Beuchel Veranstaltungstechnik: Erfolg durch Kontinuität

Seit über 30 Jahren steht Beuchel Veranstaltungstechnik aus Dortmund für spektakuläre Events, kreative Konzepte und immer wieder neue Technologien. Mit Jannik Beuchel rückt nun die zweite Generation in die Geschäftsführung auf.

André Beuchel (re.) mit seinem Sohn Jannik (© Jan Heinze)
André Beuchel (re.) mit seinem Sohn Jannik (© Jan Heinze)

Firmengründer André Beuchel hat seit seinem Start in die Selbstständigkeit 1983 – damals noch als Einmannbetrieb für Mobil-Diskotheken – schon so manchen Rückschlag erlebt. Die Corona-Krise mit den pandemiebedingten Lockdowns 2020/21, durch die von heute auf morgen kurzerhand die gesamte Veranstaltungsbranche lahmgelegt wurde, setzte jedoch bislang ungekannte Maßstäbe. Dass das Dortmunder Unternehmen diese Krise relativ gut überstanden hat, ist wohl vor allem darauf zurückzuführen, dass der Betrieb sich über die Jahre in der Branche sehr fest etabliert hat und durch seinen zweiten Standort in Köln NRW-weit zu den führenden Anbietern von Veranstaltungstechnik zählt. Das spiegelt sich auch im Kundenkreis wider, dem überwiegend Industrie- und Gala-Kunden vom Mittelständler bis zur Aktiengesellschaft angehören, die teilweise schon seit über 20 Jahren regelmäßig mit André Beuchel und seinem 15-köpfigen Team zusammenarbeiten.

Vollausstatter für professionelle Events

Bei den unterschiedlich großen Events, die die Dortmunder europaweit betreuen, wird die Belegschaft festangestellter Mitarbeiter bedarfsgerecht durch ein eingespieltes Team qualifizierter Freelancer verstärkt, das sich dann um die Installation der Technik beim Kunden vor Ort kümmert. Als Full-Service-Anbieter mit einer übergreifenden Gewerkeverbindung sorgt Beuchel Veranstaltungstechnik dafür, dass bei Events jedes Formats – ob live, virtuell oder hybrid – stets alles rundläuft. So bieten die Dortmunder neben Licht- und Tontechnik auch aufwendige Videotechnik oder spezielle Messelösungen. Konferenztechnik und Bühnenbau runden das Leistungsspektrum ab. Darüber hinaus haben die Eventprofis für ihre Kunden jedoch auch eine beratende Funktion, dahingehend, wie man eine Veranstaltung auf ein neues Niveau heben und innovative Techniken effizient einsetzen kann. Aufgrund der langjährigen Expertise in der Betreuung von Veranstaltungen sämtlicher Größenordnungen verfügt das Beuchel-Team über ein umfassendes technisches Know-how und Kreativität bei der Entwicklung individueller Lösungen. Zur Unternehmensphilosophie der Dortmunder gehören außerdem eine hohe Flexibilität, falls sich beispielsweise einmal kurzfristig Änderungen im Veranstaltungsablauf ergeben sollten, sowie eine ausgeprägte Dienstleistungs-Mentalität und die 100-prozentige Erfüllung aller Anforderungen des Auftraggebers.

Stabswechsel: mit frischer Energie ins Jahr 2023

„Durch die Lockdowns in der Corona-Krise hatten wir ja unerwartet viel Zeit für Reflexion und Neuorientierung“, konstatiert André Beuchel. „Währenddessen haben wir uns aber natürlich nicht ausgeruht, sondern haben uns weiterentwickelt und geschaut, was wir in unseren Abläufen noch optimieren können“, erklärt der Geschäftsführer. „Vor der Corona-Pandemie fehlte uns hierfür immer die Zeit, da ging es Schlag auf Schlag von einem Projekt zum nächsten. Außerdem habe ich mich in diesen Monaten mit meinem Sohn Jannik abgestimmt, ob er bereit ist, langfristig die Leitung der Firma zu übernehmen.“ Für Jannik Beuchel stand schnell fest, dass er die Geschäftsführung des mittelständischen Betriebs von seinem Vater übernehmen möchte, wenn dieser sich in den nächsten Jahren sukzessive in den wohlverdienten Ruhestand zurückzieht. Nachdem der 29-Jährige seine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik im väterlichen Betrieb absolviert hatte, sammelte er zunächst zwei Jahre lang weitere Berufserfahrungen als Freelancer in der Veranstaltungsbranche, bevor er dann 2015 wieder ins Unternehmen zurückkehrte und dort nun als Projektleiter tätig ist. Nach seinem Eintritt in die Geschäftsführung übernimmt der Junior zunächst das administrative Geschäft, während André Beuchel sich weiterhin um den Finance-Bereich kümmert. „In der Zeit, als aufgrund der Corona-Lage noch keine Veranstaltungen in Präsenz stattfinden konnten, mussten unsere Mitarbeiter natürlich alle in die Kurzarbeit gehen“, erklärt André Beuchel. „Jannik hat sich derweil überlegt, wie wir uns optimal auf die Zeit vorbereiten können, wenn es wieder losgeht mit den Live-Veranstaltungen, und da ein paar sehr gute Strategien aufgestellt. Die Lockdown-Phasen haben wir unter anderen auch dafür genutzt, neues technisches Equipment anzuschaffen und das vorhandene Material zu warten bzw. aufzubereiten.“

Hybrid- und Online-Events im Trend

„Solange noch keine Veranstaltungen vor Publikum stattfinden durften, haben wir uns umfassend im Streaming-Bereich weitergebildet, damit wir vorbereitet waren, sobald die Kunden Online- oder Hybrid-Veranstaltungen durchführen wollten“, berichtet Jannik Beuchel. Dabei konnten sich die Dortmunder recht schnell auf die besonderen Anforderungen virtueller Event-Formate einstellen, denn sie verfügten schon über Vorerfahrung in diesem Bereich: „Wir haben bereits seit 2004 regelmäßig Veranstaltungen für die Deutsche Bank durchgeführt, wie beispielsweise deren jährliche Führungskräftetagung, an der dezentral an verschiedenen Orten zeitgleich zwischen 1.000 und 3.000 Personen teilgenommen haben und die damals noch via Satellit übertragen wurde“, blickt André Beuchel zurück. Dieses Veranstaltungsformat war damals noch ein Novum und technisch mit einem sehr hohen Aufwand verbunden, da zahlreiche Übertragungswagen benötigt wurden. Heutzutage ist es die moderne Videotechnik, die eine Betreuung von Veranstaltungen möglich macht, die an mehreren Orten simultan sowie als Kombination von Online- und Offline-Event stattfinden. Hybrid-Veranstaltungen, die sowohl vor Ort als auch per Liveübertragung im Internet besucht werden können, eröffnen insbesondere dem Online-Publikum zahlreiche Möglichkeiten der Interaktion wie z. B. Live-Chats oder Votings. Spätestens seit der Corona-Pandemie gehören Hybrid- und Online-Events zum Tagesgeschäft von Beuchel Veranstaltungstechnik. Dieser Trend hält auch jetzt weiter an, wo wieder Veranstaltungen vor großem Publikum möglich sind, da virtuelle Formate ein enormes Einsparpotenzial u. a. im Hinblick auf die Logistik und darüber hinaus oftmals eine höhere Reichweite durch größere Besucherzahlen bieten. Insbesondere Business-Veranstaltungen wie Meetings, Messen und Kongresse, Vorträge oder Workshops lassen sich gut online bzw. hybrid durchführen, bei Sportevents oder Konzerten wird es schon etwas schwieriger. „Selbstverständlich leben vor allem kulturelle Veranstaltungen von dem Face-to-Face-Kontakt, dem Live-Erlebnis vor Ort und der unmittelbaren Interaktion des Publikums mit dem Künstler, was sich im Streaming so nicht zu 100 Prozent umsetzen lässt“, erklärt André Beuchel. Das gilt natürlich auch für Karnevalsveranstaltungen, die das Beuchel-Team mittlerweile seit zehn Jahren regelmäßig mit großem Engagement vom Kölner Standort aus mit der entsprechenden Ton- und Lichttechnik betreut.

Energiekrise löst Corona-Pandemie ab

„Langsam los mit den Präsenz-Veranstaltungen ging es eigentlich erst im Karneval 2022, wo wir als eines der ersten Unternehmen unter Beachtung der aktuellen Hygiene-Vorschriften circa 20 Sitzungen vor Publikum durchgeführt haben“, fährt Geschäftsführer Beuchel fort. Besonders der diesjährige Sommer war für die Dortmunder sehr erfolgreich und im Hinblick auf die realisierten Projekte sogar noch umsatzstärker als im Vor-Corona-Jahr 2019. „Wir betreuen keine Festivals, sondern überwiegend Gewerbekunden und deren Veranstaltungen, aber auch öffentliche Institutionen, Verbände und Vereine“, beschreibt Jannik Beuchel. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Modebranche mit Kunden wie Peek & Cloppenburg oder Breuninger und Mode-Events wie die Vogue Fashion Night oder Platform Fashion. So kümmerten sich die Dortmunder z. B. um die komplette Technik für die Jubiläumsfeier zum fünften Geburtstag von Breuninger in Düsseldorf und bauten als Highlight für die Modenschauen eigens einen 70 Meter langen Laufsteg, der über einen See führte. Auch die 13.000 Quadratmeter große Dortmunder Arbeitswelt-Ausstellung DASA der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und -medizin nutzt Veranstaltungstechnik aus dem Hause Beuchel ebenso wie der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Dortmund. Selbstverständlich sind die Eventprofis auch für die Messe Dortmund sehr aktiv und betreuen hier regelmäßig Messen wie „Hund und Katz“ oder „Hund und Pferd“, aber auch Sport-Events wie die Bike Week in Willingen oder Wohltätigkeitsveranstaltungen wie das Weihnachtssingen im Dortmunder Signal Iduna Stadion gehören zu den Aktivitäten der Dortmunder. „Jetzt, wo Corona weitestgehend bewältigt ist, befinden wir uns leider schon wieder inmitten einer neuen Krise – nämlich der Energiekrise“, muss André Beuchel feststellen. „Das merken wir aktuell an der Auftragslage, dass die Unternehmen diesen Winter zurückhaltender sind und viele ihr Budget für Events reduziert haben.“

Ausbildungsbetrieb seit über 20 Jahren

Nachdem sie nun aber die Pandemie gut überstanden haben, wollen sich die Beuchels und ihr Team davon nicht unterkriegen lassen. Immerhin hat der Betrieb in den letzten drei Jahrzehnten ein beeindruckendes Wachstum hingelegt. Was einmal als Kleinbetrieb mit zehn Mobil-Diskotheken in Dortmund begann, ist heute ein international agierendes Unternehmen mit zwei Standorten und hunderten erfolgreich realisierten Projekten. Sowohl in technischer Hinsicht als auch unternehmerisch haben die Dortmunder häufig eine Vorreiterfunktion eingenommen. So zählt Beuchel Veranstaltungstechnik zu den ersten Unternehmen der Branche, die den eigenen Nachwuchs ausbilden, und ist bereits seit dem Jahr 1998 Ausbildungsbetrieb. „In 2021 ist einer unserer Auszubildenden zum besten Azubi seines Jahrgangs in NRW als Fachkraft für Veranstaltungstechnik ausgezeichnet worden“, freut sich André Beuchel. „Wir hatten in der Vergangenheit häufig mehrere Auszubildende parallel, momentan haben wir einen im Betrieb. Gerne würden wir weiteren Nachwuchs einstellen, finden aber oftmals einfach keine ausreichend qualifizierten Bewerber.“ Das liege vor allem daran, dass der Ausbildungsberuf zunehmend komplexer wird und die theoretische Ausbildung immer mehr Mathematik und Physik beinhaltet. „Während es vor zehn Jahren vielleicht noch möglich war, einen Hauptschüler zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik auszubilden, ist heute mindestens ein Realschulabschluss erforderlich, um die nötigen Vorkenntnisse zu haben“, erklärt André Beuchel. Auch dies ist eine der Herausforderungen, die es in den nächsten Jahren zu bewältigen gilt. Wie sich die Erfolgsstory des Unternehmens fortsetzt und der Kurs für die Zukunft aussieht, wird nun bald in den Händen von Jannik Beuchel liegen.
Miriam Leschke | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 06/2022

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