Konjunkturbericht der IHKs: Aktueller Konjunkturbericht

Wirtschaft zwischen Boom und Risiken
IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen
IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen
Die regionale Wirtschaft befindet sich im Spätsommer 2018 weiter in einer sehr guten Lage. Die Betriebe schätzen ihre Geschäfte ähnlich wie zu Jahresbeginn ein. Nur im Frühjahr waren sie noch ein wenig zufriedener. Dies ist das Ergebnis der gemeinsamen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein, die Mitte Oktober vorgelegt wurde und an der knapp 800 Unternehmen mit insgesamt 92.000 Beschäftigten teilgenommen haben. Der Geschäftslageindikator bewegt sich seit fast zwei Jahren um die 40 Punkt-Marke. Aktuell weist er 38 Punkte auf. „Das ist zwar kein Rekordwert, jedoch eine deutlich überdurchschnittliche Lagebewertung. Eine Überhitzung droht damit trotz hoher Auslastung von Anlagen und Belegschaften genauso wenig wie ein Abschwung, auch wenn die Warnzeichen im Außenhandel zunehmen“, skizziert Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. „Insgesamt sind die Betriebe für das kommende Jahr verhalten optimistisch, dass die gute Konjunkturlage zumindest anhält.“ Die Binnennachfrage nimmt weiter zu, der Beschäftigungsstand erreicht immer neue Rekordhöhen und auch die Einkommen steigen weiter. Aus dem Ausland allerdings drohen vermehrt Risiken, denen der Großteil der befragten Unternehmen jedoch noch keine konjunkturgefährdende Bedeutung beimisst. Dazu zählen der aufziehende Handelskrieg zwischen den USA und China, die Strafzölle der USA auf europäische Produkte, der möglicherweise ungeordnete Brexit, der wirtschaftliche Niedergang der Türkei aber auch die Sanktionen gegen Russland beziehungsweise den Iran sowie die neuen Euro-Sorgen hinsichtlich der italienischen Schuldenpolitik. „Es ist sicher zu früh, Alarm zu schlagen. Doch die Unsicherheit wächst, und das ist mit ein Grund für die mangelnde Investitionsdynamik“, analysiert Gregor Berghausen.
Ausgabe 08/2018