Mitarbeiter digital für die Arbeitswelt 4.0 fit machen

An digitalen Prozessen kommt kaum ein Unternehmer mehr vorbei. Gerade in der Weiterbildung sind E-Medien oftmals praktisch für Mitarbeiter.
(Foto: ©Tomhanisch – stock.adobe.com)
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Die Digitalisierung ist in kaum einer Branche – ob jetzt im Mittelstand oder in Großunternehmen, mehr wegzudenken. Auffällig ist dennoch, dass in vielen Personal- und Kompetenzmodellen der digitale Bereich noch nicht berücksichtigt wird, moniert der Bundesverband Digitale Wirtschaft BVDW. Daher empfiehlt er in einer Broschüre u.a. die kreative und agile Methodenkompetenz zu schulen, um auf den digitalen Wandel zu reagieren. Und da sich technische Innovation, Plattformen und deren Nutzungs-Realitäten immer schneller verändern, sollten Unternehmer dafür sorgen, bei den benötigten Kompetenzen am Ball zu bleiben, beispielsweise über den Aufbau von Innovation Hubs. Eine Möglichkeit dafür sind auch digitale Weiterbildungen. „Das Selbstlernen ist in Zeiten der Digitalisierung erfolgreich weiterentwickelt worden“, erklären die Experten des „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“. Das Zentrum, kurz Kofa, wurde 2011 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gegründet, um kleinen und mittleren Unternehmen u.a. beim Finden und Halten von Fachkräften zu helfen. Unter dem Überbegriff E-Learning tummeln sich zahlreiche Varianten wie computerbasierte Selbstlernprogramme oder Videotrainings. Aber auch interaktive Formen von webbasiertem Lernen zählen die Experten von Kofa mit dazu, bei denen Lernende und Lehrende miteinander kommunizieren, wie etwa Webinare oder virtuelle Seminare oder kooperative Lernplattformen. Eine kostenlose Möglichkeit für Online-Trainings bieten sogenannte MOOCs (Massive open online courses), die in den vergangenen Jahren populär wurden. Sie kombinieren traditionelle Formate wie Videos mit Vorlesungen und Lesematerial mit interaktiven Übungen und Online-Tests und auch mit Foren, in denen sich Lehrende und Lernende austauschen können. Private Anbieter stellen MOOCs in Zusammenarbeit mit Universitäten normalerweise kostenlos zur Verfügung. Nur der Erwerb eines Zertifikats ist für Unternehmer mit Kosten verbunden. Diese Weiterbildungsform ist aus Sicht der Experten der Kofa für Mitarbeiter interessant, die ein Fernstudium zunächst einmal testen wollen.

Lernvideos und Webinare als wichtigste Weiterbildungsformate


Lernvideos und virtuelle Seminare bzw. Webinare sind für jeweils 73 Prozent der 300 befragten Personalverantwortlichen deutscher Firmen einer TNS infratest-Studie die wichtigsten Online-Formate für die Weiterbildung 4.0. Der Vorteil dieser Medien liegt laut der Studie im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt darin, dass Videos Prozesse und Anleitungen visuell darstellen können. ScreenCam-Filme, die die Bedienung von Software-Funktionen zeigen oder Tutorials zur Montage eines Bauteils sind Beispiele dafür. Außerdem halten knapp zwei von drei Befragten einen Online-Campus bzw. eine Online-Community für wichtig bis äußerst wichtig, da diese u.a. einen Kontakt zu anderen Lernenden ermöglicht und Lernunterlagen bereitstellt. Mit dem Boom von Smartphones und Tablets werden auch mobile Angebote für Unternehmer im Weiterbildungsbereich zunehmend interessanter. Mobile Learning hat den Vorteil, dass die Apps intuitiv bedient werden können, erklären die Experten des Arbeitskreises „Learning Solutions“ des Digitalverbands Bitkom in einem Whitepaper. Außerdem ist die mögliche ortsunabhängige Nutzung von Lerninhalten praktisch, wenn kein PC zur Verfügung steht. Mobile Learning eignet sich daher aus Sicht der Digital-Experten beispielsweise, „um Leerlaufzeiten zwischen Kundenterminen oder Wartezeiten zu nutzen“. Wenn sich Unternehmer für die Mobile-Learning-Variante entscheiden, sollten sie darauf achten, ihren Mitarbeitern die Lerninhalte „online und offline zur Verfügung zu stellen, damit die Bildungsaktivitäten wie Videos, Web Based Trainings unabhängig vom Internetzugang durchgeführt werden können“, raten die Experten. Als technischer Trend bei digitalen Weiterbildungen gilt laut den Bitkom-Experten mittlerweile HTML5 – „ein neuer Standard zum Anzeigen von Webseiten und Web-Applikationen, der von allen gängigen Browsern unterstützt wird und Medien wie Audiodateien, Videos oder Animationen ohne zusätzlich benötigte Plugins anzeigen kann“. Er wird auch häufig bei sogenannten „Web Apps“ eingesetzt, die direkt über die Website des Anbieters erreichbar sind. Durch mobile Endgeräte wird Mitarbeitern der Zugang zu Lerninhalten stark vereinfacht. Und diese können ohne Medienbruch direkt auf dem Gerät ihrer Wahl lernen. Wenn es darum geht, E-Learning-Inhalte u.a in Form von Videosequenzen, Testfragen, Quizzen oder auch Lernspielen aufzubereiten, hat es sich aus Sicht der Bitkom-Experten bewährt, diese in kleine, in sich geschlossene und leicht verständliche Teile, sogenannte Micro-Learning-Inhalte, aufzuteilen. Barbara Bocks | redaktion@rhein-wupper-manager.de

Ausgabe 08/2017