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Messebau

Begehbare Kommunikation

Messestände machen Marken zu mehrdimensionalen Erlebnissen. Messebauer stehen dabei als Trend- und Ratgeber an der Schnittstelle zwischen Raum, Technologie und Recht.



Die Kommunikationsetats deutscher Unternehmen wachsen weiter, so der Kommunikationsverband Famab: von 30,22 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 31,49 Milliarden Euro in 2017. Zwar behauptet die klassische Werbung weiterhin ihren Spitzenplatz im Kommunikations-Mix, aber die Live-Kommunikation holte im Jahresvergleich mit einem Plus von 6,5 Prozent deutlich auf, nur noch getoppt von der Online-Kommunikation mit +18,5 Prozent, wobei sich beide Trendsparten im modernen Messebau auch gegenseitig in ihrem Ziel ergänzen, ein integriertes und interaktives Markenerlebnis zu schaffen.

Für das Jahr 2018 rechnet der Branchenverband Auma bei den 178 geplanten Messen erneut mit leicht wachsenden Ausstellerzahlen. Die optimistische Stimmung in der Branche bestätigte auch eine Auma-Umfrage bei den deutschen Messegesellschaften, die für 2018 erneut höhere Umsätze erwarten und folglich angekündigt haben, die Zahl ihrer Beschäftigten zu steigern.

Mehr Geld für Messen

Aber nicht nur die Zahl und die Bedeutung von Messen, Ausstellungen und Kongressen zeichnen einen positiven Trend. Hinzu kommt das Bekenntnis der Wirtschaft, für ein Messe-Erlebnis auch mehr Geld auszugeben. Auf Messebeteiligungen entfielen laut Famab im Jahr 2016 zunehmende 11,5 Prozent des Gesamtkommunikationsetats der Unternehmen. Hierbei sind vier große Budgetpositionen relevant: die Buchung der Standfläche mit der Logistik, die eigenen Personal- und Personalnebenkosten, das Messe-Catering und – in besonderer Weise für das Markenerlebnis auf der Messe relevant – der Messebau. „Dabei spielen auch Design und Architektur eine immer wichtigere Rolle und werden zum wesentlichen Baustein der Inszenierung von Marken. Die Gestaltung von Räumen in Verbindung mit Aspekten der Kommunikation und neuen Informationstechnologien wird immer mehr zum Bestandteil von Integrated Brand Experiences“, so der aktuelle Trendbericht Exhibition Design, herausgegeben vom „Research Institute for Exhibition and Live-Communication, R.I.F.E.L.“ in Berlin.

Architektur wird Mediatektur

So wird es zunehmend zur Aufgabe von Messebauunternehmen, Konzepte zu entwickeln und Messestände zu realisieren, die als Gesamtkommunikation wirken und Marke, Produkt, Kommunikation und Netzwerke einschließen. „Eine zentrale Entwicklung zeichnet sich dabei in einer zunehmenden Professionalität und Individualität der Architektur und des Designs ab. Zugleich zeigt sich aber auch mehr Verantwortungsbewusstsein und Bodenständigkeit bei der Gestaltung, was die gesellschaftliche Relevanz der Nachhaltigkeit in der Markenkommunikation unterstreicht“, kommentiert der Trendbericht die Entwicklung.

Mehr Effizienz spielt eine zentrale Rolle sowie die Verquickung des klassischen Messebaus mit der digitalen Welt des Paralleltrends Online-Marketing. Die Digitalisierung und das leichte Handling großer Datenmengen machen neue Formen der kundenindividualisierten Ansprache möglich. Außerdem wird auf modernen Messeständen Architektur zur Mediatektur. Mit diesem spartenübergreifenden Trend wird die mediale Inszenierung von Räumen, Formen und Informationen zu einem mehrdimensionalen Erlebnis. Virtual und Augmented Reality erhalten hier ihren Platz. Der Messebau steht an der Schnittstelle zwischen Raum und Technologie und fokussiert den Einsatz multimedialer Werkzeuge im Sinne der Brand Awareness.
Emrich Welsing | redaktion@regio-manager.de

INFO

Der ideale Messestand

Bevor Sie sich auf die Suche nach
einem passenden Messebauer machen,
hier noch einige Tipps:

Kommunizieren Sie Ihre Ziele genau. Nur so kann der Messebauer auf Ihre Wünsche eingehen und Ihnen auch konkrete, zielführende Ideen liefern.

Entscheiden Sie nicht nur auf Basis des Kostenvoranschlags. Im persönlichen Beratungsgespräch werden Sie merken, ob der Messebauer auf Ihre Ziele eingeht.

Hinter dem Stichwort „Messebauer“ verbirgt sich manchmal „nur“ ein reiner Montagebetrieb. Deswegen unbedingt auf das Leistungsspektrum und auf Referenzen achten.

Wichtiger als die Größe des Standes ist ein Eye-Catcher. Achten Sie darauf, dass Ihr Stand zu den Gegebenheiten vor Ort passt.

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Einprägsame Slogans, aussagekräftige Botschaften und großformatige Fotos prägen sich ins Gedächtnis ein.

Denken Sie auch an die ganz praktischen Aspekte des Messealltags: ausreichend Lagermöglichkeiten für Flyer etc., eine Spüle, eine gute Kaffeemaschine oder eine gemütliche Lounge-Ecke.

Denken Sie bei der Präsentation Ihrer Produkte oder Dienstleistungen ruhig mal ums Eck und sorgen Sie mit ungewöhnlichen Ideen für Aufmerksamkeit.

Auch Messestände kann man wiederverwenden. Dies spart Zeit, Kosten und ist umweltfreundlich.

Vielfach bieten Gemeinschaftsstände eine gute Möglichkeit, sich für kleines Geld zu präsentieren und dennoch einen guten Eindruck zu machen.

Ausgabe 04/2018