HELLMICH Unternehmensgruppe: Die Zukunft des Bauens

Ob Briefzentrum oder Industrie-Campus – HELLMICH steht für innovative und nachhaltige Großprojekte.

© Siegfried Dammrath
© Siegfried Dammrath
Ende des Jahres 2021 gaben die Verantwortlichen von Kommune und Deutsche Post AG / DHL den Startschuss für ein Mega-Projekt. In Germering im Landkreis Fürstenfeldbruck entsteht seitdem ein neues Briefzentrum. Es soll, auf einem rund 66.000 Quadratmeter großen Grundstück, die bisherigen Standorte im nahen München und in Starnberg ersetzen. Ab dem kommenden Jahr sollen hier täglich rund zwei Millionen Briefsendungen für die bayerische Landeshauptstadt und die Region sortiert werden – und das unter nachhaltigsten und fortschrittlichsten ökologischen und ökonomischen Bedingungen.

Begrünung von Dach und Fassaden

Das erste neue Briefzentrum von Deutsche Post AG / DHL seit rund 25 Jahren spiegelt die Entwicklung von Arbeitswelt- und Umweltschutzgedanken der letzten Zeit in beeindruckender Weise wider: „Vorgesehen sind unter anderem eine angeschlossene Kita für die Betreuung der Kinder der mehr als tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Thomas Blatt, Generalbevollmächtigter der HELLMICH Unternehmensgruppe. Zwei Kita-Betreuungsgruppen auf zwei Geschossen seien geplant. HELLMICH schafft damit eines der „modernsten Gebäude dieser Art“, so Marc Hellmich, Geschäftsführer der Baugesellschaft WALTER HELLMICH GmbH. Errichtet wird zum Teil in Holzbauweise. Dach und Fassaden werden begrünt. Die technischen Anlagen entsprechen modernsten Umweltstandards. In der künftigen Tiefgarage können E-Autos Strom laden, der mit der Dachphotovoltaikanlage erzeugt wird. „Nachhaltigkeit ist inzwischen ein extrem wichtiges Thema für uns“, sagt Daniel Ferrari, ebenfalls Geschäftsführer der Baugesellschaft WALTER HELLMICH GmbH. Ein besonderes Leuchtturm-Projekt in dieser Hinsicht entsteht nur wenige Fahrminuten von der HELLMICH-Hauptverwaltung entfernt: das Dinslakener Holz-Energiezentrum. Zum Komplex des geplanten Holzheizkraftwerks zählen unter anderem ein 35 Meter hohes Brennstofflager mit einem Sieben-Meter-Tiefbunker sowie ein 30 Meter hohes Maschinenhaus. Das DHE ist eine Kooperation von HELLMICH und den örtlichen Stadtwerken. Es soll die Fernwärme-Versorgung für die Zukunft sichern. Dafür wird in der hochmodernen Anlage künftig Altholz, also Holz am Ende seiner Nutzungsdauer, verfeuert. Zudem entsteht durch Kraft-Wärme-Kopplung Strom. „Auf diese Weise ist die Anlage besonders klimaschonend“, sagt Thomas Blatt. Die Inbetriebnahme soll im kommenden Jahr erfolgen. Dann könnten rechnerisch rund 125.000 Tonnen Klimagas eingespart werden.

Fast 90 Jahre Geschichte

Zukunft und Tradition sind bei der HELLMICH Unternehmensgruppe auf das Engste verknüpft. Sie blickt auf eine fast 90-jährige Geschichte zurück. Ihre Ursprünge liegen in der Logistik: 1932 gründete der Vater des heutigen Firmeninhabers Walter Georg Hellmich eine Transportfirma in Duisburg. Ende der 60er-Jahre beginnt Walter Georg Hellmich mit dem Um- und Ausbau der Firma. Die Baugesellschaft WALTER HELLMICH GmbH wird gegründet und zu einer europaweit tätigen Firmengruppe ausgebaut. Zum Portfolio der HELLMICH Unternehmensgruppe gehört neben dem Schlüsselfertigbau auch die Projektentwicklung. Das Leistungsportfolio der Gruppe bildet dabei den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie ab. Diese vor Jahren angestoßene Spezialisierung war eine gute Entscheidung, wie die weitere Entwicklung zeigen sollte. Aktuelle Beispiele für den Schlüsselfertigbau sind die Zustellbasen der DHL in Weingarten, Unna, Meinerzhagen und Witten, die Coilverladehalle für den Kunden duisport sowie das neue August-Kühne-Haus in Bremen: Direkt am Eingang zur Bremer Innenstadt gelegen, bietet die neue Deutschlandzentrale für Kühne + Nagel auf 13.500 Quadratmeter lichtdurchflutete Räume sowie ergonomische Arbeitsplätze für zirka 800 Mitarbeiter.

Viele langjährige Kunden

Für die WILO Gruppe, Weltmarktführer von Pumpen- und Pumpensystemlösungen, ist HELLMICH seit dem Jahr 2015 kontinuierlich tätig. Im Auftrag des Pumpenherstellers in Dortmund verwirklichte die Baugesellschaft unter Berücksichtigung zukunftsweisender Energietechnologien als Generalunternehmer den Neubau eines hochmodernen Produktions- und Entwicklungsgebäudes für den global agierenden Maschinenbau-Konzern. Der schlüsselfertige WILO-Campus (fast 200.000 Quadratmeter Grundstücksfläche) wächst und wächst. Aktuell entstehen unter anderem das Veranstaltungsgebäude einschließlich Showroom, das „Costumer Interface“, das Office II, die Erweiterung der Smart Factory sowie das Laborgebäude „EE-Lab“. Am Flughafen Köln/Bonn sind die Dinslakener für UPS tätig, der US-Logistiker ist seit mehr als 25 Jahren Kunde. In Essen entsteht ein Logistik- und Materiallager für Evonik. Bei Stuttgart steht die umfangreiche Erweiterung eines bestehenden DHL-Paketzentrums an, eine sogenannte „Co-Location“. Als Generalübernehmer kümmert sich HELLMICH auch um die Baurechtsschaffung unter Koordination sämtlicher benötigter Gutachten im Vorfeld, etwa zu Lärm- und Umweltschutz sowie Verkehrsaufkommen. „Das ist klassische Projektentwicklung“, betont Daniel Ferrari. Längst gilt man europaweit als hochmodernes, leistungsfähiges und erfolgreiches Bau- und Dienstleistungsunternehmen. Baut unter anderem in der Schweiz und in Luxemburg: Kürzlich hat man – für den langjährigen Geschäftspartner Kühne + Nagel – die größte Dach-PV-Anlage im Großherzogtum realisiert. Module mit einer Fläche von 70.000 Quadratmetern kommen auf eine Höchstleistung von 6,3 MWp. Und die Internationalisierung soll in den kommenden Jahren forciert werden, sagt Thomas Blatt. In den meisten Fällen bleiben die Dinslakener Eigentümer der von ihnen errichteten Gebäude und vermieten diese an die Auftraggeber. „Wir verstehen uns als Partner und Problemlöser“, sagt Daniel Ferrari. Durch die mittelständische Struktur mit kurzen Entscheidungswegen sei man stets in der Lage, schnell und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren. Dazu tragen auch die verschiedenen Standorte bei. Hauptniederlassungen gibt es, neben Dinslaken, in Magdeburg sowie in Weidensdorf und Glauchau (beide Sachsen). Standorte finden sich unter anderem in Frechen, Kamp-Lintfort, Viersen, Wuppertal, Wolfsburg, Dortmund, Duisburg und Essen.

Wohl wieder ein Rekordjahr

Die Auftragsbücher von HELLMICH sind voll. Zwanzig oder mehr parallele Großbaustellen sind Alltag für das Team. Bereits im Januar zeichnete sich ab, dass 2022 ein weiteres Rekordjahr werden dürfte. Vor diesem Hintergrund freut sich die HELLMICH Unternehmensgruppe jederzeit über Initiativbewerbungen. Gutes Personal ist gefragt, um die zukünftigen und attraktiven Herausforderungen anzugehen. Zudem kann das Unternehmen vom Niederrhein auf langjährige Partnerschaften vertrauen und verfügt über reichlich Fachwissen und Know-how in der eigenen Belegschaft. Etwa 20 Prozent der Gesamtbelegschaft der über 50 Firmen umfassenden Unternehmensgruppe – diese hat rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – besteht aus Fachkräften für den Hoch- und Tiefbau. Daneben hält die Bausparte des traditionsreichen Familienunternehmens seit Jahrzehnten an Leuten mit langer Baupraxis und am eigenen Gerät fest. Die Gruppe verfügt über einen großen, hochmodernen Maschinenpark und hat Personal, das mit diesen Maschinen umgehen kann. Auch wenn bei HELLMICH die Digitalisierung ein ebenso großes Thema ist wie in der Wirtschaft insgesamt, so setzt die Geschäftsführung unter der Führung von Walter Georg Hellmich doch auch ganz traditionell auf die gute alte Erfahrung. Thomas Blatt kann sich noch gut an einen Fall erinnern, bei dem Pläne in digitaler Form zunächst allgemeine Begeisterung ausgelöst haben. „Da konnte man sich jede Schraube virtuell heranzoomen.“ Nur: Das Vorhaben war so in der Realität nicht umsetzbar. „Das hat einer unserer Bauingenieure auf den ersten Blick gesehen. Bauen wird immer auch ein Stück weit analog bleiben, nicht nur was die Gewerke auf den Baustellen betrifft.“

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