„Warnstreiks unnötig“

Metallarbeitgeber: Ausland hat kein Verständnis für Arbeitsniederlegungen

Bernhard Mecking, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie von Wuppertal und Niederberg
Bernhard Mecking, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie von Wuppertal und Niederberg
Als „völlig unnötig“ hat der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie von Wuppertal und Niederberg, Bernhard Mecking, die massiven Warnstreiks der IG Metall verurteilt. „Warnstreiks machen einen Tarifabschluss nicht leichter“, betonte Mecking. Im Ausland habe niemand Verständnis für Arbeitsniederlegungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft müsse wissen, dass Produktionsausfälle die internationalen Kundenbeziehungen empfindlich störten. Die IG Metall gefährde damit die weltweit anerkannte Lieferverlässlichkeit und -treue deutscher Unternehmen. Nach einer Umfrage der Metall-Arbeitgeber im Bergischen Land gehen in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze in der Produktion verloren. Demgegenüber wächst der Anteil der Produktion an ausländischen Standorten. Als einen der Hauptgründe nennen die Unternehmen die zuletzt stark gestiegenen Arbeitskosten. Die IG Metall müsse zudem erkennen, dass angesichts zunehmender weltwirtschaftlicher Risiken und sinkendem Vertrauen in die durch Sonderfaktoren gestützte Konjunktur in Deutschland die Perspektiven für die M+E-Industrie nicht besser würden. Die Arbeitgeber hätten mit der Vorlage eines alternativen Angebots ein ernstzunehmendes Signal für eine friedliche Lösung der Tarifrunde 2016 vorgelegt. Die Metallarbeitgeber und die IG Metall in NRW hatten sich am 13. Mai erst bei der fünften Tarifverhandlung auf einen Tarifabschluss geeinigt. Neben einer differenzierenden Wettbewerbskomponente als Wiedereinstieg in eine betriebsnähere Tarifpolitik sieht diese Tarifvereinbarung eine Tabellenerhöhung in zwei Stufen von 2,8 Prozent und 2,0 Prozent sowie eine Gesamtlaufzeit von 21 Monaten vor.
Ausgabe 04/2016