Nachhaltigkeit für die Region

Gut sind die Produkte der Stadtwerke Erkrath – und so heißen sie dann auch. Als lokaler Anbieter für Gas, Strom, Wasser und Wärme setzt das kommunale Unternehmen auf regenerative Energien.
Energieeffizienz Wasserwerk Gruitener Straße
Energieeffizienz Wasserwerk Gruitener Straße
Wenn es um Nachhaltigkeit geht, haben die Stadtwerke Erkrath die Nase ganz vorne. Nicht nur, dass sie als regionaler Energieversorger auf ressourcenschonende Lösungen setzen; sie beauftragen mit Vorliebe lokale Unternehmen mit nicht selbst zu lösenden Arbeiten und motivieren ihre Kunden mit Sonderaktionen dazu, selbst in moderne Energie und Geräte zu investieren. „Unsere Gewinne fließen zurück in den städtischen Haushalt, aber auch durch die Kooperation mit ortsansässigen Unternehmen stützen wir die kommunalen Belange“, sagt Geschäftsführer Gregor Jeken. Das Augenmerk liege auf einer sinnvollen Wertschöpfungskette. „Außerdem unterstützen wir lokale Vereine und soziale Projekte.“

100 Prozent Ökostrom


Erst kürzlich wurde die Strom-Konzession für die nächsten 20 Jahre verlängert. „Das gibt uns Planungssicherheit, der Stadt, den Bürgern als Kunden und nicht zuletzt unseren Mitarbeitern.“ Dem eigenen Anspruch, 100 Prozent Ökostrom zu liefern, werden die Stadtwerke auch durch eigene Energieerzeugung gerecht. Ein eigenes Blockheizkraftwerk gehört ebenso dazu wie zahlreiche Photovoltaikanlagen auf eigenen Gebäuden und privaten Dächern im Stadtgebiet. Der harte Wettbewerb im Strommarkt mache es notwendig, modern zu bleiben, neue Ideen zu entwickeln und dabei nicht immer nur auf sich selbst zu schauen. „Agieren statt reagieren“ ist Jekens Motto, nicht abwarten, bis man vor der Wand steht, sondern die Probleme lange vorher erkennen. Deshalb hatte er bereits 2009 angefangen, als Stromanbieter nicht mehr nur Kunden in der eigenen Stadt anzusprechen, sondern regionale Produkte anzubieten – wenngleich Erkrath der Kernmarkt ist und bleibt. „Die Margen im Strommarkt sind für alle Anbieter rückläufig, da müssen wir neue Ideen entwickeln und Geschäftsfelder erschließen“, sagt Jeken. „Auch im Netzbetrieb rechnen wir mittelfristig mit Einbußen, die müssen ebenfalls irgendwie abgefangen werden – und nach Möglichkeit nicht mit permanenten Preiserhöhungen für unsere Strom-, Gas- und Wasserkunden.“
Ins eigene Gebäude wurde zuletzt massiv investiert. Die Arbeiten auf dem Gelände werden bald abgeschlossen sein, die Fassade zeigt schon einen neuen Glanz. Aber das Wesentliche ist von außen unsichtbar. Dank energetischer Sanierung konnten die Energiekosten um rund 15 Prozent gesenkt werden. Durch neue Pumpen im Wasserwerk wurde der Energieverbrauch sogar um über 50 Prozent gesenkt. Auch die eigenen Kunden werden immer wieder motiviert, in Energiesparmaßnahmen zu investieren: im vergangenen Jahr beispielsweise durch einen finanziellen Bonus für die Modernisierung von Heizungspumpen. In der Zukunft will Gregor Jeken noch ein weiteres Standbein etablieren: ein eigenes Glasfasernetz für die Breitbandversorgung in Erkrath. Ein erstes Projekt könnte dazu ein bestehendes Gewerbegebiet sein, das bald entsprechend ausgestattet werden soll. Die Businesspläne dazu befinden sich zurzeit in der Erarbeitung.

Das Unternehmen


Die Stadtwerke Erkrath sind eine 100-prozentige Tochter der Stadt. Zurzeit arbeiten rund 85 Festangestellte für den Energieversorger, dazu kommen saisonale Kräfte. Neben der Lieferung von Gas, Wasser, Strom und Wärme sind die Stadtwerke auch für den Betrieb des Neanderbades und der Erkrather Straßenbeleuchtung zuständig. Das Bad wurde vor zehn Jahren gebaut und wird durch ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach klimaneutral betrieben. Gemeinsam mit den Stadtwerken aus Heiligenhaus und Wülfrath bieten die Erkrather seit 2012 mit „NeanderEnergie“ Strom und Gas für die gesamte Region an, ohne sich dabei die jeweils eigenen Kernmärkte streitig zu machen. Außerdem partizipieren die Stadtwerke Erkrath seit diesem Jahr mit einem Minderheitsanteil am Zusammenschluss „Trianel Erneuerbare Energien“, der die Nutzung erneuerbarer Energie vorantreiben will und nachhaltige Energiekonzepte projektiert, umsetzt oder kauft.
Ausgabe 07/2016