Overseas Logistic Services: Global Player aus Mönchengladbach

Seit über 20 Jahren verschiffen die Mönchengladbacher Seefrachtspezialisten Industriegüter quer durch die gesamte Welt. Dank des Standorts im industriellen Herzen Deutschlands liegt der Schwerpunkt in der Überseelogistik, mit großem Know-how in der Stahlindustrie und bei vielen anderen Industriegütern.
Geschäftsführer Navid Thielemann mit Firmengründer Michael Lang (v.l.)
Geschäftsführer Navid Thielemann mit Firmengründer Michael Lang (v.l.)
Um die 200 Kilometer fährt man von Mönchengladbach nach Antwerpen oder Rotterdam, um die 400 Kilometer zu den deutschen Seehäfen Hamburg und Bremen. Man kann nicht behaupten, dass die niederrheinische Stadt unmittelbar einer Seehafenstadt gleicht. Trotzdem hat sich die in Sichtweite des Borussia-Parks beheimatete Overseas Logistic Services GmbH, kurz: OLS, zu einer der führenden Überseelogistik-Unternehmen im Westen Deutschlands entwickelt. Die Seefrachtspezialisten vom Niederrhein zählen zwar weiterhin zu den Mittelständlern, können es aber in ihren Kernkompetenzen locker mit den ganz Großen der Branche aufnehmen.

Der Rhein-Ruhr-Raum bietet große Möglichkeiten

Gegründet wurde das Logistikunternehmen vor über 20 Jahren von einem gebürtigen Hamburger, der aufgrund seiner beruflichen Vita viele Jahre in Antwerpen und Rotterdam zu Hause war und die Mentalität asiatischer Handelshäuser kennt. Als erfahrener Seefrachtexperte erkannte Reedereikaufmann Michael Lang, welche großen Chancen die Rhein-Ruhr-Region bietet, wo viele Industrieunternehmen und Verlader von Überseefrachten beheimatet sind. „Nordrhein-Westfalen ist nach wie vor eine der wichtigsten europäischen Wirtschaftsregionen. Von hier aus wird eine Vielzahl von Gütern in die gesamte Welt geschickt, darunter ein hoher Anteil an Stahl und Maschinenteilen“, erklärt der OLS-Geschäftsführer. „Nicht zufällig hat sich unser Unternehmen zu einem Spezialisten für den Transport von Stahlgütern entwickelt. Weitere Branchenschwerpunkte sind Maschinenbau, Elektronik und die Getränkeindustrie.“

Kundennähe ist uns sehr wichtig

„Die erfolgreiche Entwicklung der OLS reicht bereits viele Jahre zurück“, so erklärt Navid Thielemann, ebenfalls Geschäftsführer der OLS. „Die meisten Seefrachtlogistiker sitzen in den Seehäfen wie Hamburg oder Rotterdam. OLS hat dagegen früh erkannt, dass Kunden ihre vertrauten Ansprechpartner vor Ort haben wollen.“ Und Thielemann ergänzt: „Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Erfolgsfaktor für OLS, denn wir arbeiten sehr kundennah und gehören im Westen Deutschlands zu den wenigen Seefrachtlogistikern mit dieser Größe und Spezialisierung.“

Teil eines weltweiten Netzwerkes

Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass OLS sich seit der Gründung durch ein überdurchschnittliches Wachstum auszeichnet, dass auch durch die weltweite Finanzkrise vor zehn Jahren nicht gestoppt werden konnte. Inzwischen bewegt der „Global Player aus Mönchengladbach“ 65.000 TEUs (Standardcontainer) pro Jahr und erzielt mit 34 Mitarbeitern einen Umsatz von über 60 Millionen Euro. Seit 2008 gehört das Unternehmen zur Unternehmensgruppe des Hamburger Logistikunternehmens Fr. Meyer‘s Sohn (FMS), das zu den weltweiten Top 10 der Überseespeditionen zählt. „Zur FMS Group zu gehören bringt uns nur Vorteile“, freut sich Michael Lang, der als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter aktiv ist. „Wir partizipieren am globalen FMS-Netzwerk und profitieren zugleich von der Einkaufsmacht der FMS, die pro Jahr über 850.000 TEUs abfertigt. Dazu können wir unseren Kunden die von FMS entwickelte professionelle Supply-Chain-Steuerung Cruise Control anbieten.“ Ansonsten agiert OLS weitestgehend eigenständig und das mit Erfolg!

„Nicht systematisieren, sondern personalisieren“

Trotz der Zugehörigkeit zu einem Großunternehmen haben sich die Mönchengladbacher Overseas Logistic Services die Schnelligkeit und Flexibilität eines inhabergeführten Unternehmens bewahrt. „Mit der FMS haben wir eine klare Absprache“, berichtet Michael Lang. „Wir halten uns aus dem jeweiligen Kerngeschäft des anderen heraus und können so absolut erfolgreich agieren. Unser Vertrieb ist sehr gut aufgestellt. Wir sind immer noch ein Schnellboot zwischen den Großtankern der Konzerne“, so Lang lächelnd. Die größte Stärke des Mönchengladbacher Seefrachtlogistikers ist die Personalisierung seiner Kundenbeziehungen. So wird jeder Kunde von einem OLS-Mitarbeiter persönlich betreut, dessen Aufgabe es ist, für einen reibungslosen Transportverlauf zu sorgen und logistische Probleme schnell und zuverlässig im Sinne des Kunden zu lösen. „Nicht systematisieren, sondern personalisieren ist unsere Erfolgsformel“, betont Michael Lang stolz. „Wir bieten unseren Kunden keine Standardleistungen, sondern individuelle auf ihre Anforderungen abgestimmte Lösungen.“ „Das ist unser Erfolgskonzept!“, ergänzt Thielemann.

ontainerversand und individuelle Lösungen

Das Kerngeschäft von Overseas Logistic Services ist dabei die Seefracht. Denn besonders für Sendungen mit hohem Gewicht oder Massengüter bietet sich der Transport über See immer an. Dabei wird der Transport heute in sehr vielen Fällen per Container – der kostengünstigsten Transportmethode – durchgeführt. Für den Seefrachtspezialisten OLS ist die Transportleistung allerdings am Zielhafen noch lange nicht zu Ende. Per Lkw, Binnenschiff oder über das Schienennetz sorgen die Logistiker für einen reibungslosen Transport vom Ausgangpunkt bis zum endgültigen Zielort. Wenn nötig, wird auch eine Zwischenlagerung im Zielland organisiert. Selbstverständlich werden auch anfallende Zollformalitäten im Namen des Kunden abgewickelt. „Wir bieten unseren Kunden komplette Logistiklösungen und sind mit unserem weltweiten Netzwerk sehr gut aufgestellt, um logistische Anforderungen im jeweiligen Zielland umzusetzen“, erklärt Navid Thielemann. „Dies gilt auch für die meisten Stahlprodukte und Maschinenteile. Maschinen werden heute seltener an einem Stück transportiert, sondern in containertaugliche Teile zerlegt. Im Rahmen der Projektlogistik arbeiten wir aber auch immer wieder mit individuellen Transportbehältnissen. So verladen wir z.B. vollständige Lokomotiven in langen und überbreiten Kisten, was ein großes, logistisches Know-how erfordert. Ebenso verschiffen wir auch komplette Produktionsanlagen, die wir ans andere Ende der Welt transportieren.“

Ladungssicherheit ist äußerst wichtig

Dabei muss man anmerken, dass OLS für seine Überseefrachten keine eigenen Schiffe, Lkw oder Container einsetzt. Alle benötigten Transportmittel werden speziell für die einzelnen Aufträge angemietet, wobei mit den Speditions- und Reedereipartnern, soweit möglich, langfristig zusammengearbeitet wird. Ein Thema, um das sich die Overseas Logistic trotzdem selbst kümmert, ist die Ladungssicherheit. „Unsere Kunden vertrauen uns nicht selten einen guten Teil ihres Kapitals an“, weiß Michael Lang. „Also haben wir die absolute Pflicht, damit sorgfältig umzugehen. Wenn so ein viele Tonnen schwerer Stahlcoil (zu einer Rolle aufgewickeltes Metallband) auf hoher See ins Rutschen gerät, kann er erheblichen Schaden anrichten – bis hin zum Sinken des Transportschiffs. Und auch bei Bahntransporten muss die Sicherung perfekt sein. Daher haben wir unsere Stausysteme immer weiter perfektioniert, wobei große Stahlcoils inzwischen häufig in maßgeschneiderten Styropormulden transportiert werden.“

Kreative Logistiklösungen

Dass sich OLS jede logistische Herausforderung zutraut, sieht man daran, dass OLS sich mit einem langjährigen Kunden, der Warsteiner Brauerei, zusammengetan und ein neues Zugprodukt ins Leben gerufen hat. So hat es OLS gemeinsam mit FMS und natürlich in enger Zusammenarbeit mit der Warsteiner Brauerei geschafft, eine Zugverbindung zwischen dem Hamburger Hafen und dem im Sauerland liegenden Warstein aufzubauen. „Die Warsteiner Brauerei verfügt über ein eigenes modernes Containerterminal, und wir haben das Potenzial gesehen“, ergänzt Thielemann. Heute fährt zwei Mal die Woche ein Zug im Rundlauf Hamburg–Warstein–Hamburg. Ebenso ein Mal die Woche im Rundlauf Bremerhaven–Warstein–Bremerhaven. „Das Sauerland hat sehr wirtschaftsstarke Unternehmen und die intermodale Anbindung ist nicht vergleichbar wie im Ruhrgebiet. Daher haben wir mit diesem einzigartigen Produkt auch viele andere Kunden angesprochen und bereits heute erfolgreich auf den Zug aufgesetzt“, erklärt Thielemann. So werden exportierende Güter von im Sauerland ansässigen Kunden in Container über das Warsteiner Terminal nach Hamburg und dann nach Übersee verschifft. Ebenso gelangen auf diesem Weg auch importierte Waren – z.B. aus Asien – vom Hamburger Hafen nach Warstein und zur Auslieferung beim Endkunden.

Vielfältige und abwechslungsreiche Aufgaben

Derartig komplexe Projekte können selbstverständlich nur von äußerst kompetenten und zuverlässigen Fachleuten durchgeführt werden, weswegen OLS sehr großen Wert auf erfahrene und top ausgebildete Mitarbeiter legt. „Bei uns arbeiten zu einem großen Teil Reedereikaufleute mit Erfahrungen im Überseegeschäft“, erklärt OLS-Geschäftsführer Lang. „Da wir weiter expandieren, sind wir darüber hinaus an Bewerbungen erfahrener Fachleute interessiert. Wir bilden aber auch selbst aus und unsere Tätigkeit ist sehr vielfältig und abwechslungsreich“, erklärt Navid Thielemann.

Nachfolge und Zukunft der OLS sind gesichert

Genauso viel Wert wie auf die Fachkompetenz legen Lang und Thielemann auf das gute Betriebsklima und den Zusammenhalt unter den Mitarbeitern. So stehen die beiden Geschäftsführer voll hinter den elf Regeln der OLS-Unternehmenskultur, in denen u.a. zu Respekt, Verantwortung, Teamplay und Kreativität aufgefordert wird. Respekt und Loyalität kennzeichnen auch das Verhältnis von Michael Lang und Navid Thielemann, die sich die Führung der OLS teilen. Thielemann ist seit gut vier Jahren im Unternehmen und ist Nachfolger von Firmengründer Lang. „Vor ein paar Jahren wurde mir klar, dass ich rechtzeitig einen geeigneten Nachfolger aufbauen möchte. Zum Glück habe ich dann Navid Thielemann gefunden. Ich werde mich in den nächsten Jahren aus dem Unternehmen zurückziehen und die alleinige Verantwortung an ihn übergeben“, erklärt Lang. Thielemann ist heute bereits am Unternehmen beteiligt und stellt alle Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. „Mit Michael Lang habe ich nicht nur einen Mentor, sondern auch einen Freund an meiner Seite, der mir mit Rat und Tat zur Seite steht“, so Thielemann. „Seitdem Thielemann Ende 2014 eingestiegen ist, haben wir uns sehr erfolgreich und nachhaltig weiterentwickelt“, berichtet Lang. Dass Lang und Thielemann ein erfolgreiches Duo sind, zeigt die sehr gute Entwicklung der OLS in den letzten Jahren. Im Zuge der Expansion wird OLS Mitte 2020 ein modernes Bürogebäude im Nordpark beziehen. „Wir wollen unseren Mitarbeitern einen modernen Arbeitsplatz bieten und weiterhin wachsen“, ergänzt Thielemann. Bevor er zu OLS kam, war Thielemann bereits in jungen Jahren in verschiedenen Management-Funktionen bei zwei weltweit führenden Logistikkonzernen tätig. In seiner letzten Funktion als Vertriebschef nahm er auch vermehrt Kontakt zu OLS-Kunden auf, was bei Inhaber Lang nicht unbemerkt blieb. Schnell erkannte er das Talent des jungen Managers und ließ ihn über einen Headhunter kontaktieren. „Zuerst hatte ich kein Interesse, meine erfolgreiche und lukrative Konzernlaufbahn aufzugeben“, erinnert sich der designierte Nachfolger. „Als ich aber erfuhr, dass es um die OLS geht, wollte ich Michael Lang persönlich kennenlernen. So kam es dann zu intensiven Gesprächen mit Michael Lang, die meine Berufslaufbahn grundlegend veränderten.“ Ergänzend fügt Thielemann hinzu: „Während meiner erfolgreichen Jahre im Konzern war ich immer wieder verwundert, wie OLS es schaffte, als mittelständisches Unternehmen ein ernst zu nehmender Wettbewerber im Markt zu sein.“

Gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen

Einig sind sich Lang und Thielemann auch in ihrem Wunsch, sich sozial zu engagieren. „Wir führen ein erfolgreiches Unternehmen mit guten wirtschaftlichen Aussichten. Dadurch sind wir zeitlich stark eingebunden und können uns leider kaum ehrenamtlich engagieren“, betont Navid Thielemann. „Umso selbstverständlicher ist es für uns, unsere gesellschaftliche Verantwortung durch gezielte Spenden wahrzunehmen.“ In diesem Sinne engagiert sich die OLS regelmäßig u.a. für Kinderhospize und Behindertenwerkstätten. Als Wahl-Mönchengladbacher unterstützt Michael Lang auch gerne die „Weisweiler-Elf“, die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach. „Einige von den Jungs habe ich noch aktiv auf dem Platz gesehen. Mir macht es einen Riesenspaß, sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen.“

Know-how für die Ärmsten einsetzen

Etwas ganz Besonderes war die Aktion „Ein Karton, ein Lächeln!“, bei der OLS im Frühjahr 2018 knapp 400 von Mitarbeitern des Kundenunternehmens BPW – Bergische Achsen gepackte Kartons nach Nepal schaffte, um dort arme Kinder mit Mützen, Schals, Kosmetikartikeln und Schulmaterial auszustatten. Natürlich enthielten die Hilfspakete auch persönliche Geschenke und Spielzeug für die nepalesischen Kinder. „Unser Know-how setzen wir regelmäßig zum Nutzen unserer Kunden ein. Hier konnten wir damit einmal eine Aktion für Menschen außerhalb unserer Wohlstandssphäre unterstützen“, freut sich Navid Thielemann. „Die Kartons wurden auf unsere Kosten per Flugzeug transportiert, ein Service, den wir sonst nur für besonders eilige Kundengüter anbieten. Toll, dass alles so reibungslos geklappt hat und wir dazu beitragen konnten, in Nepal viel Freude zu spenden.“

Fotostrecke

Ausgabe 01/2019

Kontakt

Overseas Logistic Services

Overseas Logistic Services

Adresse:
Konrad-Zuse-Ring 14a,
41179 Mönchengladbach
Telefon:02161 5497-0
Fax:02161 5497-202

Suche