Gesunde Ernährung im Job: Eat for Success

Der Weg zur gesunden Ernährung ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Die sollten auch im turbulenten Arbeitsalltag umgesetzt werden, denn Food-Life-Balance ist ein Erfolgsgarant.
Foto: © artinspiring  – stock.adobe.com
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In Zeiten des Fachkräftemangels rücken auch Faktoren wie Wellness und Ernährung in den Fokus, um die Gunst der Arbeitnehmer zu gewinnen. Immer mehr Unternehmen locken auf ihren Recruiting-Seiten mit Gratis-Obst und kostenlosem Mineralwasser. Betriebsrestaurants mit Salatbar und frisch gekochten Speisen – darunter jeweils auch ein leichtes, vegetarisches Gericht zur Auswahl –fördern ebenfalls die Attraktivität des Arbeitgebers. Und das zahlt sich aus, denn wissenschaftliche Studien belegen den signifikanten Zusammenhang zwischen Ernährung und Leistungsfähigkeit. Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz ist ein Erfolgsfaktor: Die Vitalität gesunder Mitarbeiter gewährleistet Inspiration, Kreativität und Leistungsbereitschaft.

Work-Life-Balance & Food-Life-Balance

Work-Life-Balance ist in aller Munde. Wer auf Dauer gesund bleiben will, muss sich regelmäßig Ruhe und Entspannung gönnen. Ein gewisses Maß an Bewegung und Frischluft gehört ebenfalls dazu. Gepaart mit der Food-Life-Balance potenziert sich der positive Effekt. Der Berufsalltag ist oft geprägt von Stress und Termindruck. Das sollte aber nicht als Ausrede für einseitige und ungesunde Ernährungsgewohnheiten dienen. Wer seinen Magen mit Fastfood und Softdrinks zum Schweigen bringt, tut sich nichts Gutes. Der Körper schüttet vermehrt Insulin aus und nach einem kurzen Hoch fällt der Blutzuckerspiegel rapide ab. Kurz danach ist der Hunger größer als zuvor und das Nachmittagsloch raubt jegliche Energie. Frische, vollwertige und ballaststoffreiche Lebensmittel sind die bessere Alternative, denn sie lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen. Man fühlt sich länger gesättigt und das Nachmittagstief bleibt aus. Mit einfachen und naturbelassenen Zutaten, einem hohen Frischkostanteil und wenig Aufwand können alte Gewohnheiten durch ein gesundes Vitalfood-Konzept ersetzt werden. Der Anfang ist nicht schwer: Die richtigen Snacks in der Schreibtischschublade wie Obst- und Gemüseschnitze, Nüsse und Kerne sorgen für mehr Power und vermeiden Heißhungerattacken.

Wichtig: realistische Ziele setzen!

Ernährungsratgeber, Diäten und neue Food-Konzepte sprießen wie Pilze aus dem Boden. Auf gut Glück zu experimentieren, ist nicht das Vorgehen der Wahl. Selbst von der besten Diät profitiert niemand, der nach wenigen Wochen wieder in den alten Trott verfällt. Wer eine auf Dauer angelegte gesunde Ernährung anstrebt, sollte sich realistische Ziele setzen, denn das Mindset entscheidet ebenfalls über den Erfolg. Es geht nicht um den kleinen Riegel Schokolade am Nachmittag, die Tüte Chips im Kino oder das Stück Torte auf der Geburtstagsfeier. Es ist die Summe der „Sünden“, welche die Bilanz kippen lässt. Wer dagegen mehr und mehr Gesundes in Form von enzym- und vitaminreicher Frischkost in seinen Speiseplan integriert, frisch aufgeschnittenes Obst und Gemüse zwischendurch knabbert oder zweimal pro Woche das gewohnte Hauptgericht durch einen Salat ersetzt, beeinflusst die Bilanz bereits ins Positive. Schon kleine Veränderungen konsequent durchgezogen, machen auf lange Sicht einiges aus. Das daraus resultierende Plus an Wohlbefinden ist der beste Ansporn, die Ernährung eventuell sogar intensivier umzustellen.

Vorbereitung ist alles

Gemüse, Obst und Blattsalate enthalten viele Vitamine, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese wertvollen Vitalstoffe sind allerdings besonders hitzeempfindlich und werden beim Kochen weitgehend zerstört. Die Vorstellung, mittags in der Teeküche Möhren zu reiben, macht allerdings auch wenig Lust. Wer sein Essen zuhause vorbereitet, spart in der Mittagspause wertvolle Zeit und kann sich auf eine ausgewogene Mahlzeit freuen. Ein Avocado-Tomaten-Salat mit Olivenöl-Zitronendressing ist schnell gezaubert. Das Gleiche gilt fürs Antipasti-Hummus-Wrap oder die derzeit angesagten vegetarischen Bowls. Bei der Zusammenstellung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Als Faustformel gilt: Gemüse wie Brokkoli, Paprika oder Tomaten spielen die Hauptrolle in der Bowl. Dazu kommt grünes Blattgemüse wie Grünkohl, Spinat oder Mangold und eine Portion vollwertige Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Quinoa oder Vollkornnudeln. Proteinreiche Lebensmittel wie Linsen, Falafel, Tofu und Nüsse runden das Gericht ab. Damit die Bowl bis mittags knackig bleibt, sollte das Dressing erst vor dem Verzehr beigefügt werden.

Smoothies – grüne Allrounder

Flüssige Vitalstoffbomben sind die bequemste Form, deutlich mehr Frischkost zu konsumieren. Wichtig: In jeden Smoothie gehört auch eine Handvoll grünes Blattgemüse. Spinat, Mangold, Feldsalat & Co. punkten nicht nur durch sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sorgen auch dafür, dass das Kultgetränk nicht zu viel Fruchtzucker enthält. Das gesunde Elixier ist schnell zubereitet: Man nehme die grünen Blätter und mixe sie im Blender mit zwei Tassen Wasser, bis ein konsistenter grüner Saft entsteht. Dazu kommt eine Banane, ein Stück Mango oder reifes, einheimisches Obst wie Apfel oder Birne. Ein bis zwei Esslöffel Leinöl sorgen dafür, dass die Vitamine aufgeschlossen werden, und liefern darüber hinaus gesunde, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren. Ein letztes Mal alles zusammenmixen, in eine Flasche umfüllen, und der perfekte Pausensnack steht bereit.

Vitalkost ist Chefsache

Ernährungsbedingte Krankheiten werden immer häufiger diagnostiziert und verursachen lange Fehlzeiten. Dabei können Chefs in ihren Unternehmen Voraussetzungen für gesunde Ernährung schaffen. So lässt sich die Teeküche mit einem Blender ausstatten oder die Kantine entsprechend umstrukturieren und eventuell sogar mit einer Salatbar bereichern. Für den täglichen Vitalstoffkick sorgt ein Angebot an Gratis-Obst und -Gemüse. Diverse Anbieter liefern ihre Frischeboxen ins Büro, in die Werkstatt oder zur Baustelle. Übrigens: Krankenkassen unterstützen im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements auch im Handlungsfeld der gesundheitsgerechten Ernährung im Arbeitsalltag. Oder kochen Sie doch mal gemeinsam. Dies hat einen guten Nebeneffekt: Kollegialität geht durch den Magen – die Gruppe wird bei netter Atmosphäre zusammengeschweißt. Birthe Fiedler | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 04/2019