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GIS Personallogistik: Digitalisierung stellt Personalwelt auf den Kopf

Björn Schiffer von GIS Personallogistik über die Herausforderungen auf dem Rekrutierungsmarkt.
(Foto: ©Mimi Potter – stock.adobe.com)
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NRM: Herr Schiffer, alle Welt redet von Industrie 4.0 und Digitalisierung. Sie auch?

Björn Schiffer: Natürlich sind das Themen, die die gesamte Wirtschaft betreffen und beschäftigen. Für unsere Branche kann ich ohne Übertreibung sagen: Industrie 4.0 und Digitalisierung stellen die Personalwelt auf den Kopf.

NRM: Was meinen Sie damit konkret?

Björn Schiffer: Zum Beispiel werden Maschinen in nicht allzu ferner Zukunft großflächig in der Lage sein, selbstständig komplizierte Entscheidungen zu treffen. Die Massenproduktion geht zurück, die Herstellung wird individuell angepasst. Diese flexible Produktion ist zwangsläufig mit flexiblen Arbeitszeitmodellen verbunden. Und um Hightechmaschinen, die stetig optimiert werden, bedienen zu können, braucht es natürlich auch eine hohe Qualifizierung und eine permanente Weiterbildung. Weitere Stichpunkte in diesem Zusammenhang sind Dezentralität und ortsunabhängige Kollaboration sowie eine deutliche Zunahme an Just-in-time-Lösungen. Es findet eine Entbindung der Arbeit von Zeit und Ort statt.

NRM: Wie hat sich der Rekrutierungsmarkt in den letzten Jahren verändert?

Björn Schiffer: Er ist viel komplexer geworden. Wir befinden uns gerade in der Metamorphose von der Stellenanzeige zur Werbeanzeige. Denn die Unternehmen müssen in Zeiten des Fachkräftemangels nicht mehr nur für ihre Produkte und Dienstleistungen werben, sondern auch für sich als Arbeitgeber. Die Wege von Werbeanzeigen müssen zur Rekrutierung genutzt werden.

NRM: Wie finden Sie für Ihre Partner die richtigen Leute?

Björn Schiffer: Das ist in der Tat eine große Herausforderung. Rund 80 Prozent der Arbeitnehmer sind zwar latent wechselwillig. Das bedeutet, sie können sich den Job in einem anderen Unternehmen als dem aktuellen durchaus vorstellen – sie suchen aber nicht aktiv. Dementsprechend erreicht man solche Fachkräfte nicht auf den einschlägigen Job-Portalen oder durch Zeitungsanzeigen.

NRM: Sondern?

Björn Schiffer: Man muss vor allem das Online-Verhalten der gewünschten Kandidaten erkennen und sie dort, wo sie sich aufhalten, gezielt erreichen. Dafür führen wir erfolgreich Zielgruppen-Analysen durch. So erreichen wir beispielsweise junge IT-Spezialisten u.a. via Facebook und Instagram und über YouTube; diesen Kanal nutzen viele, um sich per Video Fachwissen anzueignen. Die digitalen Talente findet man also nicht mehr auf dem alten Weg. Auch hier nenne ich wieder Schlagwörter: Unternehmen müssen durch Social Networking Präsenz zeigen. Beim „Mobile Recruitung“ geht es darum, Berührungspunkte durch Smartphone oder Tablet zu finden.

NRM: Wie lange dauert heute eine Suche im Durchschnitt?

Björn Schiffer: Der Markt sagt, dass für Akademiker im Schnitt 107 Tage vergehen, bei Fach- und Führungskräften sind es 89 Tage – und jede dritte Personalsuche muss man demnach erfolglos abbrechen. Meistens planen die Unternehmen nur 59 Tage für die Rekrutierung ein. Dieses Ziel versuchen wir durch unsere Möglichkeiten zu erreichen. Ein großer Vorteil der Digitalisierung ist, dass wir Zugriffszahlen, Zugriffsdauer, Abbrüche und Klickraten in Echtzeit analysieren können. Wir sehen also immer, welche Methode auf welchem Kanal gut funktioniert, aber auch, was nicht gut läuft und entsprechend angepasst werden muss. Wir verändern keine Märkte, die Märkte verändern unsere Prozesse. Und das heutige Recruiting hat viel Potenzial im Gepäck. Damit Unternehmen das ganze Potenzial nutzen können, sourcen sie den immensen Aufwand an uns aus. Dank unserer Erfolgsgarantien bleiben unseren Partnern Enttäuschungen und Risiken erspart.

NRM: Die fachliche Kompetenz von Kandidaten ist eine Sache. Wie sehr achten Unternehmen auch auf unterschiedliche Charaktere?

Björn Schiffer: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Natürlich stellen sich unsere Partner die Frage: Welche Persönlichkeit benötige ich für diese oder jene Aufgabe in meinem Unternehmen. Ganz grob unterteilt gibt es drei Persönlichkeiten: den Karrieristen, der beispielsweise im Vertrieb das Spiel gewinnen will, den Visionär, der das große Ganze im Blick hat, und den Sicherheitsbedachten, der einfach seinen Job gut erledigen will – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Diese unterschiedlichen Typen müssen Sie natürlich unterschiedlich ansprechen. Da geht es nicht nur um harte Fakten, sondern auch um Emotionen.

NRM: Und dann gibt es da ja noch die berühmten Generationen-Unterschiede …

Björn Schiffer: Genau. Die hat es zwar schon immer gegeben, aber heute müssen Sie in der Personalsuche berücksichtigt werden, sonst hat man als Unternehmen kaum eine Chance. Die Generation X unterscheidet sich von der Generation Y durch andere Wertvorstellungen und eine jeweils eigene Sprache. Und diese Sprachen müssen Sie sprechen. Das ist relevant, da der Mitarbeitermarkt so umkämpft ist wie kaum jemals zuvor.

NRM: Welche Rolle spielt die Mitarbeiter-Bindung?

Björn Schiffer: Natürlich eine sehr große; ich habe die hohe Wechselbereitschaft ja bereits angesprochen. Mitarbeiter bleiben nur, wenn sie zufrieden sind – das mag banal klingen, ist es aber nicht. Diese Zufriedenheit zu erreichen ist ein wichtiges Aufgabengebiet für unsere Partner und uns. Es geht u.a. um zeitgemäße Arbeitszeit- und Präsenzmodelle, um die Entwicklung und Implementierung einer förderlichen Unternehmensphilosophie und -kultur, um die Schaffung eines Umfelds, in dem agiles Arbeiten florieren kann.

NRM: Welche Ziele haben Sie für Ihr eigenes Unternehmen?

Björn Schiffer: Unser Ziel ist es, uns als Arbeitgeber und als Beratungsunternehmen dauerhaft weiterzuentwickeln und noch stärker zu festigen und zu positionieren. Wir werden unser Dienstleistungsspektrum erweitern und weiterhin individuell den Wünschen und Belangen von Unternehmen und Bewerbern anpassen.

NRM: Herr Schiffer, herzlichen Dank für das Gespräch.
Daniel Boss | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 04/2019

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