Gibt’s nicht, gibt’s nicht

Die IPS Merchandise & Product Service GmbH gehört zu den Top Ten im Werbemittel-Geschäft. Das Sortiment der Mönchengladbacher reicht vom Kugelschreiber bis zur Kreuzfahrt. Einer ihrer zahlreichen zufriedenen Kunden heißt Vodafone.
Achim Lemmen und Uwe Erkes sind die Geschäftsführer von IPS (v.l.)
Achim Lemmen und Uwe Erkes sind die Geschäftsführer von IPS (v.l.)
Weihnachten – im Idealfall bedeutet das Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, wirbelnde Schneeflocken sowie selbst gebackene Kekse und wärmender Punsch. Doch es gibt einige wenige Menschen, die denken beim Wort Weihnachten auch an Hitze und blühende Natur. Zu diesen ganz besonderen Leuten gehören Uwe Erkes und Achim Lemmen. Denn für sie fällt der wichtigste Teil der „Weihnachtszeit“ in den Hochsommer, zumindest in beruflicher Hinsicht. „Wir bauen spätestens im August die digitalen Weihnachtsshops für unsere Kunden“, erklärt Uwe Erkes, einer der Geschäftsführer der IPS Merchandise & Product Service GmbH. Es sei eben für alle Beteiligten besser, wenn der Adventskalender nicht erst am Nikolaustag beim Adressaten ankomme, ergänzt sein Kollege Achim Lemmen und lächelt. Die Vorbereitungen auf die heiße Geschenke-Phase rund um den 24. Dezember bildet in der Werbemittel-Branche zwar traditionell einen Höhepunkt im Jahresgeschäft, doch das IPS-Team kann sich auch grundsätzlich nicht über mangelnden Auftragseingang beklagen – ganz im Gegenteil. Das Geschäft boomt, das Unternehmen konnte zuletzt ein Jahresvolumen von rund 25 Millionen Euro verzeichnen und gehört damit zu den Top Ten im Land. Rund 40 feste Mitarbeiter und bis zu 20 Teilzeitkräfte sorgen stets für einen reibungslosen Ablauf.

Vom Kugelschreiber bis zur Kreuzfahrt


Auch wenn sich unter dem Dach der IPS-Gruppe inzwischen auch Bereiche wie Ladenbau, Agenturgeschäft, Druck, Konfektion und Logistik finden, bilden Werbemittel für den Mittelstand und diverse Konzerne nach wie vor das klassische Kerngeschäft. Allerdings ist „Werbemittel“ ein sehr nüchterner Begriff für das, was das IPS-Team alles so auf Lager hat oder auf Wunsch individuell anfertigen lassen kann. Das Sortiment reicht vom Kugelschreiber – dem Werbegeschenk-Klassiker – über Poker-Sets, Tassen und Schirme bis zu Grills und Kaffeemaschinen namhafter Hersteller. Im Showroom auf der Firmen-Homepage, der zwar nur einen kleinen Überblick geben, aber immer wieder mit Neuheiten aufwarten kann, finden sich zudem lachende Weihnachtsmann-Figürchen, Duschradios in Entenform und für Laptops geeignete Trolleys. Nach oben sind in puncto Wertigkeit keine Grenzen gesetzt. Auch Luxus-Uhren aus der Schweiz oder komplette Kreuzfahrten sind bei IPS bestellbar. Und selbst Nespresso-Artikel gibt es, die außerhalb der Nestlé-Welt bekanntlich kaum zu bekommen sind. 90 Prozent der Artikel gehen „gebranded“ aus dem Haus, also mit dem Logo und dem Markennamen des jeweiligen Auftraggebers. So gewünscht, liefert IPS auch die entsprechenden Entwürfe. Vor allem große Kunden wollen nicht die Werbemittel „von der Stange“ haben. „Unser Motto lautet: Gibt’s nicht, gibt’s nicht“, betont Uwe Erkes. Wichtig sei einzig und allein, was der Kunde wünsche. „Unterschiedlichste Anforderungen erfordern unterschiedlichste Lösungen“, so der Geschäftsführer. Wer also ausgefallene Werbemittel sucht, die in Qualität und Design den Anspruch des jeweiligen Unternehmens, der Marke und der Produkte transportieren sollen, ist bei der IPS Merchandise & Product Service an der richtigen Adresse. Eigenentwicklung von Produkten für den Markt sind beispielsweise der „Gagbag“ – eine für ihr Design prämierte Geschenktüte mit Sound – oder der „NoBac“-Reinigungsschaum für Handys. „Was uns neben der Originalität unserer Produkte auszeichnet, ist unsere kompetente Full-Service-Betreuung, die dem Kunden die Arbeit abnimmt, ihn von Aufwand entlastet, aber zugleich kostenmäßig nicht überfordert“, sagt Erkes. Ob Bedrucken, Besticken, Gravieren, Personalisieren, Lagern, Konfektionieren oder Versenden – die erfahrene Belegschaft macht Wünsche professionell, zuverlässig und in kürzester Zeit wahr. Dabei bildet das B2B-Geschäft den weitaus größten Anteil. „Wir sorgen unter anderem dafür, dass unsere Kunden bei ihren Kunden mit originellen Präsenten punkten können“, beschreibt Achim Lemmen die Hauptaufgabe für sein Team.

Einer der größten Paket-Versender


Bis zu 2.000 Pakete verlassen an jedem Tag das fast 13.000 Quadratmeter große Areal. Damit ist IPS einer der größten Paketversender in der Region. Eine  ständige Versandbrücke vor Ort gewährleistet tagesaktuelle Lieferungen. Und die Zeichen stehen weiterhin auf Wachstum. „Unter anderem deswegen sind wir vor zwei Jahren von Krefeld nach Mönchengladbach gezogen“, erklärt Uwe Erkes den Wechsel. Denn in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 61 war nicht nur ausreichend Platz für das aktuelle Geschäft vorhanden, sondern es stand zudem auch noch ein Nachbargrundstück zum Verkauf. „Damit haben wir jetzt 5.000 Quadratmeter in Reserve. Auf diese Kapazitäten werden wir mittelfristig wohl auch zurückgreifen müssen.“ Dabei ist gesundes Wachstum oberstes Gebot: „Wir sind permanent in der Vorwärtsbewegung, ohne Traumschlösser zu bauen“, betont Erkes. Die Region zu verlassen kommt für ihn nicht infrage. Neben der persönlichen Verwurzelung sprechen für sie die hervorragende In-frastruktur und die hohe Dichte an Gewerbe und Industrie.
Ein Bummel durch die weitläufigen Lagerhallen im zentral gelegenen Gewerbegebiet ist beeindruckend. Auf langen Regalen stehen die Paletten, auf denen wiederum die verschiedensten Artikel zu finden sind. Im Hochregal-Lager sind die Spezial-Gabelstapler im Dauereinsatz. „Alles ist von uns vorfinanziert, Banken brauchen wir dafür nicht“, betonen die beiden Geschäftsführer. Der Kunde zahle erst bei Lieferung. Besondere Vertrauensverhältnisse bilden dafür den Rahmen. Und an Kundenbindung besteht bei der IPS Merchandise & Product Service GmbH kein Mangel. Die meisten Abnehmer halten dem Unternehmen seit Jahren die Treue, was in dem schnelllebigen Werbemittel-Geschäft keine Selbstverständlichkeit ist. Erkes und Lemmen verweisen voller Stolz auf eine hohe Kundenzufriedenheit von sagenhaften 99,1 Prozent. „Das kommt natürlich nicht von ungefähr, wir haben uns einen Namen erarbeitet“, sagen die beiden Profis unisono, die seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Branche tätig sind. Die Geschäftsführung zum Namedropping zu bewegen ist ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen. Diskretion wird bei den sympathischen Unternehmern eindeutig großgeschrieben. Allerdings fallen dem Besucher schnell die vielen Artikel in einem ganz bestimmten Rot auf. Und dazu können und dürfen Uwe Erkes und Achim Lemmen dann doch etwas sagen: „Vodafone Deutschland ist unser größter Kunde“, verraten sie. Für den Mobilfunk-Riesen kümmert sich IPS aber nicht nur um Werbemittel wie z.B. Badetücher, Feuerzeuge oder Sonnenspray. Sie liefert auch Poster, Flyer und Broschüren für die Vodafone-Shops. „Jedes Antragsformular, dass ein Kunde in einer deutschen Filiale in die Hand bekommt, stammt von uns“, sagt Achim Lemmen. Auch das Outfit der Vodafone-Mitarbeiter ist Sache der Mönchengladbacher Firma. „Wir kennen sogar die Kleidergrößen der Leute im Shop“, so Erkes. „Das ist nicht nur in Sachen ,gutes Aussehen ‘ wichtig, sondern spart dem Kunden auch echtes Geld.“ Denn wenn in einer Filiale  beispielsweise nur zierliche Damen arbeiten, könnten diese mit einer Lieferung von XXL-Shirts nichts anfangen. Sie müssten sie zurückschicken und auf Passendes warten. Das kostet nicht nur Zeit. Es ist nicht zuletzt diese Leidenschaft für Details, die dafür sorgt, dass das IPS-Team in der Branche die Nase sehr weit vorne hat. „Vor allem ich bin ich absoluter Datenfreak“, sagt Erkes. „Ich sammele alle Zahlen und Fakten, die ich bekommen kann.“ Die daraus resultierende Effizienz kommt natürlich auch den Kunden zugute. So konnten unter anderem die Retouren minimiert werden – durch eine Optimierung der Adressdaten. „Was wir verschicken, kommt an der richtigen Adresse an“, so Uwe Erkes. „Wir haben eine hohe Trefferquote.“ Der geschickte Einsatz der modernen Technik macht’s möglich. Sie erlaubt es auch, dass in der Verwaltung so gut wie kein Blatt Papier mehr bedruckt werden muss: Von der Bestellung bis zur Schlussrechnung läuft alles online.

Auch Notfälle sind kein Problem


Selbst absolute Notfälle stellen für IPS keine Probleme, sondern Herausforderungen dar. Das ist wichtig in einer Branche, die völlig von der internationalen Infrastruktur abhängig ist. Das gilt für den Straßenverkehr genauso wie für Transporte zu Wasser oder in der Luft. Achim Lemmen gibt ein Beispiel: „Was ist, wenn morgen ein Event stattfindet und der Lkw mit den dafür angeforderten Produkten brennt wegen eines technischen Defekts ab? Dann greift unser Notfallmanagement.“ Und das auch bei weniger dramatischen Anlässen. So kommt es z.B. immer mal wieder vor, dass ein Messe-Termin vom Kunden vergessen wird – der typische Fall von menschlichem Versagen. „Alles halb so schlimm“, beruhigt Lemmen. „Wenn wir es irgendwie möglich machen können, erreichen unsere Werbemittel auch dann noch rechtzeitig jeden Platz der Erde.“ Als ein großer deutscher TV-Sender ein „Havariekonzept“ vor einer seiner Veranstaltungen verlangte, konnte auch dieser Was-wäre-wenn-Plan von den Mönchengladbacher Fachleuten ohne Schwierigkeiten vorgelegt werden. Und falls wirklich mal alle sonstigen logistischen Stricke reißen sollten, setzen sich IPS-Mitarbeiter schon mal selbst mit entsprechendem Gepäck ins Flugzeug. Auch kurzfristige Textil-Wünsche können angenommen werden, weil das Unternehmen über mehrere Maschinen zum Besticken und Bedrucken sowie über Fachkräfte mit dem entsprechenden Know-how verfügt. Lemmen: „Wir haben zwar immer mal wieder überlegt, ob dieses Angebot überhaupt noch Sinn macht. Aber die praktische Erfahrung zeigt uns:  Unsere Kunden schätzen diese Art von Sicherheit. Deswegen halten wir diese Möglichkeiten auch in Zukunft vor.“ Bei extremer Zeitknappheit ist es außerdem hilfreich, dass viele Lieferanten noch in Deutschland sitzen, auch wenn das Gros der Waren im Werbemittelsektor längst aus Asien stammt. „In Fernost verfügen wir über beste Verbindungen und schauen dort auch selbst regelmäßig nach dem Rechten“, wie Uwe Erkes betont.
Ausgabe 03/2016