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Geschäftsführer Stephan Gotzes
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Stg Licht

Im besten Licht

Ob Aachener Dom, Kino-Palast in Köln oder „Gosch“ auf Sylt – der Krefelder Lichtplaner Stephan Gotzes und seine stglicht GmbH Manufaktur für Leuchten schaffen Lichtatmosphäre.



Der Monitor zeigt den Grundriss der gotischen Liebfrauenbasilika in Trier, nur wenige Schritte vom Dom entfernt. Daneben zeigt der Screen Buttons für verschiedene Lichtszenen in dem jahrhundertealten Sakralbau, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Möglichkeiten reichen von „Werktag 1“ über „Taufe“ und „Hochzeit“ bis hin zu „Weihnachten 2“: Jeder Klick der digitalen Tasten steht für eine andere Beleuchtung. Verantwortlich zeichnet ein Unternehmen vom Niederrhein, die stglicht GmbH mit Sitz in Krefeld. Geschäftsführer ist Stephan Gotzes, dessen Initialen – gemeinsam mit der Kernkompetenz des Betriebs – den Firmennamen bilden. Die Verbindung zur Kirche ist traditionell eng bei der Familie Gotzes. Urgroßvater Hubert, dessen Ölporträt in Stephan Gotzes‘ Büro hängt, war in der Textilindustrie tätig und machte sich weltweit mit Paramenten, also mit Gewändern für Geistliche, einen Namen. „Nach dem Zweiten Weltkrieg haben mein Großvater und mein Vater dann versucht, das Unternehmen wiederaufzubauen“, erzählt der Firmenchef. „Sie wandten sich, gemeinsam mit Künstlern, verstärkt der Gestaltung von Kirchenräumen zu.“ Irgendwann kam von Kundenseite die Aussage, dass nun zwar der Raum wunderbar aussehe, „aber die Beleuchtung eine Katastrophe sei“. Es war die Geburtsstunde der stglicht GmbH, die Leuchten in der Königsklasse anbietet. Zur Unterscheidung: Lampen sind Leuchtmittel (LED, Glühbirnen), während Leuchten der Fachbegriff für die Träger dieser Lampen sind.

In ganz Deutschland unterwegs

Seit 27 Jahren ist Stephan Gotzes als Lichtplaner selbstständig. In Kirchenkreisen muss er keine Werbung mehr machen, seine Arbeiten leuchten für sich. „Im Bereich Sakralarchitektur sind wir Marktführer“, sagt der Krefelder. Ob Aachener oder Xantener Dom, ob St. Anna im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting oder St. Severin in Keitum auf Sylt – überall hat er mit seinem Team schon für das rechte Licht gesorgt. „Wir sind u.a. von Berlin bis Konstanz unterwegs, aber auch in England, Österreich und in den Beneluxländern.“ Neben dem Hauptsitz mit Manufaktur am Niederrhein gibt es weitere Vertretungen bundesweit. Dank der hauseigenen Manufaktur können immer überzeugende Lösungen für die individuellen Anforderungen des Raumes und die Wünsche der Bauherren zusammen mit dem technischen Know-how der stglicht entwickelt werden. Kürzlich erst wurde für die evangelische Pauluskirche in Krefeld mit ihrer komplexen Holzdecken-Konstruktion ein einziger Lichtkranz mit 9 Meter Durchmesser entworfen und realisiert. Das gestalterische Ergebnis überraschte zunächst alle und überzeugte dann vollends. Für die neue Lichtatmosphäre sorgen 30 wählbare Lichtszenarien, die auf Knopfdruck für das gesamte liturgische Jahr abgestimmte Beleuchtung erzeugen. „Wir verkaufen ja im Grund keine Leuchten, sondern letztlich Stimmung.“

Auch in Museen vertreten

Und diese Fähigkeit schätzen auch Kunden außerhalb der kirchlichen Welt. Das ist nicht weiter verwunderlich. Denn wer riesige und teilweise uralte Kirchenräume auf ansprechende Weise erhellen kann, dem kann in dieser Hinsicht keiner mehr etwas vormachen. So hat stglicht beispielsweise ein modernes Casino in Kiel in Szene gesetzt und war auch für Deutschlands vermutlich berühmtesten Fischhändler, Gosch, tätig. Am Standort Wenningstedt hängte man die länglichen Leuchten in Fischreusen. Die nötigen Vorschaltgeräte stecken unsichtbar in Deko-Bojen. „Man braucht Kreativität in diesem Metier“, sagt Stephan Gotzes. Einige weitere Referenzen sind die barocke Reithalle im Landesgestüt in Dillenburg, das Xantener StiftsMuseum sowie das ehemalige Dresdner-Bank-Gebäude und der Erbdrostenhof in Münster. „Wir kommen immer dann ins Spiel, wenn etwas Besonderes gesucht wird.“ Im Foyer des wiederbelebten Ufa-Filmpalastes in Köln hängen inzwischen Krefelder Vorhänge aus Licht von der Decke. Auftraggeber solcher Projekte sind in der Regel Architekten, mit denen die Firma partnerschaftlich zusammenarbeitet. Moderne und leicht bedienbare Steuerungen, wie in der Trierer Basilika, sind bei Aufträgen dieser Art inzwischen Standard. „Eine Orgel ohne Spieltisch lässt sich schließlich auch nicht bedienen“, wählt der Geschäftsführer einen musikalischen Vergleich.
Um Sonderanfertigungen dieser Güte liefern zu können, beschäftigt Gotzes u.a. Designer, Konstrukteure und sogar Gürtlermeister. „Das ist ein alter Beruf, bei dem es um die Bearbeitung von Eisen und Blech geht.“ Insgesamt gehören 25 Leute zu seinem Team. Die Philosophie des Hauses: „Alle unsere Leuchten werden von Hand hergestellt, besser gesagt: von vielen professionellen Händen“, betont der Unternehmer. „Wir legen nämlich Wert auf hervorragende Qualität ohne Kompromisse zu Markt-vergleichbaren Preisen.“ Das Standardsortiment sowie die Sonderleuchten werden von einem hauseigenen Team aus Produktdesignern und Technikern entwickelt und zu voll funktionsfähigen Prototypen weiterentwickelt, bevor sie in der Manufaktur in Krefeld von Fachkräften gefertigt werden.“ Bei kompletten Räumen steht die Lichtberechnung am Anfang des Projekts. Mithilfe einer speziellen Software können die Spezialisten sehen, wo welche Leuchten zum Einsatz kommen müssen. „Wir versuchen immer, einen Farbwiedergabeindex, kurz CRI, von 90 bis 95 zu erreichen“, erklärt der Lichtplaner. 100 sei das Maximum und komme echtem Tageslicht sehr nahe.

„Licht ist Faszination pur“

Ist die LED-Technik nicht eine besondere Herausforderung für sein Metier? In der Tat sei heutzutage das sogenannte Wärmemanagement mit das Wichtigste, so der Fachmann. „Wir müssen die LEDs kühl halten, um für eine möglichst lange Lebensdauer zu sorgen. Mit LED ist alles viel einfacher geworden – aber doppelt so schwierig“, meint der Lichtplaner mit einem Lächeln. Doch grundsätzlich schwört er auf diese Technik: „Sie haben eine irre Lichtleistung, zugleich einen geringen Verbrauch und auch warme Lichtfarben.“ „Licht ist Faszination pur“, schwärmt Stephan Gotzes. „Es ist unverzichtbar für jegliche Art von Leben. Licht tut gut, es weckt Emotionen und beeinflusst unsere Stimmung. Mit gutem Licht kann jederzeit ein Umfeld geschaffen werden, das Wohlbefinden und Sicherheit vermittelt, das unseren Alltag und unsere Konzentrationsfähigkeit verbessert. Wir haben den Anspruch an unsere Produkte, genau diese Aspekte kompetent zu erfüllen.“ Um die vermehrten Kundenanfragen besser befriedigen zu können, hat sich das Unternehmen erst vor wenigen Wochen vergrößert. Dafür zog man vom alten Standort ins Gewerbegebiet Uerdingen-Nord. „Als kleiner, mittelständischer Betrieb haben wir es geschafft, erfolgreich in einer Nische tätig zu sein. Das funktioniert auf Dauer aber nur, wenn wir auch weiterhin mit viel Kreativität und Know-how nach dem richtigen Licht suchen.“

Ausgabe 09/2017