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Prof. Dr. Frank Winnenbrock hat über 25 Jahre Erfahrung als Unternehmer und ist zudem ausgebildeter Konfliktmanager, Mediator und systemischer Coach Foto: © Gerd Lorenzen
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Unternehmerforum Ruhr

Unternehmer unter sich auf Augenhöhe

Mit seinem Unternehmerforum Ruhr bietet Prof. Dr. Frank Winnenbrock als Kooperationspartner von TAB – The Alternative Board Unternehmern aus der Region einen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe.



Viele Unternehmer klagen darüber, dass sie wichtige strategische Entscheidungen meist mit sich selbst ausmachen müssen, da Geschäftspartner oder Angehörige nicht den nötigen neutralen Blick von außen mitbringen. Tritt eine besondere Herausforderung auf, wie z.B. der Wunsch nach verringerter Arbeitszeit oder benötigt der Unternehmer eine zweite Meinung, kann ein unabhängiger Sparringspartner, der sich in keinerlei Auftragsverhältnis befindet, bewährte Tipps aus der Praxis geben. Warum also nicht den Rat anderer Unternehmer einholen?

„Das bietet sich allein schon deshalb an, weil in mittelständischen Firmen der Großteil der unternehmerischen Fragestellungen branchenübergreifend ähnlicher ist als man gemeinhin denkt“, sagt Prof. Dr. Frank Winnenbrock, der selbst jahrzehntelang erfahrener Unternehmer sowie ausgebildeter Konfliktmanager, Mediator und systemischer Coach ist. Zudem lehrt Winnenbrock als Professor für BWL an der FOM Hochschule. In dem von ihm gegründeten Unternehmerforum Ruhr moderiert er Unternehmerkreise in Essen und Mülheim.

Austausch auf Augenhöhe

Beim Unternehmerforum Ruhr treffen sich Inhaber und Geschäftsführer aus dem hiesigen Mittelstand in moderierten Unternehmerkreisen, um ihre aktuellen Themen sehr strukturiert zu diskutieren. Basis dieser Methodik ist das System von TAB: ein Zusammenschluss von Unternehmern, die sich gegenseitig beraten und gemeinsam das Ziel verfolgen, ihre Unternehmen nachhaltig und profitabel zu entwickeln. Etabliert wurde das Konzept der wechselseitigen Beratung 1992 in den USA. Heute betreibt TAB mit rund 350 Partnern weltweit regionale Unternehmerkreise. Hierzulande gibt es seit 2012 rund 100 solcher „Boards“.

„Wir sind ein Kreis von Unternehmern, die auf Augenhöhe unter meiner Moderation vertraulich ihre persönlichen Themen besprechen und sich wettbewerbsfrei Unternehmerrat erteilen, ohne dabei Eigeninteressen zu verfolgen“, berichtet Prof. Winnenbrock. „Wichtig ist auch: Keiner will einem etwas verkaufen und wir netzwerken auch nicht.“ Er versteht die Boards als eine Art Denkfabrik, in der am statt im Unternehmen gearbeitet wird. Jeder Unternehmerkreis besteht aus ca. fünf bis acht ausgewählten Inhabern/ Geschäftsführern unterschiedlicher Branchen ohne berufliche oder private Berührungspunkte. Wettbewerber, Lieferanten oder Kunden sind generell nicht zugelassen.

Gemeinsam zum Ziel

„Im Fokus unserer Meetings stehen Themen wie existenzielle strategische Entscheidungen, Vertrieb, Führung und Personal, Work-Life-Balance oder Konflikte“, sagt Winnenbrock. Neben den Board-Meetings profitiert jedes Mitglied von einer Vor- und Nachbereitung der Diskussion im Einzelgespräch – der „persönlichen Stunde“. „Außerdem können die Mitglieder auf Strategietools von TAB zugreifen und haben Zugang zu unserem deutschen und internationalen Unternehmernetzwerk.“

Mitglieder der Unternehmerkreise führen als zentralen Vorteil an, dass sie hier unter Gleichgesinnten seien, die eine langjährige operative Erfahrung als Unternehmer bzw. Geschäftsführer mitbringen und ihre persönliche Situation sehr gut nachvollziehen können. Auf diese Weise könne man eine praxiserprobte Zweitmeinung ohne Betriebsblindheit erhalten und aus Lösungen lernen, die bereits in anderen Branchen umgesetzt wurden. „Die Kernprinzipien unserer Boards sind Vertrauen und Vertraulichkeit, Offenheit und Hilfe zur Selbsthilfe“, resümiert Winnenbrock.

Typische Teilnehmer sind Unternehmer mit Strukturen von ca. 10 bis 100 Mitarbeitern. Freelancer, Kleinunternehmer und Berater sind nicht die Kernzielgruppe. Interessierte Unternehmer können durch eine kostenfreie Gastteilnahme testen, welchen individuellen Nutzen sie aus dem Board-Meeting ziehen können. Wer dann regelmäßig an den Unternehmerkreisen teilnehmen möchte, zahlt eine monatliche Gebühr; Laufzeiten oder Kündigungsfristen gibt es nicht. So kann jeder Unternehmer selbst entscheiden, wie lange er die Zweitmeinung erfahrener Unternehmerkollegen in Anspruch nehmen möchte, um sein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen oder sich auf Augenhöhe mit anderen einfach auszutauschen. Miriam Leschke | redaktion@revier-manger.de

Ausgabe 04/2018