Berufsförderungswerk Oberhausen: Heute zur Fachkraft von morgen

Schnelle, unkomplizierte und kostengünstige Stellenbesetzung auch in Mangelberufen wie IT und Handwerk.
(Foto: © istockphoto.com - alvarez)
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Mit mpower.nrw setzt das Berufsförderungswerk (BFW) Oberhausen dringend benötigte Impulse in den Arbeitsmarkt und baut seinen Service für kleine und mittelständische Unternehmen in der Region weiter aus. Personalsuche wird zunehmend schwerer für Betriebe. Das zeigt die Fachkräfte-Engpassanalyse der Landesarbeitsagentur: 10.000 nordrhein-westfälische Ausbildungsplätze blieben 2019 unbesetzt, in technischen Berufsgruppen gab es deutlich mehr freie Stellen als qualifizierte Arbeitssuchende. Und selbst jene Unternehmen, die ihre Vakanzen füllen konnten, mussten durchschnittlich ein halbes Jahr darauf warten. Andreas Stiffel, CEO der IT-Firma HSt trade und service GmbH, bestätigt den Bericht: „Fertige Fachkräfte finde ich in meinem Segment fast nicht. Viele Azubis, die aus der Region kommen, werden nach der IHK-Prüfung flügge und versuchen ihr Glück an anderen Orten. Das BFW Oberhausen ist daher eine wichtige Säule meines Recruitings.“

Ausgewählt und leistungsstark

Mit mpower.nrw möchte das BFW Oberhausen Unternehmen davor bewahren, Aufträge wegen Personalmangel ablehnen zu müssen. „Wir bringen ausgewählte, leistungsstarke Teilnehmer in die Unternehmen, wo sie direkt eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen können“, erklärt Kai Cherdron, Qualifizierungsbegleiter bei mpower.nrw.

Managed Sprint Qualifying

Im Berufsförderungswerk werden Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Erstberuf arbeiten können, neu qualifiziert. „Das sind gestandene Leute, die unverschuldet ihre berufliche Existenz verloren haben und entsprechend hoch motiviert sind, eine neue aufzubauen“, spricht Andreas Stiffel, der schon fünf Mitarbeiter aus dem BFW übernommen hat, aus Erfahrung. Im BFW Oberhausen nehmen die Teilnehmer zunächst an einem individuellen Assessment teil. Nur wer hier als besonders leistungsfähig eingestuft wird, erhält Zugang zum Programm mpower.nrw und kann sich direkt im Betrieb ausbilden lassen. Denn wer im „Managed Sprint Qualifying“ in den Arbeitsmarkt zurückkehren will, braucht ein hohes Maß an Selbstorganisation und Motivation. Für den Geschäftsbereichsleiter Carsten Dietrich-von Appen ist eine gute Organisation der zentrale Erfolgsfaktor: „Teilnehmer und Arbeitgeber sollen sich voll auf die Ausbildung im Betrieb konzentrieren können. Daher kümmern wir uns um alles andere: Jeder Teilnehmer erhält einen persönlichen Coach. Dieser ist Ansprechpartner in allen Fragen, organisiert den Berufsschulunterricht, überprüft kontinuierlich den Qualifizierungserfolg und vieles mehr.“ Nach einem Jahr im Betrieb legt der Teilnehmer bereits die IHK-Prüfung ab. Möglich macht das eine besondere Struktur der Ausbildung. „Bevor der Teilnehmer den ersten Schritt im Betrieb macht, hat er bereits 15 Monate intensiver theoretischer Einarbeitung hinter sich. Dadurch können die Teilnehmer auch in der Berufsschule mithalten.“ Besonders vorteilhaft für den Arbeitgeber: Er zahlt nur die Gehaltskosten für das letzte Ausbildungsjahr. Die ersten 15 Monate theoretischer Ausbildung sind von der Arbeitsagentur subventioniert. „In der Betriebsphase lerne ich den Teilnehmer sehr gut kennen“, erklärt Andreas Stiffel, „und kann danach genau sagen, ob er mein Azubi von gestern oder meine Fachkraft von morgen ist.“
Wollen Sie sich die Fachkräfte von morgen sichern? Dann kontaktieren Sie Carsten Dietrich-von Appen, Geschäftsbereichsleiter und stellvertretender Direktor, Geschäftsbereich Diagnostik, Qualifizierung, Integration.

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Ausgabe 02/2020

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