Kleidung fürs Image

Mit ihrer Kleidung repräsentieren Mitarbeiter ihr Unternehmen. Arbeitsschutz und Berufsbekleidung müssen aber vor allem gesetzlichen Regelungen und unausgesprochenen Dresscodes entsprechen.
Foto: © industrieblick – stock.adobe.com
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Handwerker in Flipflops? Lebensmitteltechniker im Jogginganzug? Gebäudereiniger im Business-Outfit? In der Arbeitswelt kann (un-)angemessene Kleidung über Erfolg und Misserfolg entscheiden oder unter Umständen sogar ein Risiko darstellen. Immerhin ist es in deutschen Führungsetagen kein Geheimnis, dass Kunden und Geschäftspartner von der Kleidung der Arbeitnehmer auf die Fähigkeiten des Arbeitgebers schließen. „Kleidung, die zum Firmenimage passt, war früher nur für sehr große Unternehmen von Interesse; nach und nach hat sie sich aber auch in vielen kleinen Betrieben etabliert. Das gilt sowohl hinsichtlich der Farben als auch der Ausrichtung“, sagt Dr. Andreas Marek, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Textil Service –
Wirtex e. V. Auf diese Weise repräsentieren die Mitarbeiter ihr Unternehmen und prägen dessen Außenwahrnehmung.
Die passende Berufsbekleidung zu finden, stellt für viele Unternehmer jedoch eine Herausforderung dar – schließlich müssen gesetzliche Regelungen eingehalten und unausgesprochene Dresscodes des Berufslebens erfüllt werden. Vor allem Schutzkleidung muss ganz bestimmten Anforderungen gerecht werden. Wichtig ist, dass sie stets voll funktionsfähig und intakt ist, damit sie den Arbeitnehmer auch wirklich schützt. „Heute entspricht Berufskleidung einer hochentwickelten Hightech-Kleidung. Für nahezu jeden Einsatzort und jede Tätigkeit gibt es ein spezielles Outfit, das die Arbeitsschritte unterstützt“, erklärt Marek. Persönliche Schutzkleidung (PSA) muss nicht nur aus formalen (gesetzlichen) Gründen richtig gewaschen und danach wieder aufbereitet werden. Auch ist es bei unsachgemäßer Pflege möglich, dass die PSA ihre Schutzfunktion de facto verliert und den Träger damit – meist unwissentlich – Gefahren aussetzt. Im Schadensfalle trägt der Arbeitgeber die Verantwortung dafür.

Schützend und modisch 


Die Schutzfunktion ist bei der Auswahl der passenden PSA das oberste Gebot, aber auch modische Aspekte spielen eine große Rolle.  „Die Berufskleidung schreibt eine textile Erfolgsgeschichte. Sie besteht seit Jahrhunderten, inspiriert Mode und wird von ihr inspiriert“, erklärt Dr. Andreas Marek. Paradebeispiel wie die Jeans oder die Cargohose seien heute in zahlreichen Kleiderschränken zu finden. „Die Designer moderner Berufskleidung hingegen verwenden dezent Anleihen aus der aktuellen Mode. So stammen besonders leichte und atmungsaktive Gewebe häufig aus dem Sportbereich", so Marek. Berufskleidung entspreche heute daher einer hochentwickelten Hightech-Kleidung. Egal ob Waldarbeiter, Sicherheits- oder Servicekraft, für nahezu jeden Einsatzort und jede Tätigkeit gibt es ein spezielles Outfit, das die Arbeitsschritte unterstützt.
Um die perfekte Kleidung für den jeweiligen Betrieb zu finden, sollte der Kunde zunächst ein Beratungsgespräch mit potenziellen Anbietern vereinbaren. Dabei werden der auszustattende Trägerkreis und seine Tätigkeiten bestimmt. Nicht selten bringt der Anbieter schon beim Erstgespräch Kleidungsteile mit, die zum jeweiligen Unternehmen passen. Ist die Kollektion ausgesucht, folgen begleitete Anproben mit den einzukleidenden Personen. Ob Sakko, Hose oder Rock – die Kunden haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Kleidungsteilen, die mit dem Firmenlogo versehen oder in ausgewählten Farben gehalten sind. Dank einer individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittenen Kleidung können die Mitarbeiter dann als Team auftreten. Welche Anforderungen an die Textilien gestellt werden, richtet sich unter anderem nach der Branche, in der sie zum Einsatz kommen sollen. Je nach Einsatzzweck ist es darüber hinaus ratsam, eine vorausgehende Gefährdungsanalyse durchzuführen, anhand derer die Klasse der Schutzkleidung ermittelt wird. Für Mitarbeiter, die hauptsächlich im Freien arbeiten, eignet sich Kleidung, die gut sichtbar ist und gleichzeitig vor schlechten Wetterbedingungen schützt. Bei Handwerkern muss sie vor allem robust sein und jede Bewegung flexibel mitmachen. Es sollte außerdem darauf geachtet werden, dass Taschen für Arbeitsutensilien wie Cutter-Messer oder Zollstock vorhanden sind. Erhältlich sind auch „Allround“-Kollektionen, die mit speziellen Schnitten und Farbkombinationen gleich in mehreren Handwerksberufen oder der Industrie eingesetzt werden können.

Casual-Businesslook gefragt


„Wir machen auch sehr gute Erfahrungen mit dem sogenannten ‚Casual-Businesslook’, also Hemd und Anzugjacke kombiniert mit einer gut gepflegten Jeans oder ein Feinstrickpullover zu Bluse und Rock“, erzählt Wirtex-Präsident Jürgen Gerdum. Dieses Outfit empfiehlt sich unter anderem für Kundenbetreuer in Autohäusern, die die Funktion von Mittelsmännern zwischen Reparaturwerkstatt und Servicepoint einnehmen. In Branchen wie der Gastronomie oder der Hotellerie setzen viele Unternehmen auf pflegeleichte Stoffe, damit die Kleidungsstücke auch nach mehrfachem Waschen einen hochwertigen Eindruck hinterlassen.
Ist das passende Modell gewählt, liefert der Anbieter die Textilien für den einzelnen Träger im Unternehmen. Sinnvoll ist es, die Kleidungsstücke für jeden Mitarbeiter in mehrfacher Ausführung zu erstehen. Schließlich können die Teile nicht zum Einsatz kommen, wenn sie gewaschen werden. Vor allem die Reinigung der Stücke stellt viele Unternehmen gerade in schmutzintensiven Branchen vor Probleme. Hier empfiehlt es sich, einen professionellen Anbieter zu beauftragen, eine regelmäßige normenkonforme und ressourcenschonende Aufbereitung in Hightech-Wäschereien durchzuführen. Davon profitieren auch die Mitarbeiter: Da sie die Berufskleidung nicht selbst waschen müssen, sparen sie Zeit und Geld. Auf diese Weise wird darüber hinaus vermieden, dass durch falsche Wasch-Methoden Schäden an den zum Teil empfindlichen Textilien entstehen.
Wer Berufsbekleidung benötigt, kann diese aber auch mieten. Textile Dienstleister entwickeln und liefern die Ware, kümmern sich aber oft ebenfalls um weitere Aufgaben. „Der Markt für Berufskleidung im Mietservice wächst stetig“, weiß Dr. Andreas Marek. So konnte die Textil- Service-Branche im Jahr 2014 insgesamt einen Umsatz von 3,24 Milliarden Euro erzielen – das sind 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gründe für die Kunden, einen Serviceanbieter zu beauftragen, seien recht unterschiedlich: „Zum einen zählt die Einheitlichkeit im Zuge eines Corporate Designs, zum anderen bieten Mietserviceanbieter ihren Kunden Kleidung, die allen gesetzlichen Vorschriften für Hygiene und Sicherheit entspricht“, so Marek weiter. Die Kosten lassen sich auch bei der gemieteten Kleidung schon im Vorfeld sehr gut kalkulieren und über die Nutzungsdauer verteilen. Wer auf langlebige Materialien setzt, spart auf lange Sicht Geld.
Obwohl der Online-Handel mit bequemen Einkaufsmöglichkeiten lockt, empfiehlt es sich insbesondere für regional verankerte Betriebe, sich an einen Anbieter in der Nähe zu wenden. Der unmittelbare Kontakt mit dem Lieferanten oder Dienstleister und kurze Wege sind wichtige Voraussetzungen für eine gute Geschäftsbeziehung.

Jessica Hellmann | redaktion@rhein-wupper-manager.de

Ausgabe 02/2016