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Nach dem Regen scheint auch wieder die Sonne

Die Fahrradindustrie hofft auf ein gutes Jahr 2017, nachdem das Jahr 2016 als kleiner Verkaufszahlen-Ausrutscher zu sehen ist. Der Umsatz steigt jedoch weiterhin und der Fachhandel bleibt Ansprechpunkt Nummer eins bei den Kunden.

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von Regiomanager 01.04.2017
Über zwei Drittel aller Fahrräder werden im Fachhandel gekauft(Foto: © industrieblick – stock.adobe.com)

„2016 war ein schwieriges Jahr für die deutsche Fahrradindustrie. Die Branche ist stark von den Witterungsbedingungen während der Fahrradsaison abhängig und diese waren leider im ersten Halbjahr denkbar ungünstig.”, so Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verband e.V (ZIV).  Glücklicherweise konnte in der zweiten Jahreshälfte viel Boden wiedergutgemacht werden, sodass die Branche unter dem Strich dennoch zufrieden sein kann. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Jahre 2014 und 2015 hervorragend für die Industrie verliefen und demnach auf hohem Niveau verglichen wird. Wir blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft.“ Diese Aussage lässt sich anhand von Daten und Fakten mehr als nur bestätigen. So liegt der Absatz an Fahrrädern und E-Bikes mit 4,05 Millionen Einheiten im Jahr 2016 um 6,9 Prozent unter dem des Vorjahres. Erfreulich hingegen ist allerdings die Tatsache, dass der Verkaufswert von 2,43 Milliarden Euro auf 2,60 Milliarden Euro gestiegen ist. Das ist ein Plus von rund sieben Prozent und ein sich daraus ergebender geschätzter Gesamtumsatz der deutschen Fahrrad-, Teile- und Komponentenindustrie von 5,2 Milliarden Euro.

Umsatzplus dank E-Bikes

Gesunkene Verkaufszahlen, gestiegener Umsatz? Wie geht das denn? Ganz einfach. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Fahrrad ist von 559 Euro auf 643 Euro angestiegen, was zugleich ein Indiz dafür ist, dass zum einen das Qualitätsbewusstsein der Kunden noch stärker ausgeprägt und zum anderen der E-Bike-Verkauf angewachsen ist. Denn eines ist klar: Das E-Bike ist längst kein Nischenprodukt mehr. 605.000 E-Bikes wurden allein im vergangenen Jahr hierzulande verkauft. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent. Von den mittlerweile 73 Millionen Fahrrädern, die in Deutschland genutzt werden, fahren aktuell mehr als drei Millionen elektrisch. Der Marktanteil am Gesamtfahrradmarkt ist sogar auf 15 Prozent angestiegen – und er soll laut ZIV-Schätzungen mittelfristig auf rund 20 Prozent anwachsen. Langfristig rechnet der ZIV mit einem Anteil am Gesamtfahrradmarkt von bis zu 30 Prozent. Zu beachten ist dabei die Tatsache, dass 99 Prozent aller verkauften E-Bikes Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde und einer Nenndauerleistung des Motors bis maximal 250 Watt sind. Das restliche Prozent sind E-Bikes 45, sprich: schnelle E-Bikes, die versicherungspflichtig sind und die ausschließlich mit Helm genutzt werden dürfen.

Viele gute Gründe

Den großen Zuwachs an E-Bikes erklären sich Experten durch gleich mehrere Faktoren. Da wäre u.a. das immer populärer werdende Fahrradleasing. Denn seit 2012 ist das Dienstfahrrad dem Dienstwagen gleichgestellt. Wenn die Anschaffungskosten vom Arbeitgeber übernommen werden, liegt die Ersparnis bei fast 100 Prozent. Einer privaten Nutzung steht ebenfalls nichts mehr im Wege, wenn der Angestellte ein Prozent des auf volle 100 Euro abgerundeten Kaufpreises zu seinem Bruttogehalt als geldwerten Vorteil versteuert. Ebenfalls verkaufsfördernd wirkt sich die Vielfalt der Modelle und Produktkategorien aus – auch bezüglich des Designs. Damit werden die Zielgruppen stetig jünger, was zugleich den E-Mountainbike-Sektor immer stärker in den Vordergrund rücken lässt. Aktuell beträgt sein Anteil am Verkauf von E-Bikes 15 Prozent. Spitzenreiter ist mit 45 Prozent der E-Citybike-Sektor, gefolgt vom E-Trekkingräder-Sektor mit 35,5 Prozent. Bei den konventionellen Fahrrädern schaut das ein wenig anders aus. Hier bestimmen die Trekkingräder mit 32 Prozent die Verkaufszahlen. Auf Rang zwei folgen die Cityräder mit 20 Prozent. Stetig an Bedeutung gewinnt zudem das Thema Lasten- und Transportfahrräder.

Einzelhandel kann punkten

Erfreulich für den Fachhandel und den Fachmarkt ist ihre Beliebtheit in puncto Vertriebswege. Rund 69 Prozent der Kunden beziehen ihr Zweirad aus ihnen. Weit abgeschlagen mit 16 Prozent liegen die SB-Warenhäuser und Baumärkte. Die Internetbestellungen rangieren mit 15 Prozent auf Platz drei. Zeitgleich konnte 2016 beim E-Bike-Export ein Plus von 66 Prozent erzielt werden, was 233.000 Einheiten entspricht. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die deutsche Fahrradindustrie weiterhin mit sehr guten Produkten die Marke „Made in Germany“ untermauert. Die Zahl der Importe hat sich zudem von 2,91 auf 2,59 Millionen verringert. Weiterhin kommen 23 Prozent der importierten Zweiräder aus Kambodscha, 13 Prozent aus Bulgarien und Polen. Lediglich fünf Prozent der hierzulande verkauften Fahrräder stammen im Übrigen aus den Niederlanden, in die wiederum 23 Prozent der in Deutschland produzierten Zweiräder exportiert werden. Jetzt muss nur noch die Sonne scheinen und einem super Fahrrad-Jahr steht nichts mehr im Wege!  Marcel Sommer | redaktion@regiomanager.de

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