J. H. Laarakkers Rückbau und Recycling: Laarakkers macht nachhaltig Platz für Neues

Wiljan Laarakkers, Inhaber und Geschäftsführer der Laarakkers-Gruppe, im Gespräch mit REGIO MANAGER
Niedieck-Park Nettetal
Niedieck-Park Nettetal
REGIO MANAGER: Wenn man durch die Innenstadt von Düsseldorf spaziert, hat man das Gefühl, dass Sie an den meisten großen Bauprojekten beteiligt sind. Was macht einen Niederländer in Deutschland so erfolgreich, immerhin belegen Sie Platz zwei unseres Niederrhein-Rankings?

Wiljan Laarakkers: Wir sind ein grenzüberschreitend agierendes Unternehmen, das spezialisiert ist auf Rückbau, Bodensanierung, Recycling und Flächenentwicklung. 98 Prozent unseres Abbruchmaterials geht in die Wiederverwertung. Bereits 1997 haben wir ein Unternehmen in Rheinberg gegründet und machen mittlerweile 85 Prozent unseres Umsatzes in NRW. Deutsche Unternehmen haben sich als verlässliche Geschäftspartner erwiesen. Wenn man in Deutschland seine Arbeit gut und gründlich erledigt, kommen Folgeaufträge und der gute Ruf eilt einem dann am Markt voraus. NRW hat sehr viele Ballungsgebiete, wo viel Rückbau für neue Projekte erforderlich ist. Für uns ein echtes Eldorado!

REGIO MANAGER: Sie sind aber auch im Bereich der Flächenentwicklung am Markt aktiv.

Wiljan Laarakkers: Ja, seit 2008 übernehmen wir von Grundstückseigentümern auch das komplette Entwicklerrisiko. Da wir ja Experten beim Rückbau und bei der Bodenschadstoffsanierung sind, wissen wir genau, wovon wir sprechen, und können die Kosten – auch für Überraschungen, die der Boden manchmal in sich trägt – verlässlich einpreisen. Wir übernehmen vorzugsweise größere Flächen von Grundstückseigentümern, organisieren die Entkernung und den Abbruch. Anschließend recyceln wir den Bauschutt, sanieren den Boden und schaffen neues Baurecht. So haben wir ab 2011 in Nettetal das Niedieck-Gelände – eine alte innerstädtische Weberei – abgerissen, den Bauschutt nachhaltig recycelt oder entsorgt und den Boden gereinigt. Gleichzeitig haben wir neues Baurecht geschaffen, danach das Grundstück erschlossen und die parzellierten Flächen an private Häuslebauer und professionelle Bauträger veräußert. Dafür haben wir eine Flächenentwicklungsgesellschaft in Düsseldorf gegründet.

REGIO MANAGER: Rückbau von großen Industrie- anlagen ist ein weiterer Geschäftszweig von Ihnen?

Wiljan Laarakkers: Gemeinsam mit einem belgischen Partnerunternehmen haben wir die Laarakkers Democom GmbH gegründet. Das Unternehmen fokussiert sich neben dem Rückbau der unterschiedlichsten Industrieanlagen auch auf die Demontage von Kraftwerken und die Sanierung der dazugehörigen Grundstücke bundesweit. Die Energiewende in Deutschland führt dazu, dass mehr als 500 Kraftwerke in den nächsten Jahren stillgelegt werden. Ein Megaprojekt! Laarakkers ist eines der wenigen Unternehmen, die sich an solche riesigen Projekte wagen können. Der Abriss des Kühlturms ist spektakulär. Hierfür werden unsere größten Maschinen eingesetzt. Der Kran ist bis zu 55 Meter hoch. Maschinen, die über 150 Tonnen wiegen, so viel wie 100 Luxuslimousinen, werden dabei eingesetzt. Aktuell bauen wir das Kraftwerk Gera zurück.

REGIO MANAGER: Sie haben in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum.

Wiljan Laarakkers: Ja, wir wollten eigentlich in diesem Jahr unser 75-jähriges Jubiläum feiern. Das ist leider bedingt durch Corona ins Wasser gefallen. Schade für uns und unsere Mitarbeiter. Wir wollten es so richtig krachen lassen. Laarakkers wurde 1945 von meinen Großeltern als agrarisches Lohnunternehmen gegründet und konnte auch nach der Übernahme durch Vater und Onkel ein stetiges Wachstum verzeichnen. 1995 begannen wir, uns auf Abbruch, Recycling und Bodensanierung zu konzentrieren. 2001 haben mein Bruder Marcel und ich die Unternehmensführung übernommen. Wir haben das Unternehmen als Familienbetrieb immer weiterentwickelt, haben expandiert, neue Unternehmen gegründet und strategische Partnerschaften gebildet. Das geht nur mit einer einvernehmlichen Doppelspitze, wie mein Bruder und ich sie täglich leben. Heute haben wir mehr als 100 feste und 50 freie Mitarbeiter. Wir verstehen uns als eine große Familie, viele sind schon 20 oder 40 Jahre bei uns. Wir haben eine offene Unternehmenskultur und kümmern uns umeinander.

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Ausgabe 05/2020

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J. H. Laarakkers Rückbau und Recycling

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An der Neuweide 3,
47495 Rheinberg
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