Komfort und Produktivität am Bildschirmarbeitsplatz. Das geht!

Trotz bestehender Arbeitsschutzregelungen sind viele Bildschirmarbeitsplätze in Deutschland nicht ergonomisch eingerichtet. Dabei bedarf es manchmal nur kleiner Anpassungen, um das zu ändern.

Wie oft haben Sie es schon von uns und anderen Experten gehört: Bewegungsmangel beeinträchtigt die Gesundheit. Dabei dreht sich das moderne Leben ums Sitzen: beim Essen, im Auto, vor dem Fernseher und natürlich am Arbeitsplatz.

Warnsignale ernst nehmen

Für beinahe alle Büromitarbeiter ist der Bildschirmarbeitsplatz zum individuellen Cockpit avanciert. Alle Tätigkeiten lassen sich zentral von dort aus steuern. Das Verlassen des Arbeitsplatzes ist nicht mehr nötig. Kombiniert mit äußeren Stressoren wie Zeitdruck, hohen Anforderungen und langen Arbeitstagen, kommt es bei Mitarbeitern verstärkt zu psychischen und physischen Problemen.

Jeder Mensch reagiert auf Stress-Situationen anders. Neben psychischen Symptomen wie Nervosität oder Schlaflosigkeit äußert sich Stress durch verschiedene körperliche Probleme wie Nacken-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Durch eine falsche Sitzhaltung vor dem Bildschirm und wenig Erholungsmomente werden die Probleme noch verstärkt. Diese Warnsignale des Körpers dürfen nicht unterschätzt werden. Nur derjenige, der auf seinen Körper hört, bleibt langfristig gesund und leistungsfähig.

Produktivitätssteigerung durch Wohlbefinden

Um einen Arbeitsplatz zu schaffen, bedarf es mehr als nur eines Schreibtischs, PCs und eines Stuhls. Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Wohlgefühl und Produktivität. Viele Studien kommen zu den gleichen Ergebnissen. Produktivitätssteigerungen von bis zu zehn Prozent sind möglich, wenn sich Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohlfühlen (Vink und De Korte, 2008). Dieses Ergebnis ist Grund genug, um die Einrichtung von Arbeitsplätzen kritisch zu betrachten.

Tipps für einen ergonomischen Arbeitsplatz

Wichtig bei der Büroarbeit ist Abwechslung und Bewegung. Gute ergonomische Produkte können dabei helfen, sich Bewegungsfreiheit und Komfort bei der Büroarbeit zu schaffen. Sie passen sich einerseits den Bedürfnissen des Körpers an. Andererseits animieren sie zu mehr Bewegung und Haltungswechseln.

Zu beachten sind die folgenden Kriterien:

Die Höhe des Bürostuhls ist ideal, wenn die Füße flach auf dem Boden stehen und die Knie einen Winkel von mindestens 90 Grad bilden.

Die Schreibtischhöhe sollte bei aufrechter Sitzhaltung so eingestellt sein, dass Unter- und Oberarm einen rechten Winkel bilden, während Hand und Handgelenk entspannt auf der Tischplatte aufliegen können.

Sollte sich der Schreibtisch in der Höhe nicht verstellen lassen, können zusätzliche Fußstützen helfen. Diese sollten mindestens 45 cm breit sein.

Der Abstand zum Bildschirm sollte in etwa, in Abhängigkeit von der Zeichengröße, eine Armlänge betragen (60–70 cm). Der Blickwinkel auf die Bildschirmmitte sollte bei etwa -35 Grad zwischen Null-Linie (verlängerte Augenhöhe) und Blickrichtung liegen.

Ideal ist die Verwendung eines elektrisch verstellbaren Sitz-Steh-Tisches. Wichtig ist es, den Anwendern eine Produktschulung zu geben. Der Nutzen eines Sitz-Steh-Tisches ist nur dann gegeben, wenn zu gleichen Teilen gesessen wie gestanden wird.

Telefongespräche und Meetings sollten abwechslungshalber im Stehen geführt bzw. abgehalten werden.

Ausrichtung von
Arbeitsmitteln

In Büros wird noch viel mit Papier gearbeitet. Dokumente und andere Arbeitsmittel sollten in einer Linie vor dem Bildschirm auf einer schrägen Fläche abgelegt werden. Damit vermeidet man unnötige Bewegungen des Kopfes nach links und rechts. Ausladende Greifbewegungen sollten ebenfalls vermieden werden. Wichtig ist es, alle Hilfsmittel wie z. B. die Computermaus eng am Körper zu führen.

Weitere Tipps für die optimale Arbeitsplatzgestaltung können auf der Internetseite von BakkerElkhuizen unter www.bakkerelkhuizen.de nachgelesen werden.

Ausgabe 09/2017