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Serie – 10 Tipps: Gute Vorsätze umsetzen

Den inneren Schweinehund besiegen

Wetten, dass es auch 2018 wieder so sein wird? Im Januar und Februar sind Fitnessstudios knallvoll. Im März wird‘s schon weniger und ab April trifft man nur noch das Stammpublikum. Viele Leute nehmen sich fürs neue Jahr vor, mehr Sport zu treiben – und halten es dann doch nicht durch. Auch andere gute Vorsätze, wie den Stress reduzieren, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen oder sich gesünder zu ernähren, scheitern schon oft nach kurzer Zeit. Das ist schade. Und man wird nie richtig zufrieden. Wir geben Ihnen ein paar Tipps, wie Sie mit gezielter Planung und einigen Tricks Ihre guten Vorsätze auch in die Tat umsetzen können. Das gilt natürlich auch für gute Vorsätze im Berufsleben.



1 IHRE SACHE

Die Hauptsache ist, dass Sie sich Dinge vornehmen, die SIE wirklich wollen. Sie müssen von Ihrem Vorsatz überzeugt sein. Lassen Sie sich nicht von den Medien, von gesellschaftlichen Zwängen oder von Ihrer nahen Umgebung zu sehr leiten. Es nutzt nichts, wenn vielleicht die Partnerin wünscht, dass Sie mit dem Rauchen aufhören oder mehr Sport machen, Sie selbst aber gar nicht motiviert sind, diese Ziele zu erreichen. Da ist das Scheitern schon vorprogrammiert. Tipp: Nehmen Sie sich nur das vor, was Sie wirklich ändern wollen. Manchmal ist die Zeit noch nicht richtig reif – vielleicht muss der Leidensdruck noch wachsen oder die Konkurrenz entfacht in Ihnen den aufrichtigen Wunsch nach Veränderung.

 

2 POSITIV FORMULIEREN

Gute Vorsätze sollen ein Ansporn sein und Sie motivieren. Das gelingt am besten, wenn Sie Ihre Ziele positiv formulieren. Sagen Sie nicht: „Ich will nicht mehr rauchen“ oder „Ich verzichte aufs Rauchen“, sondern besser: „Ich nehme mir die Freiheit, nicht mehr rauchen zu müssen.“ Guter Vorsatz zu einem ganz anderen Thema: „Ich werde weniger arbeiten, um mehr Zeit für mich zu haben.“ Auch gut: „Ich werde meine Freizeit mehr genießen.“ Positive Formulierungen fördern eine positive Einstellung: Ihr guter Vorsatz soll schließlich keine Bestrafung oder Selbstkasteiung sein, sondern er soll Sie nach vorne bringen. Sie wollen letztendlich doch mehr Lebensqualität, Zufriedenheit und Erfolg. Tipp: Formulieren Sie Ihr Ziel mit Ihren eigenen Worten. Mit Worten werden Sie bestimmte Assoziationen und Emotionen verbinden. Das stärkt Ihr Bewusstsein und führt Ihnen das Ziel immer wieder vor Augen.

 

3 WERDEN SIE KONKRET

Wenn gute Vorsätze zu schwammig formuliert werden, fehlt oft der Anreiz, sie auch in die Tat umzusetzen. Oder man verliert das Ziel zu schnell aus den Augen, weil man den Weg nicht vorüberlegt hat. Lautet der Vorsatz z.B. „mehr Sport treiben“, ist es hilfreich, gleich konkrete Ziele mit einzuplanen: „Ich möchte mehr Sport treiben und werde jeden Mittwoch um 18 Uhr ins Sportstudio gehen.“ Es ist gut, sich zu überlegen, mit welchen Methoden man seinen Vorsatz umsetzen will. Thema Stressreduzierung: Klappt das nur mit weniger arbeiten? Oder ist es vielleicht besser, täglich eine halbe Stunde Meditation einzuplanen? Und Ihr Business-Englisch verbessern Sie auch nicht von allein, hier sollten Sie einen konkreten Sprachkurs buchen – je nach Präferenz als Online- oder Präsenzkurs. Tipp: Überlegen Sie sich einen Plan B für den Fall, dass Sie mal keine Zeit fürs Sportstudio, fürs Meditieren oder für den Sprachkurs haben. Können Sie das an einem anderen Tag nachholen? Alternativ am Wochenende einen anderen Sport treiben? Oder einen Film im englischen Originalton anschauen?

 

4 MEILENSTEINE FESTLEGEN

Nehmen Sie sich nicht zu viele Ziele auf einmal vor. Und setzen Sie sich realistische Ziele. Planen Sie kleine Schritte und legen Sie Meilensteine als Ankerpunkte fest. Wenn man sein Teilziel erreicht, freut man sich und bekommt Lust, weiterzumachen. Das gibt Kraft und setzt neue Energie frei. Tipp: Das haben Sie sich verdient: Feiern Sie Ihren Erfolg, wenn Sie einen Meilenstein geschafft haben. Rituale beflügeln: Vielleicht mögen Sie einen bestimmten Spruch des Eigenlobes. Oder Sie klopfen sich selbst vor dem Spiegel auf die Schulter. Und/oder Sie belohnen sich mit Dingen, die Ihnen Spaß machen wie ein Restaurantbesuch, Shoppen oder ein Wellness-Wochenende.

 

5 NICHT SELBST BOYKOTTIEREN

Vermeiden Sie, sich selbst ein Bein zu stellen. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl und Ihre Stimme aus dem Unterbewusstsein: Das ist jetzt keine Küchenphilosophie. Es geht darum, dass Sie Ihre innere Einstellung und Ihre Gedanken auf den Prüfstand stellen. Kann es sein, dass Ihr guter Vorsatz von einem Glaubenssatz torpediert wird? Haben Sie bestimmte Vorurteile, schlechte Erfahrungen gemacht oder Zweifel, die Ihrem Ziel im Wege stehen? Wenn Sie beispielsweise denken, „Abnehmen bedeutet Selbstkasteiung“ oder „Verzicht auf Genuss“, dann boykottieren Sie innerlich Ihren guten Vorsatz. Tipp: Kontrollieren Sie besonders in den ersten Wochen regelmäßig, ob die Umsetzung Ihres guten Vorsatzes klappt. Was ist Ihnen gelungen? Was nicht? Woran hapert es? Welche Steine liegen im Weg und müssen noch beseitigt werden? Ideal wäre es, wenn Sie täglich Ihr „Erfolgstagebuch“ führen könnten.

 

6 DAS RICHTIGE ZEITMANAGEMENT

Moderne Zeitmanagement-Theorien besagen, wir müssen nicht die Zeit managen, sondern uns selbst. Voraussetzung ist, dass wir uns über unsere individuellen Ziele bewusst werden. Und dass wir uns Zeit für unsere wichtigen Ziele nehmen. Das heißt, um Ihre guten Vorsätze in die Tat umsetzen zu können, brauchen Sie Zeit. Planen Sie im Terminkalender Zeit ein für Ihre Aktivitäten, die Sie zum Ziel führen sollen. Denken Sie auch an die Zeit für Ihr „Erfolgstagebuch“.  Tipp: In den ersten 72 Stunden nach dem „Startschuss“ sollte eine erste Aktion oder Maßnahme in die Tat umgesetzt werden. Studien haben gezeigt, dass die Anlaufphase eines Projektes nicht länger sein darf. Sonst sinkt die Chance, das Ziel jemals zu erreichen.

 

7 VERBÜNDETE UND HELFER

Zu zweit oder in der Gruppe lässt sich der innere Schweinehund meist leichter besiegen. Suchen Sie sich Mitstreiter. Ansporn und Motivation bieten auch Personen, die Ihr Ziel schon erreicht haben und die Ihnen wertvolle Tipps geben können. Vielleicht ist zu Beginn auch eine professionelle Unterstützung nötig. Man kennt das aus dem Sport: Ein Personal Trainer bringt einem die richtige Trainingsmethode bei und macht einem Beine. Checken Sie grundsätzlich Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen und überlegen Sie, ob Sie sich vielleicht bestimmtes Know-how erst aneignen müssen.  Tipp: Je nachdem welcher Typ Sie sind, ist es vielleicht hilfreich, Freunden und Vertrauten von Ihrem guten Vorsatz zu erzählen. Diese werden wahrscheinlich ab und zu nachfragen, wie Ihre Umsetzung klappt. Das erzeugt einen gewissen sozialen Druck, der aber auch das Durchhaltevermögen bestärken kann.

 

8 BLOSS KEIN STRESS

Stress abbauen und Stress vermeiden ist für viele Menschen das Thema Nummer eins. Egal, welchen guten Vorsatz Sie haben – wichtig ist, dass Sie sich bei der Umsetzung keinen Zusatzstress machen. Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck. Die meisten guten Vorsätze betreffen langfristige Ziele – bei denen Sie Ihre Gewohnheiten ändern müssen. Jahrelange Gewohnheiten ändert man nicht ruckzuck.  Tipp: Kleine Schritte führen auch zum Ziel. Beim Sport weiß jeder: Ein langsames Aufbautraining ist nötig und man steigert sich peu à peu. Auch in den meisten anderen Bereichen ist es sinnvoller, ausdauernd am Ball zu bleiben.

 

9 LANGER ATEM NÖTIG

Wie in Tipp 8 erwähnt, sollten Sie sich Zeit nehmen für Ihre guten Vorsätze. Ein realistischer Zeitplan ist dabei hilfreich. Ihre Meilensteine markieren die Etappenziele – überlegen Sie sich, ob Sie wöchentlich, monatlich oder im Quartal einen Zwischenstand haben wollen. Kalkulieren Sie auch ein wenig „Luft“ fürs Nichtstun ein. Je größer und umfangreicher Ihr Ziel, desto langfristiger sollten Sie planen. Ein Jahresausblick ist wahrscheinlich sinnvoll. Was soll Ende des Jahres konkret anders sein? Tipp: Mögliche Rückschläge sollten Sie nicht völlig aus der Bahn werfen. Gute Vorsätze dürfen auch mal gebrochen werden – aber nach einem Ausrutscher sollten Sie Ihr Ziel weiterverfolgen.

 

10 FÜHRUNG MIT VORSATZ

Wer sich als Führungskraft gute Vorsätze vornimmt, muss die Mitarbeiter mit ins Boot holen. Hören Sie aktiv zu, das heißt, nehmen Sie Fragen, Einwände und Argumente zur Standortbestimmung wahr. Verbessern Sie gleichzeitig Ihren Informationsfluss, indem Sie Informationen, Daten und Fakten im betreffenden Mitarbeiterkreis oder in der Abteilung transparent machen. Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen und steigern Sie deren Eigenverantwortlichkeit. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass Sie entlastet werden und mehr Zeit für Ihre Managementaufgaben haben. Tipp: Loslassen fällt Führungskräften oft schwer. Aber wenn Sie Ihre Mitarbeiter richtig coachen, werden Sie entlastet und haben Zeit für andere Aufgaben – und für weitere gute Vorsätze. Claudia Schneider | redaktion@regio-manager.de

Ausgabe 10/2017