Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Freitag der 13. – ein Glückstag für die Wirtschaft?
Freitag der 13. gilt als Unglückstag (Foto: ©Rolandst  – stock.adobe.com)
Freitag der 13. gilt als Unglückstag (Foto: ©Rolandst – stock.adobe.com)
Freitag der 13. (demnächst im Dezember 2019) gilt als Unglückstag. Wer daran glaubt, bleibt zu Hause und meidet jedes Risiko. Hat dieser Aberglaube Einfluss auf die Wirtschaft? Professor Dr. Korbinian von Blanckenburg, Wirtschaftswissenschaftler an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), sagt, dass genau das Gegenteil der Fall ist. „Wirtschaftlich betrachtet ist Freitag der 13. sogar ein Glückstag“, sagt er. Eine Studie der Universität Dublin zeigt, dass statistisch betrachtet die Wirtschaftsleistung in elf von 19 Industrienationen an einem durchschnittlichen Freitag dem 13. höher ist als an anderen Freitagen. Dazu gehört neben Großbritannien und Japan z.B. auch Deutschland. Dafür kann es laut Professor von Blanckenburg mehrere Gründe geben. Beispiel Aktienhandel: Menschen lassen sich bei ökonomischen Entscheidungen durchaus von Gefühlen und Aberglauben beeinflussen. Manche Aktienhändler haben eine Glückskrawatte, andere nehmen auf dem Weg zur Arbeit immer dieselbe Straße. Seit den 80er-Jahren hat der Computerhandel auf den Aktienmärkten aber derart an Bedeutung gewonnen, dass solche gefühlsgeleiteten Entscheidungen immer weniger geworden sind. Selbst wenn in Deutschland an einem Freitag dem 13. alle Menschen zu Hause blieben, nicht einkaufen oder mit Aktien handelten, hätte das laut Professor von Blanckenburg in einer globalisierten Weltwirtschaft keinen durchschlagenden Effekt. Denn in anderen Ländern gelten andere Regeln. Das fängt schon in Europa an. In Italien gilt der Freitag nur als Unglückstag, wenn er auf den 17. fällt, Chinesen fürchten sich vor der Zahl 4, die 13 gilt dort als Glückszahl. Versicherungskonzerne haben ermittelt, dass in den vergangenen zehn Jahren an den Freitagen, die auf einen 13. gefallen sind, weniger Schäden entstanden sind als an normalen Tagen.
Ausgabe 03/2019