IHK Nord Westfalen

Viele unbesetzte Ausbildungsplätze
Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung  und Fachkräftesicherung der IHK Nord Westfalen (Foto: IHK)
Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung der IHK Nord Westfalen (Foto: IHK)
Fast jeder dritte Ausbildungsbetrieb in Nord-Westfalen konnte schon 2018 nicht mehr alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der IHK Nord Westfalen. Die fast 70 Prozent der Betriebe mit Besetzungsproblemen gaben als Hauptgrund an, dass keine geeigneten Bewerbungen vorlagen. „Hier wächst eine Fachkräftelücke“, sagt Carsten Taudt, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung. Besonders große Probleme hatte das Gastgewerbe. Gut die Hälfte der Betriebe (47,2 Prozent) konnte Ausbildungsplätze nicht besetzen. In der Verkehrsbranche meldeten 39,2 Prozent unbesetzte Stellen. Auch jedes dritte Industrieunternehmen (32,4 Prozent) musste Ausbildungsplätze frei lassen. „Dabei haben sich die Unternehmen insgesamt schon gut auf die veränderte Situation auf dem Ausbildungsmarkt eingestellt“, weiß Taudt. Neben verbessertem Ausbildungsmarketing (47,7 Prozent) bieten immer mehr Unternehmen Praktika an (45,7 Prozent) oder erschließen neue Bewerbergruppen (46,3 Prozent), z.B. Studienabbrecher. Etwa ein Fünftel (21,3 Prozent) der Betriebe nimmt bei der Fachkräftesicherung auch Geflüchtete in den Blick. Betriebe erhöhten ihre Attraktivität zudem, indem sie die Qualität ihrer Ausbildung verbesserten. Für 34 Prozent der Ausbildungsbetriebe sind zudem kurze Entfernungen zur Berufsschule eine wichtige Voraussetzung, um Ausbildungsplätze zu besetzen. Warum Betriebe Probleme haben, geeignete Bewerber zu finden, zeigt sich auch an den Antworten auf die Frage nach der Ausbildungsreife. Schwächen im mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen stellten 56 Prozent der Betriebe fest, die Belastbarkeit der Auszubildenden bemängelten mehr als die Hälfte (52 Prozent). An der jährlich durchgeführten Umfrage in der Emscher-Lippe-Region und dem Münsterland beteiligten sich 883 Unternehmen.
Ausgabe 06/2019