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Marc Torke, Radiomoderator, Journalist und Social-Media-Experte

Population Facebook

„Ich habe im Leben auch echte Freunde. Und Facebook!“



Keine Population wächst so schnell wie Facebook. In diesem Jahr konnte das soziale Netzwerk die Zwei-Milliarden-Nutzer-Grenze knacken. Auf Platz zwei liegt China mit knapp 1,4 Milliarden Menschen. Laut des Statistikportals Statista nutzen alleine in Deutschland rund 30 Millionen Menschen Facebook.
Marc Torke ist Journalist, Radiomoderator und Social-Media-Experte aus Xanten. Mit seinem achtköpfigen Team betreut er zahlreiche Unternehmen und Kommunen in ihren Facebook Auftritten. Als Gastredner informiert der 35-Jährige über die Chancen und Risiken im neuen,
digitalen Markt.

NRM: Herr Torke, Sie besitzen über 10.000 Facebook-Kontakte, wie viele kennen Sie davon persönlich?

Marc Torke: Vielleicht 500 Facebook-Freunde. Die Frage ist ja, wie viele kennen mich. Ich habe mir in den Jahren ein Netzwerk von tollen Menschen aufgebaut, mit denen ich regelmäßig in Kontakt trete. Da ist vom Bürgermeister über den Geschäftsführer bis hin zur Hausfrau jeder dabei. Das macht Spaß! Die echten Freunde gibt es für mich im wahren Leben.

NRM: Können Sie Menschen verstehen, die die sozialen Medien verteufeln?

Marc Torke:
Absolut! Es wird oft geistiger Dünnschiss gepostet und viele schauen mehr auf das Smartphone als in die Augen ihrer Frau. Das Problem ist doch: Dank der sozialen Medien ist jeder sein eigener Pressesprecher geworden. Die wenigsten Menschen haben aber gelernt, wie sie sich authentisch und interessant z.B. auf Facebook präsentieren. Das Ergebnis sind Katzen und Essensbilder.

NRM: Worin sehen Sie dann den größten Nutzen, z.B. von Facebook?

Marc Torke: Der Deal ist: Gib mir deine Daten und du bekommst von mir Daten! Die Möglichkeiten, auf Facebook zu werben, sind erschreckend genau. Beispiel: Sie wollen einen Audi verkaufen. Also zeigen Sie diese Anzeige nur den Menschen, die sich für einen Audi interessieren – sortiert nach Alter, Geschlecht, Ortschaften und Interessen. Anderes Beispiel: Wenn wir ein Grillbuffet bewerben, wird es kein Vegetarier sehen. Sie haben kaum Streuverlust und die Kosten halten sich im Rahmen. Ob es Facebook oder irgendwann anders heißt, spielt keine Rolle, denn die digitalen Vermarktungsmöglichkeiten werden zur Normalität. Das merken wir besonders bei den Businessportalen Xing oder LinkedIn.

NRM: Was sind die drei größten Fehler, die ich auf Facebook machen kann?

Marc Torke:
Nummer eins: Wer auf Facebook diskutiert, der verliert! Es gibt viele Möglichkeiten, mit Kritik kundenorientiert und entspannt umzugehen. Googeln Sie einmal nach der Verbergen-Funktion für Facebook. Punkt zwei ist, sich davor zu verschließen. Oft sind Unternehmen schon auf Facebook, obwohl sie keine eigene Seite haben. Da wird schon über Sie geredet und Sie bekommen es nicht mit. Ziel ist es doch, das Medium zu kontrollieren und nicht andersherum. Der letzte Punkt ist der Tag der offenen Tür. Viele posten aus Angst und Unsicherheit ihre Angebotsflyer und langweilige Werberomane. Interessiert keinen Menschen. Wer Facebook wie den Tag der offenen Tür sieht, weiß ab jetzt, was er aus seinem Unternehmen zeigen soll. Anhand der Statistik sehe ich sofort, was am besten bei den Menschen ankommt. Posten Sie einmal ein Bild vom Chef, wie er seinen Kunden auf Facebook ein schönes Wochenende wünscht. Ich verspreche Ihnen, wenn der Chef dabei lächelt, wird dieser Beitrag einer der erfolgreichsten Ihrer Seite!

www.marctorke.de

Ausgabe 08/2017