IHK Düsseldorf:

Dienstleister haben es in Europa weiterhin schwer
Dr. Gerhard Eschenbaum, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf
Dr. Gerhard Eschenbaum, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf
Eigentlich ist der Fall klar: Deutsche Unternehmen können nach der Grundidee des Europäischen Binnenmarktes ungehindert grenzüberschreitend Dienstleistungen anbieten und Mitarbeiter entsenden. Doch die Realität zeigt: Neu eingeführte Meldepflichten über unterschiedliche nationale Portale, wie zuletzt in Frankreich und Österreich, fehlende deutsche Sprachfassungen und lange Reaktionszeiten ausländischer Behörden machen den Gang ins Ausland schwer. „Wir sind sehr besorgt, dass die Grundidee des Binnenmarktes weiter ausgehöhlt wird“, so Dr. Gerhard Eschenbaum, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter der Außenwirtschaftsabteilung der IHK Düsseldorf. „Wir beraten inzwischen fast täglich über den Umgang mit diesen Vorschriften. Selbstverständlich helfen wir hierbei gern, aber noch besser wäre es, wenn die Firmen die Zeit für das Geschäft und nicht für Beratungsgespräche nutzen könnten.“ Von daher begrüßt die IHK grundsätzlich die aktuelle Initiative der EU-Kommission, nationale Portale durch ein EU-Portal zu ersetzen. In dieses könnten die national bereits vorliegenden Unternehmensdaten eingespeist und über eine „Dienstleistungskarte“ auch bescheinigt werden. „Das sollte aber schnell und einfach möglich sein und für die Unternehmen keine neuerliche bürokratische Belastung darstellen“, so Eschenbaum abschließend.
Ausgabe 04/2017