Coilinter Internationaler Stahlservice: Stahl-Insider …

… im Expansionsmodus.
Zum Managementteam von Coilinter gehören neben Roland Strunz, Ewald Schütz und Rainer Schmitz auch Carmen Schütz im Vertrieb sowie Carola Schütz, zuständig für die Finanzen (v.l.)
Zum Managementteam von Coilinter gehören neben Roland Strunz, Ewald Schütz und Rainer Schmitz auch Carmen Schütz im Vertrieb sowie Carola Schütz, zuständig für die Finanzen (v.l.)
War die Stahlindustrie noch bis in die 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine weitgehend prestigeträchtige Angelegenheit einzelner Staaten, so hat sich dies in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Im Zuge internationaler Kooperationen und Handelsverträge entstand mit dem weltumspannenden Stahlhandel ein neuer Wirtschaftszweig, der heute entsprechend weniger von singulär nationalen Interessen abhängt als von den oft turbulenten Irrungen der Weltwirtschaftspolitik. Wenn sich ein amerikanischer Präsident, wie unlängst geschehen, dazu entschließt, gegen mehr als die Hälfte der Weltstahlproduktion Strafzölle zu erheben, ist dies ein großes Titelthema in jeder Zeitung und in den TV-Nachrichten der Hauptaufmacher des Abends. Bei einem erfahrenen Stahlhändler wie der Coilinter Internationaler Stahlservice GmbH & Co. KG führt die Nachricht aber keinesfalls zu Panik oder Stress. „Wir haben seit 2001 gelernt, uns auf unterschiedliche Bedingungen im Weltstahlhandel flexibel einzustellen“, sagt Ewald Schütz, der Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens in Kaarst, gelassen. Derzeit bestimmen die noch zollfreien Handelsquoten das Daily Business seines 14-köpfigen Teams: „Zollbeschränkungen unterbinden ja nicht den Handel, sie verschieben nur die Handelswege, und die Nachteile des einen sind Vorteile für andere Marktanbieter oder andere Absatzmärkte.“

Kleine Struktur, große Vorteile

„Mit unserem belastbaren Netzwerk aus langjährigen, guten Kontakten können wir auf die Domino-Effekte von Zollquoten flexibel reagieren und für unsere Kunden zum Teil sehr gute neue Deals abschließen“, ergänzt Rainer Schmitz, Prokurist bei Coilinter. „Denn ein großer Vorteil ist bei solchen Fragen eindeutig die kleine Struktur unseres Unternehmens, durch die wir schnelle Entscheidungen treffen und diese auch sofort umsetzen können.“ Würde man als Branchenlaie erwarten, dass ein Großteil dieses Geschäftes in der digitalen Zeit allein über das Internet abgewickelt wird, so korrigieren die Branchenprofis diesen Eindruck vehement. „Ohne persönliche, gute Kontakte könnten wir unseren Status in der Branche nicht dauerhaft halten.“ Ewald Schütz: „Wir arbeiten mit großen europäischen Herstellern eng zusammen, müssen allerdings auch den Weltmarkt beachten. So gibt es seit der Firmengründung traditionelle Beziehungen zu bedeutenden asiatischen Werken und zu dem australischen Produzenten BlueScope Steel. Entgegen den Kapazitätskürzungen in Europa wird in anderen Regionen die Stahlproduktion weiter ausgebaut. Im Laufe der letzten Jahre hat sich Indien als zweitgrößter Hersteller hinter China etabliert. Dieser Entwicklung können wir uns als Privatunternehmen nicht verschließen.“ In den weltweiten Verflechtungen seiner Branche kennt sich der Stahl-Insider aus wie kaum ein Zweiter, denn schon vor seiner Firmengründung war Ewald Schütz in führenden Positionen bei deutschen Stahlhändlern tätig. Besonders stolz ist er darauf, dass er seit der Firmengründung Mitte 2001 in jedem Jahr Gewinne erzielen konnte, die je nach Marktsituation unterschiedlich hoch ausgefallen sind.

Poleposition am Niederrhein

Der Firmensitz von Coilinter im beschaulichen Kaarst ist aus Sicht von Ewald Schütz geradezu eine Poleposition. „Wir liegen in unmittelbarer Nähe von Düsseldorf, der Landeshauptstadt, die nach wie vor eine der führenden Stahlstädte in Europa ist. Hier in der Region sind die meisten europäischen Werke vertreten und auch die asiatischen Anbieter, was die Kommunikation und Kontaktpflege sehr erleichtert. Und schließlich sind unsere Gäste nach 20 Minuten Fahrzeit im ruhigen Kaarst, wo sich ohne Hektik über die für uns wichtigen Themen sprechen lässt.“ Dem modernen Backsteinbau in einem Kaarster Wohngebiet sieht man das weltweilt tätige Handelsunternehmen mit einem jährlichen Umschlag von 200.000 Tonnen Stahl zunächst nicht an. Elegante Großzügigkeit prägt das Interieur mit einer stilvollen Einrichtung, ausgewählten Kunstwerken und einem beinahe familiären Ambiente auf derzeit rund 750 Quadratmetern. Ein Anbau mit noch einmal der gleichen Fläche soll im Frühjahr 2020 fertig sein. „Und dann wird im japanischen Innenhof ein kleiner Tempel stehen, den ich bei einer meiner Reisen günstig erwerben konnte“, freut sich Ewald Schütz auf den Abschluss der aktuellen Baustellenphase. Ihm ist wichtig, dass sich seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Firma wohlfühlen. „Das ist für mich eine Frage der Wertschätzung für das, was wir hier alle gemeinsam leisten!“ Roland Strunz komplettiert als Prokurist das Führungstrio des Unternehmens. Auch er unterstreicht die besondere Rolle, die Coilinter in Anspruch nimmt. „Wir stehen in Konkurrenz mit diversen Tradern, die möglicherweise nicht immer die Kundeninteressen berücksichtigen. Wir gehen da deutlich konservativer vor und arbeiten langjährig mit bestimmten Premium-Herstellern zusammen, wo wir uns auf die Qualitäten und die Lieferzeiten verlassen können“, denn die Kaarster verstehen sich als Stahllieferant mit Sorgfaltspflicht in beide Richtungen. „Als Scharnier zwischen Produzenten und Anwendern achten wir auf den Ausgleich der Interessen beider Seiten, schätzen eventuelle Risiken ein und kümmern uns vorsorglich auch schon mal um Pufferkapazitäten.“

Täglicher Interessenausgleich

„Manche denken nach, wir denken vor“, zitiert Ewald Schütz hier gern den Rockmusiker Udo Lindenberg. Wenn wir aus der Erfahrung langjähriger Zusammenarbeit absehen können, wann ein Kunde eine bestimmte Spezifikation brauchen wird, die Marktsituation sich aber verändert, schauen wir uns im internationalen Netz rechtzeitig nach wettbewerbsfähigen Alternativen um, um unseren Kunden weiterhin adäquat versorgen zu können“, beschreibt Roland Strunz den täglichen Spagat im Ausgleich unterschiedlicher Interessen. Nicht übersehen werden darf dabei, dass aufgrund verschiedener Legierungen und Herstellungsmethoden sehr unterschiedliche Qualitäten erzeugt werden können. Der Fachmann spricht von unterschiedlichen „Güten“, für die es auf der Welt auch verschiedene Produktionsstandorte gibt. Nicht jedes Stahlwerk kann jede Güte liefern, die für die verschiedenen Anwendungen geeignet sind. Die Kunden von Coilinter stammen überwiegend aus der Baubranche, der Automobilindustrie und dem Stahlmöbelbau, wo schon allein durch technische Sicherheitsvorschriften die diversen Anforderungen an den Produktionsrohstoff Stahl gestellt werden. „Unser Anspruch ist es, diese Anforderungen so gut zu kennen, dass wir sie nicht nur genau beachten, sondern in unseren Gesprächen mit den Stahlherstellern für unsere Kunden immer versuchen, das Optimum herauszuholen. Dabei spielen technische Neuentwicklungen natürlich eine besondere Rolle. „Ich glaube noch an das German Engineering“, unterstreicht Rainer Schmitz im Wissen darum, dass es z.B. innovative Automobilhersteller gibt, die bestimmte Güten gemeinsam mit Stahlproduzenten entwickeln und dafür sogar eigene Spezifikationen schreiben, um sie für die Fahrzeuge der Zukunft marktreif zu machen.

Expansion in Innovationen

Hier sind natürlich sehr enge Kooperationen möglich, wobei Rainer Schmitz hierin den unverzichtbaren Vorteil unserer heimischen Stahlindustrie in Europa sieht. „Die Stahlwerke in China und Indien liefern die großen Mengen des Weltstahlbedarfs, sie werden sich aber mit dem innovativ ausgerichteten Stahl-Customising auch künftig sehr schwer tun, allein aufgrund der langen Transportwege.“ Für den Coilinter International Stahlservice haben Ewald Schütz, Rainer Schmitz und Roland Strunz die Weichen eindeutig in Richtung Expansion gestellt. Mit der Erweiterung der Firmenräumlichkeiten verbindet das Unternehmen auch eine Erweiterung des Firmenportfolios. Roland Strunz: „Wir möchten zukünftig auch verstärkt Stahlprodukte für andere Verwendungen abdecken, bei denen wir zurzeit nur sehr untergeordnet vertreten sind. Möglicherweise werden wir auch schrittweise versuchen, im Aluminium-, Edelstahl- und Elektroblechbereich eine kleine Rolle zu spielen. In diesen Bereichen gibt es noch ein großes Wachstumspotenzial.“ Entsprechend soll auch das Team bei Coilinter aufgestockt werden. „Wir reden hier über Bereiche, für die wir wirkliche Branchenexperten brauchen. Entweder finden wir sie jetzt schon am freien Markt oder wir bauen sie uns als Spezialisten im eigenen Team auf“, bringt Rainer Schmitz auch die Nachwuchssuche ins Gespräch. Mit Auszubildenden hat Coilinter schon mehrfach sehr gute Erfahrungen gesammelt, denn neben dem positiven Arbeitsambiente erwartet Brancheneinsteigern und -fachleuten hier eine Aufgabe mit adäquaten Verdienstmöglichkeiten in einem Gebiet, das weltweit sehr vielfältig ist und damit nie langweilig wird. Emrich Welsing | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 07/2019

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Coilinter Internationaler Stahlservice

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Telefon:+49 2131 5129860
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