IHK Düsseldorf

Weniger Auslands-Investments
Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf
Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf
Die Unternehmen in der Region Düsseldorf / Mittlerer Niederrhein investieren weniger im Ausland. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein unter rund 900 Unternehmen hervor. „Das geringere Auslandsengagement ist eine Folge der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten“, erklärt Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Gründe hierfür seien die ungeklärten künftigen Beziehungen zu Großbritannien, die Konfliktherde im Nahen Osten, die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA sowie der zunehmende Protektionismus. 25 Prozent der im Ausland aktiven Unternehmen wollen ihre Auslandsbudgets daher in diesem Jahr senken, 19 Prozent beabsichtigen eine Erhöhung. Damit gaben die Betriebe zum zweiten Mal in Folge an, dass sie ihre Investitionen im Ausland senken werden. Seit der Wirtschaftskrise 2009 war dies nur einmal der Fall – im Spätsommer 2016 und zu Jahresbeginn 2017. Insbesondere der Großhandel und die Dienstleister wollen ihr Engagement in den ausländischen Betriebsstätten zurückfahren. In der Industrie werden die Budgets dagegen insgesamt konstant gehalten. Firmen investieren im Ausland vor allem, um ihren Kunden nah zu sein und um einen Vertriebs- oder Kundendienst aufzubauen und zu erhalten. Immer mehr Industrieunternehmen bauen hingegen direkt ausländische Dependancen auf, um Handelshemmnisse wie Zölle zu umgehen.
Ausgabe 01/2020