Orientierung in bewegten Zeiten

Trotz turbulenter Phasen geht es der Immobilienwirtschaft gut. Das zeigte aktuell auch die Expo Real, die vom 4. bis 6. Oktober in München stattfand.
Drei Tage lang traf sich die europäische Immobilienwirtschaft in München
Drei Tage lang traf sich die europäische Immobilienwirtschaft in München
„Solange die Zinsen niedrig bleiben und jede Menge Kapital auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten ist, scheint ein Ende des Immobilienbooms nicht in Sicht”, erklärte Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München GmbH. „Gleichzeitig zeigt sich die globale Wirtschaftslage gefährdet und die politische Lage labil. Das lässt Investoren vorsichtiger handeln. Die Expo Real ist der ideale Ort, um diese Entwicklungen auszuloten und entsprechende Geschäftsstrategien daraus abzuleiten.“
Dass es der Branche weiterhin gut geht, zeigte auch die Anzahl an Ausstellern auf Europas wichtigster Fachmesse für Immobilien und Investitionen: 1.764 Repräsentanten waren nach München gekommen, das sind immerhin 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr (1.707). Zu den Top-10-Ausstellerländern ohne Deutschland zählten: Österreich, Niederlande, Polen, Schweiz, Großbritannien, Ungarn, Frankreich, die USA, Luxemburg sowie gemeinsam auf Platz 10 Italien und die Tschechische Republik.

Konferenz-Themen: Brexit, Migration und Co.


Eines der großen Themen, die die europäische Immobilienwirtschaft in den letzten Wochen sehr beschäftigt haben, ist natürlich der Brexit – dementsprechend durfte es auch auf der Expo Real nicht fehlen. Die Experten zeichneten hier ein insgesamt eher positives Bild. Professor Dr. Max Otte, Gründer des IFVE Institut für Vermögensentwicklung in Köln, sagte etwa: „Ich finde, dass der Brexit eine Riesenchance ist für Europa. Wir haben ein homogeneres Kerneuropa. Wir haben ein System, was sich näher ist.“  Ein Schwerpunkt im Programm war zudem die Frage, wie sich die Gesamt- und damit die Immobilienwirtschaft weiterentwickeln werden. „Eine Fragestellung ist u.a., ob das Denken in Zyklen vorbei ist – oder ob wir derzeit nur eine außergewöhnliche Situation auf den Geld- und Investmentmärkten erleben und wie diese Situation einzuschätzen ist“, erklärte Klaus Dittrich. Auch die aktuellen Herausforderungen der Wohnungswirtschaft, wie etwa die Schaffung erschwinglichen Wohnraums oder die verstärkte Migration, bekamen viel Aufmerksamkeit.

Vernetzt wie nie zuvor


Die Besucher und Aussteller der diesjährigen Expo Real konnten sich so gut vernetzen wie nie zuvor. Dafür hatten die Veranstalter sich einige neue Tools ausgedacht. So wurde z.B. die Messe-App um drei Features erweitert. Ein Feature zeigte den Usern ausgewählte Veranstaltungen, mit einem weiteren konnten sie in bestimmten Veranstaltungen mit Moderatoren und Referenten interagieren. Und eine Schnittstelle zu einem Networking-Service ermöglichte es dort registrierten Teilnehmern, sich relevante Gesprächspartner vorschlagen zu lassen. Außerdem wurden zum ersten Mal in der Expo Real-Geschichte ausgewählte Teile des Konferenzprogramms per Livestream übertragen – auf dem eigenen YouTube-Kanal. Mit in die digitale Kommunikation reihten sich wie schon zuvor Twitter, Facebook, Xing, LinkedIn und der MesseBlog ein.

Thomas Corrinth | redaktion@rhein-wupper-manager.de


Ausgabe 08/2016