EKG Projekt: Bundesweite App gestartet: „Infektionsketten zu Hausärzten kappen“

Corona: Unternehmen stellt kostenloses Kommunikations-Werkzeug zur Verfügung
Günter Müller, Strategieberater EKG
Günter Müller, Strategieberater EKG
Die Meldungen sind beunruhigend: Immer mehr Arztpraxen in Deutschland, so berichten Medien, müssen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus geschlossen werden. Die Nachrichten kommen aus verschiedenen Bundesländern, unter anderem aus NRW. Besonders dramatisch scheint die Lage in Berlin: Hier sind inzwischen (Stand 26.3.) rund 100 Praxen dicht, in den meisten Fällen aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen. „Es ist leider sehr wahrscheinlich, dass diese Zahlen in den kommenden Tagen weiter steigen werden“, sagt Günter Müller, Geschäftsführer der EKG Projekt GmbH & Co KG. Das Krefelder Unternehmen führt seit vielen Jahren Spezialprojekte im Gesundheitswesen durch. Zum Kreis der Gesellschafter gehören auch zwei Apotheker. EKG entwickelt unter anderem Konzepte für Ärztehäuser. Zuletzt haben die Krefelder die kostenfreie App „Gesundheit vor Ort“ gestartet - und aus aktuellem Anlass um wichtige „Corona-Werkzeuge“ erweitert. „Dafür hat das Team alles andere stehen und liegen gelassen. „Im Moment hat aus Sicht unseres Unternehmens nur eine Maßnahme Priorität, nämlich die Infektionskette zur Hausarztpraxis zu kappen“, sagt Günter Müller. Medizinisches Personal, aber natürlich auch Patienten sollen vor Ansteckung geschützt werden. Verdachtsfälle sind möglichst zu vermeiden. Denn: „Jede lahmgelegte Hausarztpraxis ist in diesen Wochen eine zuviel.“ EKG hofft auf möglichst viele neue User in kurzer Zeit. „Wir spüren bereits ein großes Interesse und sprechen schon seit Tagen mit Politik und Behörden in verschiedenen Kommunen, aber auch auf Landes- und Bundesebene.“ Die App „Gesundheit vor Ort“, herunterzuladen in den einschlägigen App-Stores, erlaubt mit wenigen Klicks bundesweit die Kontaktaufnahme zum eigenen Hausarzt bzw. Hausärztin. Bei Eingabe der Postleitzahl erscheint eine Auswahlliste. Der User schreibt seine Nachricht an die gewünschte Praxis, die automatisch eine E-Mail (oder ein Fax) erhält. So wird sie über die Fragen und Sorgen des Patienten, womöglich bereits mit Angaben von Symptomen, informiert. „Nervtötende Warteschleifen oder das Telefonieren mit medizinischem Personal unter Dauerstress entfallen.“ Vor allem aber muss sich niemand mehr persönlich auf den Weg machen. „Das Praxisteam kann mit der nötigen Sorgfalt prüfen, was weiter zu tun ist, und den Patienten informieren, zum Beispiel, ob ein Corona-Test angebracht ist und wo er durchgeführt werden kann und sollte.“ Ein einziger Download reicht, um die Gesundheitsversorgung einer kompletten Familie zu steuern. Dafür können verschiedene Accounts angelegt werden. „Kinder oder Enkel können so ihren Eltern oder Großeltern helfen, ohne sie physisch treffen zu müssen. „Auch die versorgende Apotheke könnte bei Bedarf einspringen“, sagt Günter Müller. Ohnehin ist die App auch für die Kommunikation mit Apotheken konzipiert.
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