Warth & Klein Grant Thornton – Interview: Der Niederrhein – bald Modellregion für Mobilität?

Automobil-Experte Stephan Alexander Vogelskamp im Interview.
Das Team von Warth & Klein Grant Thornton betreut am Niederrhein über 500 Mandanten (© Jacqueline Wardeski)
Das Team von Warth & Klein Grant Thornton betreut am Niederrhein über 500 Mandanten (© Jacqueline Wardeski)
Hat der Niederrhein das Potenzial, eine Modellregion für zukunftsfähige Mobilitätskonzepte zu werden? Über die Sichtweise der Automobilbranche haben die Viersener Experten von Warth & Klein Grant Thornton mit Stephan Alexander Vogelskamp, dem geschäftsführenden Vorstand des Branchenverbandes „automotiveland.nrw“, gesprochen.

Warth & Klein Grant Thornton: Herr Vogelskamp, sehen Sie im Rahmen der Entwicklung zukunftsfähiger Mobilitätskonzepte Potenzial für den Niederrhein als grenzüberschreitende Modellregion?

Vogelskamp: Der Niederrhein eignet sich durch seine geografische Nähe zu den Niederlanden hervorragend als Modellregion für grenzübergreifende Kooperationsvorhaben. Denkbar wären beispielsweise Projekte und Forschungsvorhaben im Bereich Ladeinfrastruktur oder Smart Grids.

Warth & Klein Grant Thornton: Wie muss ein Ladenetz aussehen, das konkret die Bedürfnisse von beruflichen und touristischen Ein- und Auspendlern bedient?

Vogelskamp: Mit Blick auf den für uns bedeutenden Logistikstandort Venlo scheinen Ansätze zur Optimierung eines energieeffizienten, grenzübergreifenden Gütertransports in einem hochfrequentierten Raum durchaus sinnvoll. Gleichzeitig lässt sich gemeinsam an dem Ausbau intelligenter Netze im Rahmen der Sektorenkopplung arbeiten, der für die Energiewende unausweichlich ist.

Warth & Klein Grant Thornton: Wie sehen Sie die Entwicklungspotenziale in Sachen Elektro und Wasserstoff für die Region?

Vogelskamp: Zwar ist insgesamt ein Anstieg der Bedeutung alternativer Mobilitätsformen zu verzeichnen, jedoch lässt die flächendeckende Verbreitung nachhaltiger Antriebsarten noch Potenzial nach oben. Die Aufgabe für die Zukunft besteht darin, durch gezielte Maßnahmen die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur zu verstärken und gleichzeitig den Ladevorgang in den Alltag zu integrieren, das heißt Ladezeiten zu reduzieren und Reichweiten zu erhöhen.

Warth & Klein Grant Thornton: Wird Ihrer Ansicht nach das Thema Wasserstoff in der Stromerzeugung im Energie- und Mobilitätsmix eine bedeutendere Rolle bekommen und Potenziale eröffnen, die ambitionierten Klima- und Emissionsziele zu erreichen?

Vogelskamp: Die Energiewende wird aber nicht ohne Wasserstoff bewältigt werden können. Hier sehe ich Möglichkeiten im Hochvolumen-Bereich und bei der Dekarbonisierung energieintensiver Industrien wie die Stahl-, Chemie- oder Transportindustrie. Ein Einsatz im Pkw ist aufgrund des vergleichsweise aufwendigen Herstellungsprozesses, der zu einem verhältnismäßig schlechten Wirkungsgrad führt, aktuell eher unwirtschaftlich. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist jedoch enorm und man darf gespannt sein, welche Fortschritte als Nächstes folgen.

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Ausgabe 03/2021

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