Kreisporträt Paderborn: Im Land der (Ideen-)Quellen

Paderborn verbindet Tradition mit Fortschritt.
Der Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian zu Paderborn, Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn (Foto: ©pure-life-pictures - stock.adobe.com)
Der Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian zu Paderborn, Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn (Foto: ©pure-life-pictures - stock.adobe.com)
Wenn der Name Paderborn fällt, denken viele von uns als Erstes daran, wie sie als Schüler dort die Kathedrale des Erzbistums Paderborn besuchten. Die Stadt ist das religiöse Oberzentrum – das alleine sorgte schon lange Zeit für eine große Strahlkraft. Inzwischen hat die konfessionelle Bindung längst nachgelassen, weniger als die Hälfte der Paderborner Bevölkerung ist noch katholisch. Die Identität ist der Stadt trotzdem nicht verloren gegangen. Auch mit 150.000 Einwohnern geht es hier beschaulich zu; selbst als der SC Paderborn jüngst wieder in die Fußball-Bundesliga aufstieg, bekam man keinen Höhenflug. Vielleicht liegt gerade da auch das wirtschaftliche Erfolgsgeheimnis? Fest steht: Der Erholungswert im Paderborner Land ist groß. Mächtige Buchenwälder und weite Ebenen zeichnen die Paderborner Hochfläche aus. Die Quellen von Ems, Lippe, Altenau und Pader sowie die große Aabach-Talsperre sind charakteristisch für den großen Wasserreichtum im Kreis Paderborn. Das zieht natürlich viele Radfahrer und Wanderer in die Region. Vor vier Jahren feierte der Deutsche Wanderverband daher unter dem Motto „Wandern an Quellen“ seinen 115. Deutschen Wandertag im Paderborner Land, mit über 30.000 Aktiven aus ganz Deutschland. Heile Natur, kombiniert mit historischen und kulturellen Schätzen, das kommt an: Kaiserpfalz, historisches Rathaus, Dom sowie Schloss Neuhaus, dazu Paderborns Historie als Kaiser- und Bischofsstadt. Die mächtige Wewelsburg nahe Büren und die imposante Anlage des früheren Klosters Dalheim gelten als einzigartige Kulturstätten.

Lange Tradition als Bildungsstandort

Aus dem christlichen Mekka ist in den letzten 25 Jahren eine Stadt geworden, die Tradition und Fortschritt gekonnt miteinander verbindet – und sich dabei immer ihre Bodenständigkeit beibehält. Angemessene Einkommen, bezahlbare Mieten, hohe Kaufkraft und gute Jobperspektiven. Durch die vielfältigen unternehmerischen Aktivitäten im Automotive- und IT-Sektor sowie die Zunahme an Arbeitsplätzen im Bereich Forschung und Entwicklung hat Paderborn die Weichen für wirtschaftlichen Erfolg gestellt. Letzteres spiegeln vor allem die Bildungseinrichtungen wider, denn Paderborn kann als ostwestfälisches Hochschulzentrum auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits im Jahre 1614 wurde in der Paderstadt die Theologische Fakultät Paderborn gegründet – dies ist die älteste Hochschuleinrichtung Westfalens. Heute gibt es in Paderborn die Universität (gegründet 1972), die Katholische Hochschule NRW, die Theologische Fakultät Paderborn und die Fachhochschule der Wirtschaft, an denen mehr als 20.000 Studierende eingeschrieben sind – ein eindrucksvoller Beleg für die überregionale Bedeutung des Bildungsstandortes. Die Uni beispielsweise sieht sich als „Universität der Informationsgesellschaft“. Sie will die naturwissenschaftlich-technische Entwicklung der Informationsgesellschaft vorantreiben und kritisch begleiten. In der Paderstadt weiß man eben, dass Forschung und Wissenschaft das A und O für eine erfolgreiche Zukunft sind.

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Ausgabe 03/2019