IT-Dienstleister: Eine unverzichtbare Branche

IT-Dienstleister übernehmen heute das gesamte IT-Management für ihre Kunden – von der Hardware-Beschaffung bis zur Cyber-Security. Häufig beraten und unterstützen sie auch bei Digitalisierungsprojekten und der Einführung künstlicher Intelligenz.
Moderne Firmennetzwerke sind äußerst komplexe Systeme (Foto: ©Julien Eichinger – stock.adobe.com)
Moderne Firmennetzwerke sind äußerst komplexe Systeme (Foto: ©Julien Eichinger – stock.adobe.com)
Digitale Technik ist heute eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage der allermeisten Unternehmen. Ohne eine funktionierende IT können viele Leistungen gar nicht mehr erbracht werden. Das gilt in hohem Maße für Dienstleistungsunternehmen wie Banken und Versicherungen, deren Produkte fast ausschließlich aus dem Transfer von Informationen bestehen. Aber auch dort, wo physische Waren bewegt werden, bedeutet ein Ausfall der IT fast immer eine teure Zwangspause. Man denke nur an elektronische Kassensysteme im Einzelhandel oder softwaregesteuerte Logistikleistungen. Und last, but not least, ist auch das produzierende Gewerbe dank seines immer stärkeren Automatisierungsgrades irreversibel von einer funktionierenden Informationstechnik abhängig.
Outsourcing von IT-Dienstleistungen oft sinnvoll
Da nur die wenigsten Unternehmen hausintern über die notwendigen Kompetenzen und entsprechenden Kapazitäten verfügen, wird das Thema IT häufig ausgelagert und an externe Dienstleister delegiert. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen IT-Dienstleistern, die sich um die IT-Infrastruktur in Unternehmen kümmern und Support für das Funktionieren der verwendeten Technik anbieten, und Software-Spezialisten, die allgemein nutzbare oder individuell angepasste Software entwickeln. In Bezug auf Software unterstützen IT-Dienstleister bei der Auswahl geeigneter Applikationen, ohne selbst zu entwickeln. Häufig beraten und unterstützen sie ihre Kunden auch in Digitalisierungsprojekten. Im Idealfall übernehmen IT-Dienstleister das gesamte IT-Management für einen Kunden – von der Hardware-Beschaffung bis zur Cyber-Security.
Beschaffung und Einrichtung von Hard- und Software
Zu den klassischen Aufgaben von IT-Dienstleistern gehören die Beschaffung und Einrichtung sinnvoll aufeinander abgestimmter Hardwarekomponenten. Dazu zählen alle Formen von Computern wie Workstations, Notebooks, Tablets und Smartphones. Ebenso wichtig sind Server, Datensicherungs- und Netzwerktechnik. Komplettiert wird dies durch die Peripherie, also durch Eingabegeräte wie Kameras, Scanner oder Mikrofone sowie Ausgabegeräte wie Drucker und Plotter, aber auch durch Beamer, Monitore und Lautsprecher. Da Hardware ohne Software keinen Sinn hat, gehören zur Inbetriebnahme der Hardwarekomponenten immer auch eine Software-Einrichtung und eine sinnvolle Vernetzung der einzelnen Bestandteile – zum Beispiel durch LAN- oder WLAN-Technik. Damit Kundenunternehmen ihre Aufgaben erfüllen können, benötigen sie häufig eine entsprechende Branchensoftware, die ebenfalls von IT-Dienstleistern beschafft wird. Ebenso wichtig sind Softwarelösungen für die Datensicherung sowie Datenbanken als Wissensspeicher. Abgerundet wird das Softwaremanagement durch Vorkehrungen zur Cyber-Security. Was noch wichtiger wird, wenn wesentliche Applikationen und Datenmengen in eine Cloud ausgelagert sind. Über die Cloud lässt sich heute auch das Thema Telefonie gut bewältigen. Denn im Gegensatz zu stationären Lösungen ist Cloud-Telefonie frei anpassbar und programmierbar.
Automatisierung von Geschäftsprozessen ist wichtiges Thema
Neben der Unterstützung klassischer Dienstleistungsfunktionen in Administration, Marketing und Vertrieb arbeiten IT-Dienstleister inzwischen häufig an Digitalisierungsprojekten für unterschiedliche Branchen. Ein wichtiges Thema ist dabei künstliche Intelligenz oder „KI“. Dank immer lernfähigerer Software können bisher von Menschen übernommene Aufgaben zunehmend durch Software-Roboter ausgeführt werden, wobei man von Robotic-Process-Automation (RPA) spricht. Zur Automatisierung mittels RPA eignen sich beispielsweise repetitive Geschäftsprozesse im Backoffice, im Kundenservice oder in der IT-Organisation. Die bereits häufig eingesetzten Chatbots in Kunden-Hotlines sind hier erst der Anfang. Ein wichtiges Thema der Zukunft ist auch das „Internet of Things“. Hier geht es um die Nutzung von Messdaten, die von Sensoren direkt an Geräten oder Anlagen gemessen werden, für die Steuerung von Unternehmensprozessen. Die Daten werden mittels Machine Learning und KI aufbereitet und geben der Unternehmensleitung so wertvolle Informationen an die Hand.
Langfristige Dienstleistungsverträge geben Sicherheit
Um das Funktionieren der IT-Infrastruktur dauerhaft sicherzustellen, werden zwischen Kunden und IT-Unternehmen häufig Dienstleistungsverträge abgeschlossen, die regelmäßiges Monitoring inklusive Fernwartung beinhalten. Die fortlaufende Betreuung kann auch durch Schulungen der Kunden-Mitarbeiter ergänzt werden. Dabei ist es für Kunden wichtig, einen IT-Dienstleister mit einem umfangreichen Leistungsspektrum zu beauftragen, um eine optimale Betreuung aus einer Hand zu bekommen. Ein guter IT-Dienstleister sorgt für durchgehend störungsfreie Abläufe und beseitigt eigenständig Schwachstellen des Systems. Zu seinen Aufgaben gehören die Beseitigung von Schadsoftware und das rechtzeitige Erkennen von Hacker-Angriffen. Sichergestellt werden hochwertige IT-Dienste wesentlich durch den Einsatz qualifizierten Personals auf Seiten des Dienstleisters. Dass IT-Dienstleister über die erforderlichen Qualifikationen – zum Beispiel in den Bereichen IT-Sicherheit und Datenschutz – verfügen, wird oft durch eine DIN-ISO-Zertifizierung belegt. Besitzt ein Dienstleister die entsprechenden Sicherheitszertifikate, können ihm auch sensible Daten und Prozesse anvertraut werden. Die Erfüllung eines spezifischen Anforderungsprofils sollte im persönlichen Gespräch geklärt werden.
Große Bandbreite an qualifizierten Unternehmen
Laut Information des Statistikportals Statista gibt es in Deutschland derzeit über 90.000 IT-Unternehmen, die 2019 knapp 93 Milliarden Euro umgesetzt haben, wovon etwa 40 Milliarden auf den Bereich der IT-Dienstleistungen entfielen. Knapp zehn Prozent der IT-Anbieter zählen zu den mittelständischen Unternehmen mit zehn bis 499 Mitarbeitern, die dem Branchenverband Bitkom zufolge mit fast 450.000 Mitarbeitern über die Hälfte aller deutschen IT-Angestellten beschäftigen und 35 Prozent des Branchenumsatzes erwirtschafteten. In diesem Ranking findet sich eine große Bandbreite an qualifizierten IT-Dienstleistern aus der Region, die auf spezifische Anforderungen unterschiedlichster Art eingehen können. Da sollte für (fast) jedes Anforderungsprofil ein Dienstleister dabei sein.
Michael Otterbein | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 01/2020