Urlaubsziele: Auszeit

Urlaub ist die schöne Zeit zwischen Nichtstun und Sich-etwas-Gutes-Tun. Wir haben ein paar Ideen, wie Führungskräfte im Urlaub auftanken können.
Beachvolleyball am Strand trägt auch zur Entspannung bei (Foto: Robinson)
Beachvolleyball am Strand trägt auch zur Entspannung bei (Foto: Robinson)
Warum in die Ferne schweifen? Das fragen sich wohl auch immer häufiger deutsche Urlauber, wenn es um ihre Ferienplanung geht. Eine repräsentative Befragung von YouGov, einer internationalen Data and Analytics Group, kommt zu dem Ergebnis, dass jeder fünfte Deutsche innerhalb der nächsten zwei Jahre nach Spanien reisen würde, konkret nach Andalusien. Auch die französische Normandie ist sehr beliebt. Nach Kalabrien in Italien möchten 16 Prozent der Befragten, 14 Prozent an die schottische Westküste. Erst dann werden weiter entlegene Wunschziele wie Great Smoky Mountains in den USA, Kaikoura in Neuseeland (jeweils zehn Prozent) oder Winnipeg in Kanada (neun Prozent) genannt. Neugierig auf unbekanntere Trendreiseziele wie Batumi in Georgien oder in die Provinz Buenos Aires zeigen sich hier die 18- bis 24-Jährigen. Zwei von fünf Deutschen (43 Prozent) beabsichtigen, ihren Urlaub in Deutschland selbst zu verbringen. Auffällig ist: Je älter die Befragten, desto beliebter ist der Urlaub in Deutschland. 32 Prozent der 18- bis 24-Jährigen favorisieren dieses Reiseziel im Gegensatz zu 43 Prozent bei den über 55-Jährigen. Dass ferne Urlaubsziele möglicherweise wenig attraktiv sind, hat zurzeit wohl auch mit der sogenannten Flugscham zu tun. Aus ökologischen Gründen wollten 29 Prozent der Deutschen im letzten Jahr auf Flugreisen verzichten, so das Ergebnis einer weiteren YouGov-Befragung. Im Urlaub geht es darum, die Energiereserven wieder aufzutanken, aus dem Trott rauszukommen, neue Ideen zu bekommen, abzuschalten. Das kann der eine, indem er sich auspowert, für den anderen ist es wiederum wichtiger, die Natur zu genießen oder sich bei Wellness-Anwendungen zu entspannen. Ein großes Thema ist aber auch die Urlaubszeit als bewusste Beziehungs- oder Familienzeit. Oftmals leiden der Partner und auch Kinder darunter, dass ein Elternteil im Beruf stark eingebunden ist. Sehr beliebt sind Fahrradtouren. Ein Klassiker: die Alpenüberquerung mit dem Rad. Die Herausforderung ist sportlich – sowohl für Mountainbiker als auch für Rennradfahrer, Reiseradler und E-Biker. Es gibt verschiedene Routen über die Alpen, ein klassischer Weg ist die Claudia Augusta. Hier gibt es geführte oder nur organisierte Touren. Das Abenteuer kann an die eigene Fitness und an persönliche Vorlieben angepasst werden. Geführte Touren werden nicht nur für einzelne Radtypen angeboten, sondern auch im Mix: So fährt sie mit dem Mountainbike über die Alpen, er mit dem E-Bike. Die Strecken sind zwar unterschiedlich, aber abends trifft man sich wieder im Hotel. Geführte Touren haben den Vorteil, dass sich vor Ort jemand um alles kümmert. Der Nachteil: Die Gruppe ist so schnell wie der langsamste Radler. Auch Wandern liegt im Trend. Das kann man auch beispielsweise wunderbar in Südtirol und den Dolomiten feststellen. Der Weg zu den drei Zinnen – deren Umrisse Vorlage für das Eis „Dolomiti“ bilden – ist ein Highlight, aber auch darüber hinaus gibt es viele Wander- und Themenwege. Spannend ist beispielsweise die Wanderung im Schatten des Ersten Weltkriegs: Lauf- und Schützengräber, Truppenstützpunkte und auch Fundstücke erzählen von den Gefechten 1915 bis 1917 zwischen Österreich und Italien. Auf den Höhenwegen können zudem sowohl geübte als auch nicht so geübte Wanderer die alpinen Persönlichkeiten des Weltkulturerbes der UNESCO kennenlernen. Rundum-sorglos-Pakete aus Sport, Strand und Party – das versprechen Cluburlaube. Eine Legende unter den Clubs ist der Club Jandia Playa auf Fuerteventura, der erste Robinson-Club überhaupt. Mittlerweile ist das Haus aufwendig renoviert und richtet sich nur an Erwachsene. Unter anderem werden an Aktivitäten Wassersport, Tennis, Beachvolleyball und Fitness angeboten. Auch abends ist mit Live-Musik, Party-Nächten und Abendshows für Unterhaltung gesorgt. Urlaubszeit ist Familienzeit. Statt in den Ferien zu Hause zu hocken, tauschen Sie doch das Haus mit einem Boot – Bootsurlaub mit der Familie. Es gibt unterschiedliche Anbieter und auch die Bootstypen variieren nach Größe und Komfort. Die meisten Boote können ohne Führerschein gesteuert werden. Sie sind komplett unabhängig und selbstbestimmt: Möchten Sie anhalten und eine Fahrradtour oder Besichtigungstour machen? Sie können die Tour planen oder sich einfach treiben lassen. Fahrt aufgenommen wird beispielsweise auf Mecklenburgischen Seen, in Elsass-Lothringen und auf der Mosel. Aber auch in Irland oder in der französischen Carmargue können Sie Hausboote mieten. Spa – das Entspannungszauberwort. Abschalten, die Welt draußen lassen und sie für eine Weile sich selbst überlassen. Denn hier geht es um Ihre Entspannung, Regeneration und um Ruhe. Es gibt viele erstklassige Wellnesshotels. Manche liegen in der Stadt, andere in idyllischen Landschaften, sodass der Naturgenuss ebenfalls nicht zu kurz kommt. Saunen, Massage-Anwendungen, Bewegungseinheiten, Ernährungsformen – die Auswahl ist jeweils riesengroß und es sollte nach persönlichen Vorlieben ausgewählt werden. Spirituelle Auszeit im Kloster. Die Möglichkeiten, in einem Kloster Ferien zu machen, sie ebenfalls vielfältig. Geht es Ihnen darum, wie ein Mönch oder eine Nonne zu leben und an deren Tagesablauf teilzuhaben oder möchten Sie sich lieber spirituell inspirieren lassen? Ist es hinter den dicken Klostermauern für Sie händelbar, auf WLAN zu verzichten, oder möchten Sie Ausflüge in die umliegende Natur machen? So bietet das Kloster Ettal mit seinem Klosterhotel in den Ammergauer Alpen beispielsweise Vier-Sterne-Hotelkomfort plus Spa-Bereich. Übrigens: Finnische Wissenschaftler haben in einer Langzeitstudie mit männlichen Führungskräften festgestellt, dass ein Urlaub Seele und Körper guttut. Und: Regelmäßiger Urlaub kann daher lebensverlängernd sein. Also: gute Reise! Karin Bünnagel | redaktion@regiomanager.de

Fotostrecke

Ausgabe 06/2019