RAG Montan Immobilien: Zukunftsstandort Ewald in Herten

Die RAG Montan Immobilien hat inzwischen alle Grundstücke auf dem ehemaligen Verbundbergwerk Ewald vermarktet. Bilanz: über 1.500 Arbeitsplätze auf einem Vorzeigestandort mit hohem Freizeitwert.
Der Zukunftsstandort Ewald in Herten liegt direkt an der Autobahn 2. Auf dem 53 Hektar großen Areal des ehemaligen RAG-Verbundbergwerks Ewald ist ein Gewerbe- und Logistikstandort von europäischem Format entstanden (© aller Fotos: RAG Montan Immobilien, Fotograf: Thomas Stachelhaus)
Der Zukunftsstandort Ewald in Herten liegt direkt an der Autobahn 2. Auf dem 53 Hektar großen Areal des ehemaligen RAG-Verbundbergwerks Ewald ist ein Gewerbe- und Logistikstandort von europäischem Format entstanden (© aller Fotos: RAG Montan Immobilien, Fotograf: Thomas Stachelhaus)
Das 53 Hektar große Gelände der ehemaligen Zeche Ewald 1/2/7 ist komplett vermarktet: Ende 2020 hat die RAG Montan Immobilien das letzte freie Grundstück an den Fachsoftware-Hersteller Prosoz verkauft. Auf 7.200 Quadratmetern sollen Büros in Anbindung an das Wasserstoff-Kompetenzzentrum Herten entstehen. Gelungener Abschluss für das gut zwei Jahrzehnte währende Projekt Zukunftsstandort Ewald, das in vielerlei Hinsicht Vorreiter für andere Vorhaben in der Region war. In einer Rekordzeit von nur sieben Jahren war das Gelände im Süden Hertens nach der Stilllegung des Bergwerks im Jahr 2000 saniert und baureif gemacht worden.
Christoph Happe, zuständiger Vertriebler der RAG Montan Immobilien, betont: „Den Verkauf der letzten freien Fläche sehe ich als Bestätigung unseres nachhaltigen Anspruchs, ehemalige Industrieareale zu revitalisieren. Unsere Arbeit auf Ewald, die schon vor der Stilllegung des Bergwerks mit ersten Marktanalysen und Konzeptionen begann, haben wir damit erfolgreich zu Ende gebracht. Auch hier haben wir als Immobilientochter der RAG gezeigt, dass der Konzern die Region im Strukturwandel nicht alleine lässt.“ Der Verkauf des letzten Grundstücks markiert zugleich den Abschluss einer außerordentlich erfolgreichen Kooperation. Bereits 1999 hatten RAG Montan Immobilien (damals noch Montan-Grundstücksgesellschaft - MGG) und die Stadt Herten die Projektgemeinschaft Ewald 1/2/7 gegründet und damit die Weichen für die Reaktivierung des Zechenareals gelegt. Von Beginn an verfolgten beide Partner dabei eine ungewöhnliche Strategie: Sanierung, Herrichtung, Erschließung und Vermarktung der Fläche erfolgten parallel, sodass erste Ansiedlungen gerade einmal zwei Jahre nach der Zechenschließung vermeldet werden konnten. Und die Entwicklung folgte dem gemeinsam verabschiedeten Masterplan des italienischen Star-Architekten Cino Zucchi.
Michael Kalthoff, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien, ist überzeugt: „Alle an der Realisierung des Zukunftsstandortes Ewald Beteiligten sind von Anfang an mit großer Leidenschaft, Flexibilität und mit einer klaren Vision für die Zukunft an die Arbeit gegangen. Und genau das macht ein erfolgreiches Projekt aus, das Strahlkraft nicht zuletzt auch in die Region hat. Auf Grundlage des vorliegenden Masterplans hat die RAG Montan Immobilien mit dem Zukunftsstandort Ewald ein Quartier entwickelt, das wie kein zweites in der Region Vergangenheit und Zukunft miteinander verknüpft.“
Die zu Anfang der Entwicklung angepeilte Zahl von 1.000 neuen Arbeitsplätzen wurde bereits 2008 erreicht; mittlerweile sind vor Ort mehr als 1.500 Arbeitsplätze entstanden. Mitten in der größten Haldenlandschaft Europas ist ein Gewerbe- und Logistikstandort von europäischem Format entstanden.
Tatsächlich hat sich insbesondere das Wasserstoff-Kompetenzzentrum im nordöstlichen Teil des Geländes zu einem Projekt von internationalem Renommee entwickelt. Nukleus des Kompetenzzentrums ist das 2009 gegründete erste kommunale Anwenderzentrum „h2herten“. Hier wird mit dem Projekt „Windstromelektrolyse“ u.a. die Gewinnung von sogenanntem „grünen Wasserstoff“ möglich. Inzwischen nutzen zahlreiche spezialisierte Unternehmen die Technologie sowie die Büro-, Tagungs- und Technikumsflächen des Anwenderzentrums „h2herten“, dessen Gesamtfläche in den vergangenen zwölf Jahren auf 8.300 Quadratmeter angewachsen ist.
Von Anfang an hatte sich die inzwischen aufgelöste Projektgemeinschaft Ewald 1/2/7 mit ihren Projektleitern Bernd Lohse und dem früheren Hertener Stadtbaurat Volker Lindner bei der Entwicklung des Standortes auf die Ansiedlung von zukunftsfähigen Unternehmen aus den Bereichen erneuerbare Energien und zukunftsfähige Energieträger fokussiert. Und diese Strategie wird fortgesetzt: Im November 2020 kündigte das US-amerikanische Unternehmen Cummins Inc. an, auf Ewald eine Niederlassung zu errichten. Der Global Player, der u.a. auf Forschung, Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellen spezialisiert ist, hat europaweit mehr als 6.700 Mitarbeiter, sieben Produktionsstätten und 20 Vertriebsstandorte. In Herten will Cummins Inc. forschen, entwickeln und produzieren. Gestartet werden soll in der neuen Niederlassung laut aktuellem Plan im Juli 2021.
„Es ist fantastisch, einen Global Player wie Cummins auf Ewald aufzunehmen. Wir konzentrieren uns auf Innovation und die saubere Zukunft des Verkehrs“, sagt Hertens Bürgermeister Matthias Müller. „Der Schlüssel zum Erfolg am Zukunftsstandort Ewald liegt im umfassenden Angebot an Flächen, Beratung, Netzwerk und Unterstützung sowie dem engen Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft. Mit einem umfassenden Genehmigungsmanagement kümmern wir uns schnell um planungs- und genehmigungsrechtliche Voraussetzungen für gewerbliche Bauvorhaben und Ansiedlungen.“
Insgesamt stellt Ewald dem Sektor „Neue Technologien“ über 50.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Neben dem Fachsoftware-Hersteller Prosoz, der jetzt noch einmal um 7.200 Quadratmeter „erweitert“ wird, hat seit 2005 beispielsweise auch das weltweit agierende und auf industrielle Digitalisierung spezialisierte Unternehmen ISRA Vision Systems AG seinen Sitz in Herten. Neben der Hochtechnologie ist Ewald auch einer der wichtigsten Bausteine des interkommunalen Projekts „Last Mile Logistik“ der Städte Herten, Gelsenkirchen und Herne: Zwischen 2006 und 2008 haben sich auf insgesamt 18 Hektar des einstigen Zechengeländes sechs international tätige Logistikunternehmen mit rund 600 Mitarbeitenden angesiedelt, darunter mit der Prologis Germany Management GmbH der weltgrößte Eigentümer, Verwalter und Entwickler von Logistikunternehmen. Das Unternehmen nutzt allein auf Ewald 77.000 Quadratmeter Fläche.
Im Bereich der historischen Bestandsgebäude wiederum treibt die Zeche Ewald Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG seit 2015 mit der Motorworld Zeche Ewald-Ruhr ein ehrgeiziges Projekt voran, das Ewald auch als Eventlocation etablieren soll. Marc Baumüller, Geschäftsführer der Motorworld Zeche Ewald-Ruhr: „Im Kauen-Komplex mit der Lohnhalle passiert einiges, die Planung ist abgeschlossen, der Ausbau von Büro- und Eventflächen in vollem Gange. Darüber hinaus werden wir hier Gastronomie ansiedeln und sind bereits mit Partnern in Gesprächen.“
Und nicht zuletzt ist Ewald als Teil des Landschaftsparks Hoheward und mit dem RVR-Besucherzentrum in der ehemaligen Lohn- und Lichthalle in ein umfassendes Freizeitkonzept des Regionalverbands Ruhr (RVR) eingebunden. Nina Frense, Beigeordnete Umwelt und Grüne Infrastruktur beim Regionalverband Ruhr, ist sicher: „Der Landschaftspark Hoheward und der Zukunftsstandort Ewald sind von je her eng miteinander verbunden. Beide haben sich inzwischen zu einem der touristischen Anziehungspunkte in der Metropole Ruhr entwickelt. Auf dem ehemaligen Industrieareal zeigt sich beispielhaft, wie innovativ das Ruhrgebiet mit seinem industriellen Erbe umgeht.“
Insgesamt rund 30 Millionen Euro sind seit 2000 in die Reaktivierung des Zechengeländes und den Zukunftsstandort Ewald geflossen. Mehr als die Hälfte – 17,5 Millionen Euro – wurden allein in die Erschließung des Geländes investiert. Der ehemalige Ewald-Projektleiter Bernd Lohse bilanziert stolz: „Als privatwirtschaftliches Unternehmen hat die RAG Montan Immobilien über sechs Millionen Euro, davon allein 4,3 Millionen für die innere Erschließung, investiert. Aus abschließender Sicht eine erfolgreiche Investition in die Zukunft von Stadt und Region.“

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Ausgabe 02/2021

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