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Unternehmensnachfolge

Wie die Unternehmensnachfolge tatsächlich gelingen kann

Bei der Planung und Umsetzung der Unternehmensnachfolge ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten, die es zu meistern gilt.



D ie Unternehmensnachfolge ist eine der wesentlichen unternehmerischen Herausforderungen, die sich einem Unternehmer stellt. Nach den Daten des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn steht in den Jahren 2018 bis 2022 bei etwa 150.000 Unternehmen eine Übergabe an.

Ein jeder Unternehmer sollte frühzeitig die Unternehmensnachfolge regeln und diese nicht dem Zufall überlassen, um den Untergang von Arbeitsplätzen und Vermögen zu vermeiden und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Erfahrungsgemäß ist der 50. Geburtstag ein guter Zeitpunkt; die Neigungen und Fähigkeiten der Kinder sind bereits sichtbar. Nach Vollendung des 60. Lebensjahres gewinnen psychologische Hemmnisse eine stark wachsende Bedeutung. Unternehmertestamente und Vorsorgevollmachten sind für jeden verantwortungsbewussten Unternehmer ein absolutes Muss – unabhängig vom Alter!

Nachfolger finden

Gerade im Mittelstand sind die eigenen Kinder häufig der gewünschte Nachfolger. Insoweit stellt sich jedoch oft die Frage, ob der gedachte Nachfolger das Unternehmen einerseits übernehmen möchte und ob dieser andererseits in der Lage ist, das Unternehmen zu führen. Insoweit ist eine frühzeitige Planung und gegebenenfalls passende Ausbildung, Heranführung und Erprobung des potenziellen Unternehmensnachfolgers hilfreich und zumeist unumgänglich.

Gerade bei größeren mittelständischen Unternehmen wird immer häufiger eine Kombination einer familieninternen und externen Lösung gewählt. Beispielhaft sei hier die familieninterne Übertragung des Unternehmenseigentums bzw. der Unternehmensanteile unter gleichzeitiger Geschäftsführung eines oder mehrerer fremder Dritter (gegebenenfalls mit anteiliger Beteiligung) genannt. Gerade in diesen Fällen ist der frühzeitige Aufbau von neuen Führungsstrukturen von besonderer Bedeutung, z.B. qualifizierte Besetzung von Beiräten und Managementfunktionen.

Phasen der Unternehmensnachfolge

Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge beginnt in der Regel mit der Vorbereitungsphase, in der sich der Unternehmer über mögliche Alternativen informiert und Gedanken macht sowie möglichst genau die Ziele des Unternehmens sowie die persönlichen Ziele identifiziert. Diese Phase geht meist fließend in die Phase der Bestandsaufnahme und Planung über, in der neben der Aufnahme des Status quo auch die Ziele sowie mögliche Wege und Gestaltungsüberlegungen detailliert durchdacht und in einen Unternehmensnachfolgeplan gefasst werden. Schließlich endet die Unternehmensnachfolge mit der Umsetzungsphase, in der die zuvor geplanten Maßnahmen sukzessive umgesetzt werden und die Unternehmensnachfolge im Wesentlichen vollzogen wird. Für die drei Phasen sollte in der Regel ein Zeithorizont von insgesamt fünf bis 15 Jahren eingeplant werden.

Typische Herausforderungen

Vordergründig scheinen die rechtlichen und steuerlichen Herausforderungen das größte Problem darzustellen.

Tatsächlich sind jedoch psychologische Hürden und Konflikte das Kernproblem einer letztlich auch praktisch erfolgreichen Unternehmensübergabe. Beispielhaft seien hier genannt:

Eltern-Kind-Konflikte (Über-/Unterordnung),

die Angst, loszulassen und Kontrolle abzugeben,

die Sorge vor Altersarmut und Vermögenslosigkeit

sowie die Last der Unternehmensverantwortung.

Viele Herausforderungen lassen sich mit der rechtzeitigen Vorbereitung und Planung der Unternehmensnachfolge sowie durch die Unterstützung von externen Beratern lösen. Denkbare Unterstützer sind hierbei vor allem der Steuerberater des Unternehmens, spezialisierte Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte, Unternehmensberater und Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.) sowie Mediatoren.

INFO

WP/StB Diplom-Finanzwirt Franz Wynands und StB Diplom-Finanzwirt (FH) Christoph Tholen, LL.M. sind Partner bei DRP Randerath & Partner PartG mbB (DRP). DRP begleitet mittelständische Unternehmer seit Jahrzehnten erfolgreich in allen Fragen der Unter­nehmens­nachfolge. Fragen beantworten die Autoren gerne unter 0241/70 13 00-0 bzw. 02452/9194-0. Weitere Kontaktdaten finden Sie unter www.drp-partner.de.

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WP/StB Diplom-Finanzwirt Franz Wynands und StB Diplom-Finanzwirt (FH) Christoph Tholen, LL.M. sind Partner bei DRP Randerath & Partner PartG mbB (DRP). DRP begleitet mittelständische Unternehmer seit Jahrzehnten erfolgreich in allen Fragen der Unter­nehmens­nachfolge. Fragen beantworten die Autoren gerne unter 0241/70 13 00-0 bzw. 02452/9194-0. Weitere Kontaktdaten finden Sie unter www.drp-partner.de.

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Ausgabe 04/2018