LEVITECH: Unvorbereitet ins Homeoffice

Die Corona-Krise offenbart die Schwachstellen im Bereich mobiles Arbeiten bei vielen Mittelständlern, sagen die Experten von LEVITECH in Viersen
Fabio Pastars, André Nemmertz und Sascha Pieper (v.l.) bilden die Geschäftsführung der LEVITECH GmbH
Fabio Pastars, André Nemmertz und Sascha Pieper (v.l.) bilden die Geschäftsführung der LEVITECH GmbH
Je dramatischer sich die Corona-Situation auch in Deutschland entwickelt, desto mehr Anfragen erreichen die LEVITECH GmbH in Viersen. „In den ersten Tagen und Wochen wuchs das Thema auf drei Viertel aller Anfragen an, inzwischen sind wir bei annähernd 100 Prozent angekommen“, schildert Geschäftsführer Fabio Pastars die Lage. Denn wer kann, möchte komplett auf Homeoffice umstellen. „Halb Deutschland soll und muss plötzlich von zu Hause aus arbeiten. Das ist eine gewaltige Herausforderung.“ Die Corona-Krise lege grundsätzliche Schwachstellen im Bereich mobiles Arbeiten bei vielen mittelständischen Unternehmen schonungslos offen.

Hardware-Markt leer gefegt

Doch das seit einigen Tagen förmlich explodierende Interesse an den Lösungen und Dienstleistungen der niederrheinischen IT-Spezialisten ist für Fabio Pastars und seine Geschäftsführer-Kollegen Sascha Pieper und André Nemmertz kein Grund zum Jubeln. „Niemand kann sich über eine die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzende Pandemie freuen“, sagt Sascha Pieper. Um zumindest den wirtschaftlichen Schaden etwas abzumildern, unterstützt die LEVITECH GmbH ihre Stamm- und Neukunden mit ganzer Kraft“, betont André Nemmertz. Knowhow und Erfahrung in Sachen mobiler Arbeitsplatz hat das LEVITECH-Team zur Genüge. Das Problem jedoch ist die Fülle an Hilfsanfragen zur selben Zeit. Und der Mangel an Hardware: „Nicht wenige Unternehmen haben gar keine Notebooks, um damit die Mitarbeiter nach Hause zu schicken“, sagt Fabio Pastars. Also schnell ein paar mobile Endgeräte bestellen? „Aktuell ist der Markt wie leer gefegt“, so André Nemmertz. LEVITECH setzt verstärkt auf die Cloud. Bis vor einigen Monaten sorgte das vor allem bei den Verantwortlichen von KMUs noch für manches Stirnrunzeln: Möchte man seine Firmendaten wirklich nach außen geben? Eine Sorge, die laut Fabio Pastars keine Grundlage habe. „Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen könnten niemals dieselbe Datensicherheit gewährleisten wie ein professionelles Rechenzentrum auf europäischem Boden. Hinzu kommt das Ausfallrisiko des eigenen Standorts, das durch das neuartige Virus in nie gekannter Form Realität geworden ist. „Wenn ich die Cloud nutze, kann ich notfalls sogar mit einem Smartphone den Betrieb für eine gewisse Zeit am Laufen halten“, sagt Sascha Pieper. Eine Sichtweise, die nun zwangsweise praktisch überall Einzug gehalten hat.

Umstellen auf die Cloud

So hart es klingt: Nun zeigt sich, wer zumindest halbwegs gut vorbereitet war – und wer nicht. Für LEVITECH selbst war die zwingende Umstellung auf Homeoffice kein Problem. „Wir haben uns zehn Minuten zusammengesetzt, dann hat schon mal die halbe Belegschaft ihre Notebooks eingepackt und ist nach Hause gefahren“, sagt Sascha Pieper. Der Wissensvorsprung von IT-Profis? Das Geschäftsführer-Trio schüttelt mit dem Kopf. Auch viele LEVITECH-Kunden aus ganz anderen Branchen hätten schon vor einiger Zeit auf die Cloud umgestellt. Sie seien nun eindeutig im Vorteil. Sie müssten nicht mehr technisch umrüsten und hätten ihre IT in ein Rechenzentrum verlagert, dessen Ausfall sehr, sehr unwahrscheinlich sei. Und: Jeder Firmenleitung hätte auch vor Corona klar sein müssen, dass mal ein Tag X kommen könnte“, meint Fabio Pastars. „Es muss ja nicht eine Pandemie sein.“ Ein Brandschaden oder auch „nur“ das Entdecken von gesundheitsgefährdendem Schimmel im Großraumbüro könnte schließlich auch zu temporären Schließungen führen. „Über Feuerversicherungen macht sich jeder Gedanken, über Alternativen zur Arbeit vor Ort war das bisher nicht so“, nennt André Nemmertz einen naheliegenden Vergleich. Wichtig sei, einen Notfallplan in der Tasche zu haben. Die wichtigste Frage: „Wie lässt sich der Betrieb – auch außerhalb des Betriebs – aufrechterhalten?“ Im produzierenden Gewerbe funktioniert das naturgemäß nicht, aber im kaufmännischen Bereich durchaus. „Der Notfallbetrieb ist keine Kür, sondern existenzielle Pflicht“, meint André Nemmertz. Nun müssen aus der Not heraus viele Homeoffice-Lösungen mit der heißen Nadel gestrickt und entsprechende Risiken in Kauf genommen werden. Da wäre zum einen der Datenschutz, auch wenn Fabio Pastars glaubt, dass bei geringeren Verstößen die Aufsichtsbehörden in der jetzigen Situation wohl beide Augen zudrücken werden. „Mit Sicherheit sagen kann ich es natürlich nicht.“ Das grundsätzliche Problem sind die fehlenden, in ruhigen Zeiten formulierten Regeln. Beispiel: Im Homeoffice liegen keine Betriebsunterlagen offen herum. Ausgedrucktes, das nicht mehr benötigt wird, wird zeitnah geschreddert. Besonders brisant wird es, wenn kein Firmenrechner, sondern der Privatrechner zum Einsatz kommt. „Dann hat das Unternehmen gar keinen Zugriff mehr. Es weiß nicht, ob regelmäßig Updates vorgenommen werden oder wie stark (oder schwach) der Virenschutz ist.

Weiteres Risiko: Cybercrime

Genau das führt zu einem weiteren Risiko: der Cyberkriminalität. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass Profis, die nichts Gutes im Schilde führen, die Corona-Krise für sich ausnutzen werden“, befürchtet Sascha Pieper. Unternehmen, ob KMUs oder Konzerne, müssten daher mehr denn je mit Attacken rechnen, mit Ausspähungen und Erpressungs-Trojanern. „Umso wichtiger ist es, nun eingerichtete Übergangslösungen wieder zu deinstallieren, sobald sich die Corona-Lage beruhigt hat.“ LEVITECH berät und unterstützt Unternehmen auch bei der Analyse, der Risikobewertung sowie der Erstellung von Notfallkonzepten. „Wie diese Pandemie uns zeigt, ist es wichtiger denn je, für den Worst Case vorbereitet zu sein. Solch ein Konzept ist oft Grundlage für Hardwareanschaffungen und die Konzeption der Infrastruktur. Mobile Notebooks statt feste Desktops erhöhen die Flexibilität der Mitarbeiter deutlich. In Verbindung mit der richtigen IT-Infrastruktur ist mobiles Arbeiten jederzeit ohne große Vorbereitungen möglich“, sagt Fabio Pastars. Die Experten können in der Krise auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Die drei Geschäftsführer, die auch Gesellschafter sind, lernten sich auf dem Math. Nat. Gymnasium in ihrer Heimatstadt Mönchengladbach kennen. Einige Jahre nach der Schulzeit kreuzten sich ihre Lebensläufe wieder. Inzwischen besteht das Unternehmen seit 1998, seit dem Jahr 2014 firmiert es unter LEVITECH. Der Name leitet sich ab vom lateinischen Wort levitas für Leichtigkeit: Technologie soll also für den Kunden möglichst leicht gemacht werden. In „normalen Zeiten“ vertrauen rund 400 Kunden pro Jahr aus nahezu allen Branchen der Expertise aus Viersen. Der Betreuungsradius liegt bei etwa 100 Kilometern, wobei der Kreis Viersen und die Stadt Mönchengladbach einen deutlichen Schwerpunkt bilden. Ein Punkt ist das Server-Management. „Der Server ist das Bindeglied zwischen den IT-Systemen der Mitarbeiter“, sagt Sascha Pieper. Bei technischen Problemen oder gar einem Ausfall stehe die Arbeit im schlimmsten Falle still – immense finanzielle Einbußen könnten die Folge sein. Wer aus Sicht der Fachleute auf Nummer sicher gehen und es so unkompliziert wie möglich haben möchte, verzichtet auf den eigenen Server und vertraut sämtliche Services der Cloud an, „mit der entsprechenden Datenhaltung in externen Rechenzentren, die wir bereitstellen“, sagt André Nemmertz. Ein wichtiger Punkt sind Managed Services: „Der Kunde kauft nur noch die fertige Leistung ein“, erklärt Fabio Pastars das Prinzip. Mit Themen wie Lizenzen, Backups und mehr müsse sich der Auftraggeber also nicht mehr befassen. Im Fokus steht die IT-Infrastruktur als Basis für die verschiedenen Anwendungsprogramme. Für branchenspezifische Fachanwendungen, beispielhaft Software-Lösungen für Warenwirtschaftssysteme oder die Finanzbuchhaltung, greift man bei LEVITECH auf spezialisierte Partnerunternehmen zurück, mit denen man seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeitet. „Mit dem Begriff IT-Systemhaus verbinden viele eine Art Bauchladen, der alles macht“, erklärt André Nemmertz. Genau das sei man aber nicht. „Wir haben uns ganz bewusst entschieden, selbst nur bestimmte Bereiche anzubieten, in denen wir uns exzellent auskennen. Und das wird auch von den Kunden honoriert.“

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Ausgabe 02/2020

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