Drees & Sommer: Cradle to Cradle in der Produktion:

Drees & Sommer erklärt das kreislauffähige Verfahren

Christian Könings, Associate Partner bei Drees & Sommer
Christian Könings, Associate Partner bei Drees & Sommer

Geplant, gebaut, als Bauschutt und Sondermüll entsorgt. Rund die Hälfte unseres Müllaufkommens entfällt auf Bau- und Abbruchabfälle. Tendenz steigend. Einen Ausweg aus der linear ausgerichteten Bauwelt bietet das Cradle to Cradle-Prinzip („von der Wiege zur Wiege“), kurz C2C. Hinter dem Konzept steckt ein kreislauffähiges Verfahren, bei dem Produkte, Prozesse und Gebäude so gestaltet werden, dass sie gesund für den Menschen und sicher für die Umwelt sind. Das bedeutet: Sie sind demontierbar, trennbar, recyclingfähig und darüber hinaus schadstoff- und emissionsarm. Erreicht ein nach dem C2C-Prinzip konzipiertes Gebäude das Ende seiner Lebensdauer, wird jeder Bestandteil in den technischen oder den biologischen Kreislauf zurückgeführt. So können eingesetzte Ressourcen potenziell unendlich in Kreisläufen zirkulieren und Gebäude werden zu Rohstofflagern. Erste Cradle to Cradle-Projekte sind z.B. die RAG Zentrale in Essen oder das erste Logistikzentrum für Levi Strauss. Immer mehr Bauherrn stellen hohe Nachhaltigkeitsanforderungen, um die Zukunftsfähigkeit und Rentabilität ihrer Immobilien sicherzustellen. „Dabei hört C2C nicht mit dem Gebäude auf: Viele Produkte oder Waren können nach dem Cradle to Cradle-Prinzip designed werden“, sagt Christian Könings, Associate Partner beim auf Bau und Immobilien spezialisierten Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE in Köln. „C2C in der Produktion steckt noch in den Kinderschuhen, aber bereits jetzt zeichnet sich ab, dass es die Zukunft der Produktion ist. Der Ruf nach einer nachhaltigen Produktion wird immer lauter: Laut GfK Nachhaltigkeitsindex fordern 68 Prozent der Befragten in Deutschland von Unternehmen, nachhaltig zu handeln. Auf dem kompetitiven Markt werden nur die Unternehmen überleben, die ihre Waren künftig auch nachhaltig produziert anbieten.“ Wird das Thema Nachhaltigkeit und C2C komplett durchgespielt, muss bis ins Produkt geschaut werden: Wie können Produkte sowohl nachhaltig hergestellt als auch am Ende ihrer Nutzungsdauer zurück in den Stoffkreislauf geführt werden? „Es ist an der Zeit, innovative Wege zu gehen. Mit unseren Experten aus unterschiedlichen Disziplinen unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Vision eines nachhaltigen Produkts in die Realität umzusetzen – angefangen beim Gebäude und der Produktionsanlage über Produktionsprozesse bis hin zum Endprodukt“, so Christian Könings. Drees & Sommer begleitet Bau- und Anlagenprojekte in der Produktion und Logistik als ein ganzheitlicher Lösungsanbieter – von der integralen Fabrikplanung über den digitalen Zwilling und Cradle to Cradle-Lösungen bis hin zum immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren (BImSchG). Dabei spielt für den Kölner Standort auch die günstige Lage in NRW eine wichtige Rolle: Im Herzen Deutschlands, des stärksten Wirtschaftsstandorts Europas, haben fast 40 Prozent der 50 umsatzstärksten deutschen Unternehmen ihren Sitz. Hinzu kommen zahlreiche namhafte internationale Unternehmen, die von hier aus ihre Deutschland- oder Europaaktivitäten lenken. Nicht wenige dieser Unternehmen sitzen in der Metropole Ruhr. Hier kennt man sich mit Transformationsprozessen aus. Die einst wichtigste Montanregion Europas strebt nun wieder eine Vorreiterrolle an: Die Metropole Ruhr hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, grünste Industrieregion der Welt zu werden. Wie kann das gelingen? Die Umsetzung des Cradle to Cradle-Prinzips in Produktion und Logistik kann dazu beitragen.

Ausgabe 03/2022