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Die Anwälte Bastian Kandt, Jan Ludwig und Sascha Buchholz (v.l.) sind auf verschiedene Rechtsgebiete spezialisiert Foto: © Gebhard Bücker
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Kreutz & Partner Rechtsanwälte

Juristische Betreuung rechnet sich

Die Xantener Kanzlei Kreutz & Partner berät insbesondere mittelständische Unternehmen. Drei Anwälte erklären, warum es Firmen so gut wie jeden Tag mit Rechtsfragen zu tun haben.



Jan Ludwig ist Fachanwalt für Arbeitsrecht. Bastian Kandt ist auf Bau- und Architektenrecht spezialisiert. Ihr Kollege Sascha Buchholz arbeitet als Experte für Miet- und Wohnungseigentumsrecht bei Kreutz & Partner.

NRM: Ein Schwerpunkt Ihrer Kanzlei ist die Betreuung gewerblicher Mandanten. Was treibt Unternehmen typischerweise juristisch um?

Jan Ludwig: Alle Unternehmen und Kommunen nehmen jeden Tag – oft unbewusst – zahlreiche rechtlich relevante Handlungen vor und schließen eine Vielzahl von Rechtsgeschäften ab. Praktisch alle Unternehmen haben regelmäßig mit Fragen zu Verträgen zu tun und mit arbeitsrechtlichen Themen.

Sascha Buchholz: Betriebs- oder Büroräumlichkeiten benötigen alle Unternehmen, sodass miet- und immobilienrechtliche Fragestellungen immer wieder vorkommen. Auch kann jeder Unternehmer davon betroffen sein, dass seine Lieferanten oder Kunden insolvent werden.

Bastian Kandt: Je nach Branche kommen spezifische Themen hinzu. Bei den von uns betreuten Bauunternehmen und Handwerksbetrieben z.B. gibt es regelmäßig werkvertragliche Probleme zu bewältigen. Bei Kommunen ergeben sich täglich Fragestellungen hinsichtlich der Erteilung oder Versagung von Genehmigungen.

NRM: Ihre Kanzlei spricht von einer externen Rechtsabteilung. Was meinen Sie damit konkret?

Jan Ludwig: Große Unternehmen verfügen häufig über eigene Rechtsabteilungen. Mittelständler hingegen haben oft keinen so hohen Bedarf an Rechtsberatung, dass sich dies lohnt. Auf der anderen Seite besteht jedoch die Notwendigkeit, nicht nur für große Projekte juristisch versierte Berater zu haben. Dabei geht es auch um vermeintlich kleine Fragen gerade im Tagesgeschäft. Hier kommen wir ins Spiel als externe Rechtsabteilung. Unternehmer können ganz gezielt auf unsere Expertise zurückgreifen, ebenso, als wenn sie ihren Hausjuristen befragen, aber eben nur punktuell bei Bedarf.

Bastian Kandt: Bei unserer Kanzlei als externer Rechtsabteilung profitiert der Unternehmer davon, dass er Zugriff auf sechs Anwälte mit ihren unterschiedlichen Spezialisierungen und Erfahrungen hat, im Gegensatz zu einem einzelnen fest angestellten Juristen. Dadurch, dass wir rund 100 Unternehmen verschiedener Größenordnung und unterschiedlicher Branchen sowie mehrere Kommunen regelmäßig betreuen, kennen wir viele Fragestellungen schon aus anderen Konstellationen und müssen nicht „bei null“ anfangen. Im Fall von Urlaub oder Erkrankung steht zudem immer ein Ersatz parat.

Sascha Buchholz: Unser Ansatz ist präventiv. Das bedeutet, dass wir als Anwälte möglichst früh involviert werden. Nur so kann bereits im Bereich der Vertragsgestaltung Einfluss genommen werden. Dadurch können rechtliche Risiken rechtzeitig erkannt und spätere Probleme möglichst verhindert werden. Häufig haben kleine Unterschiede in der Formulierung gravierende rechtliche Konsequenzen. Selbst für gestandene Geschäftsleute ist dies oft nicht ohne Weiteres erkennbar. Der Vorteil einer langfristigen Zusammenarbeit ist, dass wir unsere Mandanten und deren Bedürfnisse und Rahmenbedingungen gut kennen und daher meist schnell reagieren und unterstützen können, ohne uns langwierig einarbeiten zu müssen.

NRM: Haben Sie, natürlich ohne Nennung von Namen, Beispielfälle aus verschiedenen Branchen und Rechtsbereichen?

Sascha Buchholz: Wir begleiten den gesamten Lebenszyklus von Gewerbeimmobilien, vom Grundstückserwerb über die Planung und Errichtung oder Sanierung von Gebäuden bis hin zur Vermietung oder dem Verkauf. Im Bereich des Asset- und Property-Managements unterstützen wir unsere Mandanten durch entsprechende Vertragsgestaltung und helfen bei rechtlichen Problemen im Alltag. Darüber hinaus beraten wir unsere Mandanten beim Kauf und Verkauf von Immobilien, angefangen von Einzelobjekten bis hin zu ganzen Immobilienportfolios, das können auch mal 16 Immobilien in Toplagen auf einmal sein. Zu unseren Mandanten in diesem Bereich gehören überwiegend Immobilienunternehmen und Vermieter von Gewerbeobjekten, aber auch Einzelhändler und Filialisten. Im Wohnungseigentumsrecht unterstützen wir beispielsweise bei der Erstellung und Änderung von Teilungserklärungen sowie Gemeinschaftsordnungen und beraten WEG-Verwalter.

Bastian Kandt: Bei Bauvorhaben kommt es nicht selten zu Streit über Kosten oder die Qualität der Werkleistung. Wir kümmern uns dabei um die Durchsetzung von Werklohn- und Honorarforderungen der am Bau beteiligten Handwerker, Generalunternehmer sowie Architekten und Ingenieure. Wenn dies außergerichtlich nicht gelingt, setzen wir diese natürlich auch gerichtlich durch. Ebenfalls zum Tagesgeschäft zählt die Prüfung und Gestaltung von Werkverträgen. Größere Projekte sind z.B. die Begleitung von Bauvorhaben mittelständischer Unternehmen vom Beginn der Planung an bis zur Fertigstellung des Bauprojektes, etwa Senioreneinrichtungen oder Krankenhäuser.

Jan Ludwig: Im Arbeitsrecht gestalten wir Anstellungsverträge oder unterstützen Unternehmer, wenn es erforderlich ist, sich von Mitarbeitern zu trennen. Wenn sich Mitarbeiter gegen eine Kündigung zur Wehr setzen, vertreten wir die Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht. Zuletzt haben wir beispielsweise ein großes mittelständisches Unternehmen dabei begleitet, ein Produktionswerk mit mehr als 50 Mitarbeitern stillzulegen. Hierbei haben wir mit dem Betriebsrat intensiv verhandelt und konnten erfolgreich einen Interessenausgleich und Sozialplan abschließen.

NRM: Kaufleute müssen ans Geld denken. Rechnet sich eine dauerhafte juristische Betreuung für Unternehmen?

Jan Ludwig: Davon sind wir überzeugt und auch unsere mittelständischen Mandanten, die uns oft seit vielen Jahren treu sind. In aller Regel ist das Geld, das man als Unternehmer in eine frühzeitige Rechtsberatung investiert, deutlich besser angelegt, als erst dann zum Anwalt zu gehen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Sascha Buchholz: Verglichen mit den Kosten einer eigenen Rechtsabteilung lohnt es sich allemal. Vor allem, wenn man bedenkt, dass nicht nur eigene Personalkosten vermieden werden, sondern auch Büroräume und teure Fachliteratur gespart werden. Gerade wenn man ein Unternehmen und die Abläufe kennt, ist der Aufwand im Einzelfall häufig überschaubar.

NRM: Beim Wort Anwalt denken viele sofort an langwierige und teure Prozesse. Ist der Gang vor Gericht eher die Ausnahme oder die Regel?

Bastian Kandt: Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, das ein Streit gerichtlich ausgetragen wird. Wenn möglich, versuchen wir mit unseren Mandanten im Verhandlungswege eine wirtschaftlich vernünftige einvernehmliche Regelung mit der Gegenseite zu erreichen und so kostspielige Prozesse zu verhindern. Das Interesse des Mandanten steht dabei immer im Mittelpunkt. Durch unseren präventiven Beratungsansatz versuchen wir zudem dafür zu sorgen, dass Konflikte erst gar nicht entstehen, und deren Folgen abzumildern.

 

NRM: Wie gehen Sie vor, wenn auch juristische Fragen aus dem Privatbereich aufkommen, etwa im Falle von Scheidungen und Erbstreitigkeiten?  

Sascha Buchholz: Wir wissen, was wir können, aber auch, was nicht. Wenn wir selbst ein Mandat nicht bearbeiten können, sagen wir das ganz offen. Ein Bereich, den wir z.B. nicht behandeln, ist das Erbrecht. In den meisten Fällen können wir auf ein breites Netzwerk an erfahrenen Spezialisten zugreifen, die wir guten Gewissens empfehlen können.

NRM: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Daniel Boss | redaktion@niederrhein-manager.de

Ausgabe 04/2018