Immobilienwirtschaftmesse Expo Real feiert Rekord

Immo-Branche stark und achtsam: 2.003 Aussteller und mehr als 41.500 Teilnehmer
Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel auf der Expo Real 2017 (Foto: Michael Gstettenbauer)
Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel auf der Expo Real 2017 (Foto: Michael Gstettenbauer)

Die Immobilienwirtschaftmesse Expo Real, die Anfang Oktober in München stattfand, toppte alle bisherigen Rekorde: 2.003 Unternehmen, Städte und Regionen aus 35 Ländern stellten aus – 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Stimmung in der Branche ist positiv und gleichzeitig achtsam. Wie ist es um die Immobilienbranche in der Landeshauptstadt bestellt? Das wollten 400 Interessierte wissen, als sie den Vortrag von Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel besuchten. Schließlich wird der Rheinmetropole bis 2030 ein Wachstum auf 660.000 Einwohner prognostiziert. Mit dem „Aktionsplan Wohnen“ hat sich Düsseldorf zum Ziel gesetzt, jedes Jahr 3.000 neue Wohneinheiten zu errichten. In diesem Jahr wird Planungsrecht für rund 2.900 Wohneinheiten geschaffen, 2018 für rund 3.400 und 2019 noch einmal für 3.600 Wohneinheiten. Oberbürgermeister Geisel: „Ich habe vor genau drei Jahren an dieser Stelle gesagt, dass wir den völlig danieder liegenden geförderten Wohnungsbau ankurbeln müssen. Mit dem jetzt vereinfachten und konsequent umgesetzten ‚Handlungskonzept Wohnen‘ haben wir den Schalter umgelegt!“ Damit einher geht eine dramatische Steigerung der Fördersummen im geförderten Wohnungsbau. Als Mittelabruf sind für 2017 zirka 70 Millionen Euro und für 2018 zirka 73 Millionen Euro geplant. Die Immobilienbranche boomt also in der Landeshauptstadt. Die Veranstalter der Expo Real überrascht das nicht, auch sie verzeichnen eine Rekordbeteiligung. „Die Expo Real 2017 bestätigt mit einer Rekordbeteiligung ihre Position als führender Branchentreffpunkt in Europa: 2.003 Aussteller bedeuten ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mehr als 41.500 Teilnehmer ein Plus von etwa 6,1 Prozent“, berichtet Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München. „Die Rekordbeteiligung spiegelt die starke Entwicklung der Immobilienwirtschaft wider. Die Messeteilnehmer sind sich zugleich der vielfältigen Einflussfaktoren auf den bisherigen Boom bewusst.“

Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen


Vor allem die niedrigen Zinsen befeuern die starke Entwicklung – und eine Kehrtwende ist aktuell nicht in Sicht. Das bestätigt auch Prof. Clemens Fuest vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung: Zwar werde „die aktuelle wirtschaftliche Erholung in der Eurozone die Zinsen langsam ansteigen lassen, aber die hohe Verschuldung und die hohe Sparneigung stehen einer durchschlagenden und zügigen Zinswende entgegen“. Nobelpreisträger Prof. Joseph Stiglitz erklärte: „Der Grundkonsens, der das Wirtschaftswachstum im Westen begleitet hat, geht in die Brüche. Das trägt zur heutigen globalen Unsicherheit bei. Die geo- und geldpolitischen Veränderungen werden grundlegende Auswirkungen auf Wachstum und Stabilität haben.“

Das neue REIN Forum: Turbo für die Digitalisierung


„Wir haben mit dem neuen Real Estate Innovation Network (REIN) unser Ziel erreicht“, erklärt Claudia Boymanns, Projektleiterin der Expo Real. „Start-ups und etablierte Unternehmen waren im intensiven Austausch - und die Qualität der digitalen Produkte und Services war wirklich beeindruckend.“ Wolfgang Moderegger, Gründer und Initiator des Real Estate Innovation Network, ergänzt: „Die Gründer boten einen Überblick zu neuen Technologietrends – und zwar für alle Bereiche in der Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft.“ Umgekehrt nutzten die Gründerunternehmen die Expo Real, um ihr Netzwerk zu potenziellen Kunden auszubauen. REIN hatte im Vorfeld 700 internationale Start-ups identifiziert und die 25 besten auf die Messe geholt, um sie mit etablierten Immobilienunternehmen zu
vernetzen. Manuela Liefländer | redaktion@rhein-wupper.de

Ausgabe 08/2017