles im Haus und klare Prozesse, damit Entwicklung und Fertigung im Takt bleiben“, betont der Geschäftsführer.

Für viele Betriebe ist der Umstieg auf elektrische Technik dennoch mit Vorbehalten verbunden. Othmerding empfiehlt, den eigenen Fuhrpark kritisch zu prüfen: „Man sollte ehrlich hinschauen: Wo machen Leistung, Lärm und Emissionen Probleme, welche Maschinen laufen nur ein, zwei Stunden am Tag – genau dort lohnt sich der Akku zuerst.“ Oft beginnt der Einstieg über einen Projektworkshop, ein Testgerät oder einen Prototyp im Echtbetrieb – und führt zu spürbaren Effizienzgewinnen und besseren Chancen im Wettbewerb um Aufträge und Fachkräfte.

Othmerding Maschinenbau

Amelsbürener Str. 1
59387 Davensberg - Ascheberg

02593 928589 0

Ein Porträt des Unternehmens und weitere Informationen zu Othmerding Maschinenbau finden Sie HIER

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