Knust Gruppe: Optimale Materialbeschaffung leicht gemacht!

Die Knust Gruppe ist ein Kind des Ruhrgebiets, aber für Kunden in ganz Deutschland und darüber hinaus ein wichtiges und vor allen Dingen verlässliches Bindeglied zwischen den Herstellern und Anwendern von technischem Equipment und jeder Art von Industriebedarf.

Das Unternehmer-Ehepaar Heinz-Jürgen und Valentina Weinrich (© Jan Heinze)
Das Unternehmer-Ehepaar Heinz-Jürgen und Valentina Weinrich (© Jan Heinze)

„Die Breite der Produktpalette, die wir hier aus einer Hand anbieten, ist schon ein echter Wettbewerbsvorteil“, verweist Heinz-Jürgen Weinrich beim Rundgang durch eines seiner Hochregallager auf einen Datenbestand von über einer Million verschiedener Teile, von der kleinsten Schraube bis hin zum großformatigen Wälzlager. Bei diesem Potenzial an lieferbaren Artikeln können Einkaufsabteilungen großer Industrieunternehmen die Zahl der sie beliefernden Händler durch die Bündelung der Beschaffung bei der Knust Gruppe erheblich reduzieren, ebenso wie die Einkäufer von regionalen Mittelständlern. Der geschäftsführende Gesellschafter der Knust Gruppe präsentiert ein Sortiment in vier Teilbereichen, was die Technik-Kompetenz des Familienunternehmens unterstreicht. Wälzlager und Antriebstechnik (Ketten, Keilriemen, Kupplungen, Lineartechnik) sind die erste Säule. Persönliche Schutzausrüstungen und Arbeitsschutz bilden den zweiten Schwerpunkt. Mit Werkzeugen, Lager- und Betriebseinrichtungen sowie Normteilen spricht das in Herne ansässige Unternehmen die ganze Breite der produzierenden Wirtschaft an und schließlich runden vielfältige technische Dienstleistungen sowie ein C-Teile-Management mit Hilfe von Warenausgabeautomaten das Portfolio ab. Ebenso breit und durchdacht wie das Warensortiment ist auch die Palette der Vertriebskanäle, die das Unternehmen bedient. „Die größte Herausforderung für ein erfolgreiches Wachstum im globalen Markt ist die fortschreitende Digitalisierung ganzer Unternehmensbereiche“, hat Heinz-Jürgen Weinrich schon vor Jahren als Maxime für seine Firma festgelegt. Natürlich gibt es auch hier noch den klassischen Außendienst, der den persönlichen Kontakt zum Kunden pflegt und Face to Face über Probleme, Perspektiven oder neue Produkte spricht. Doch der tägliche Bestellprozess sollte so reibungslos und zeitsparend wie möglich ablaufen. „Wir stellen unseren Kunden dafür unseren Online-Shop oder eine für ihre Bedürfnisse personalisierte E-Business-Lösung zur Verfügung, die im besten Fall sogar mit der kundeneigenen Warenwirtschaft verknüpft ist“, beschreibt Heinz-Jürgen Weinrich das etablierte System. Ein festgelegter Freigabeprozess macht es auch den Einkäufern in großen Konzernen möglich, entweder auf das ganze Liefer- und Leistungsspektrum der Knust Gruppe zuzugreifen oder nur auf zuvor definierte Teilbereiche. „Wir wollen unsere Kunden so flexibel wie möglich bedienen und halten daher unsere Multi-Channel-Strategie im Vertrieb für optimal“, verweist der Chef der Knust Gruppe auf die Wahl zwischen dem Einkauf an der Ladentheke, der telefonischen Bestellung oder den digitalen Möglichkeiten.

Reduzierter Handlingaufwand

Außerdem sind die Produkte der Knust Gruppe über verschiedene Online-Marktplätze abrufbar. Immer häufiger finden die so bestellten Produkte ihren Weg direkt vom Hersteller zum Kunden, ohne jemals in einer der rund 8.000 Quadratmeter messenden Lagerhallen der Knust Gruppe angefasst worden zu sein, wo physikalisch Platz für immerhin rund 100.000 verschiedene Artikel ist. Für Weinrich ist dieses sogenannte „Streckengeschäft“ eine gute Möglichkeit, durch die Reduzierung des Handlingaufwands seinen Kunden besonders bei nicht lagermäßig geführten Artikeln faire Preise durch Reduzierung von Versandkosten anzubieten: „Auch eine Sortimentserweiterung oder die Bündelung von Bestellungen aus verschiedenen Filialen und Niederlassungen führt bei vielen unserer Kunden zu Preisvorteilen, die zuvor nicht realisierbar waren.“ Bei großen Unternehmen ist es üblich, im Abstand einiger Jahre neue Ausschreibungen zu machen, um bei einer Markt- und Preisanalyse einen Überblick über die Wettbewerbssituation zu erhalten. Für die Knust Gruppe haben sich bei solchen Gelegenheiten in den letzten Jahren immer wieder sehr gute Neukunden-Beziehungen ergeben. „Denn neben dem Faktor Preis haben wir oft auch mit der Analyse der Kundenbedarfe und Vorschlägen für deren Neustrukturierung sowie der Optimierung der digitalen Prozesskette für Kundenbestellungen punkten können, was den Bestellprozess unter Gesamtkostenbetrachtung auf Kundenseite in hohem Maß optimieren kann.“ Wie wichtig diese Optimierungsmöglichkeiten sind, zeigt sich besonders in dieser Zeit, wo die globalen Waren- und Lieferströme entlang der Wertschöpfungskette unter großen Problemen zu leiden haben. Der weltweite Mangel an Computer-Chips führt bei zahlreichen Elektronikprodukten zu großen Produktionsausfällen oder Liefertermin-Schwierigkeiten. Und kostete der Transport eines Überseecontainers von Asien nach Europa vor der Corona-Pandemie noch rund 2.000 Euro, so ist dieser Preis mittlerweile deutlich fünfstellig. „Auch die Preise für Rohstoffe steigen am Weltmarkt zum Teil um 70 Prozent und mehr“, berichtet Heinz-Jürgen Weinrich, dessen Team daher in letzter Zeit mit den Kunden immer häufiger über Preiserhöhungen der Hersteller sprechen muss. „Die meisten Kunden haben dafür Verständnis und erkennen die derzeit schwierige Situation aller Marktteilnehmer an“, ist der Knust-Chef froh über das partnerschaftliche Miteinander insbesondere mit seinen langjährigen Kunden.

Enkel mit Unternehmergeist

Die Knust Gruppe besteht heute aus der in Herne ansässigen Dipl.-Berging. Heinz Knust GmbH als Zentrale sowie zwei Schwesterunternehmen in Köln und Achim bei Bremen. „In diesem Jahr werden wir den Umsatz unserer Firmengruppe mit rund 6.500 Kunden auf ungefähr 50 Millionen Euro steigern können“, prognostiziert Heinz-Jürgen Weinrich, der in seinem Status als Familienunternehmer einen großen Vorteil bei der Kommunikation mit anderen Firmen-Inhabern aus der mittelständisch geprägten Wirtschaft sieht. „Wir erleben dabei oft ein Verantwortungsbewusstsein inhabergeführter Unternehmen, das genau zu unserer Firmenphilosophie passt und ebenfalls auf Nachhaltigkeit und vertrauensvolle Fairness ausgerichtet ist.“ Diese Grundhaltung ist aber auch großen Konzernen wichtig, denn in Familienunternehmen gibt es immer einen verantwortlichen Inhaber, der für Kunden gleich welcher Größe ein verlässlicher Ansprechpartner ist. Gründer des Unternehmens war 1948 der Diplom-Bergingenieur Heinz Knust. An den ersten beiden Standorten in Recklinghausen wuchs die Firma als Einzelunternehmen unter der Führung von Großvater und Vater des heutigen Inhabers moderat und konnte sich in der Region als Einzelunternehmen einen soliden Ruf erarbeiten. Mit der ersten Vergrößerung der Firma in Recklinghausen hat er den kontinuierlichen Geschäftserfolg miterlebt: „Die Wachstumszahlen waren enorm und ich habe gesehen, wie zunehmend Mitarbeiter eingestellt wurden.“ In dieser Zeit wurde der Unternehmergeist des Gründer-Enkels geweckt, der schon bald erkannte, dass sich mit Kundenservice und Erweiterungen der Produktpalette viel mehr machen ließ, als es das kleine Privatunternehmen bis dahin vermocht hatte. Der nächste große Schritt war der Umzug an den heutigen Standort im Herner Gewerbegebiet Friedrich der Große. „Unsere Branche des Technischen Großhandels hat sich in all den Jahren stetig verändert. Die Digitalisierung der Prozesse nimmt allerdings in den letzten Jahren zunehmend Fahrt auf. Heute beschäftigen wir z.B. eine ganze Abteilung damit, die Produktstammdaten für unsere Kunden und die Online-Marktplätze zu optimieren. Nur so ist es möglich, dass Kunden über die digitale Beschaffung die für sie richtigen Artikel auswählen können. Für viele Kunden spielt dies eine enorm wichtige Rolle. Nicht alle Hersteller liefern perfekte Daten zu ihren Produkten aus, und somit bieten wir hier eine Dienstleistung mit Alleinstellungsmerkmal an. Mit diesem Leistungspaket sowie dem Angebot technischer Produktinnovationen, Beratung, einem ausgeprägten Service-Anspruch sowie wettbewerbsfähiger Preise haben wir uns bei vielen Kunden das Vertrauen und eine langjährige Partnerschaft erarbeitet.“

Aus- und Fortbildung für Fachkräfte

„Ohne ein gutes und jederzeit motiviertes Mitarbeiterteam wäre das jedoch nicht möglich gewesen“, gibt Heinz-Jürgen Weinrich unumwunden zu, der sich heute mit rund 130 Angestellten an den drei Standorten optimal aufgestellt fühlt. Doch hier fällt im Gespräch unweigerlich das Wort vom Fachkräftemangel, wobei die Knust Gruppe diesem Dauerproblem schon seit vielen Jahren mit einem eigenen Ausbildungs- und Seminarprogramm entgegentritt. „Wir bilden neben unserem eigenen Nachwuchs im Bereich Groß- und Außenhandel neuerdings auch Informatiker aus, weil die Geschäftsentwicklung im Zuge der zunehmenden Digitalisierung aller Prozesse immer mehr qualifizierte IT-Entwickler benötigt“, sagt Valentina Weinrich: „Am freien Arbeitsmarkt findet man hierfür kaum Personal, sodass wir unseren Nachwuchs nun selbst ausbilden.“ Valentina Weinrich erlebt die erfolgreiche Unternehmensentwicklung schon seit 1999 mit, war zunächst in der Einkaufsabteilung, später Personalleiterin und ist seit drei Jahren Co-Geschäftsführerin mit den erforderlichen Ausbildungsqualifikationen. Aktuell gibt die Knust Gruppe neun Auszubildenden am Standort Herne einen fundierten Einstieg in das Berufsleben. „Zusätzlich suchen wir weiterhin motivierte Leute mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen, denn der perspektivisch wachsende Exportanteil in unserem Geschäft erfordert langfristig eine fremdsprachlich ausgerichtete Kundenkommunikation“, blickt Valentina Weinrich in die Zukunft. „Unser Familienunternehmen bietet individuelle Leistungen an, um den Unternehmenserfolg mit langjährigen Mitarbeitern sicherzustellen. Die technische Versiertheit unserer langjährigen Service-Mitarbeiter ist ein großes Plus in Kundengesprächen. Dies ist im derzeitigen Marktumfeld mit teilweise langen Lieferzeiten besonders gefragt, weil unser Artikelsortiment oft für schnelle Reparaturen benötigt wird. Bei Lieferzeiten der Hersteller für manche Wälzlager von mehr als einem Jahr bleibt eine kurzfristig anstehende Reparatur beispielsweise zunächst aussichtslos. Hier können wir den Kunden mit unserer Erfahrung oft helfen und die Wälzlager kurzfristig beschaffen.“ Auch eine flache Hierarchie und die direkte Kommunikation zwischen allen Bereichen ist dem Chef ein wichtiges Anliegen, um gute Leute zu halten und ihre Leistungen im Team auch wertzuschätzen: „Es gehört zu unserer DNA als Familienunternehmen, dass wir immer ein offenes Ohr für die Fragen und Sorgen unserer Angestellten haben.“
Emrich Welsing | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 06/2021

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