Mit einem niedersächsischen Best-Practice-Beispiel für einen Gewerbepark hat sich das letzte Forum Mittelstand Niederrhein in diesem Jahr befasst. Anlass für die gut besuchte Veranstaltung im GründerzentrumFoyer im Willicher Stahlwerk Becker war der geplante Gewerbepark Elmpt (unabhängig vom laufenden Normenkontrollverfahren). Eine Abordnung der Gemeinde Niederkrüchten hatte vor einiger Zeit den „ecopark“ im Landkreis Cloppenburg besucht und sich vor Ort informiert. So war der Kontakt entstanden. Nun war dessen Geschäftsführer Uwe Haring an den Niederrhein gekommen, um vor einem größeren Publikum über die Erfahrungen aus rund 20 Jahren zu berichten. Auch wenn sich natürlich nicht alles 1:1 auf Niederkrüchten übertragen lasse – wie Moderator Prof. Dr. Thomas Merz eingangs hervorhob –, so war der Vergleich doch äußerst lohnenswert.
Uwe Haring, der Gast aus Niedersachsen, betonte: „Die Entwicklung eines Gewerbegebiets ist kein Sprint, sondern ein Marathonlauf.“ Die Schaffung eines neuen Gewerbeparks sei ein klares Statement in Richtung Wirtschaft als vertrauensbildende Maßnahme: „Unternehmen fühlen sich langfristig willkommen und sind es auch.“ Das sieht auch Jürgen Steinmetz so: Der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein stand in Willich mit auf dem Podium: „Das Wichtigste ist, dass den Unternehmen eine wirtschaftsnahe Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird.“ Daraus würden sich rasch erste Ansiedlungen ergeben, mit weiteren Anknüpfungspunkten entlang der Wertschöpfungskette und darüber hinaus. Denn die Wirtschaft braucht Platz zum zu wachsen, auch im Kreis Viersen. Steinmetz berichtete, dass derzeit nur etwas mehr als zwei Prozent der Gesamtfläche im Kreis Viersen gewerblich genutzt werden – „das ist unterdurchschnittlich am Niederrhein“.
Vor diesem Hintergrund war vor mehreren Jahren die Entscheidung getroffen worden, die Militär-Brache in Elmpt als Wirtschaftsareal zu nutzen. Während ein Investor auf rund 150 Hektar einen Gewerbe- und Industriepark mit Mietflächen plant, sind für ingesamt 20 Hektar in direkter Nachbarschaft weitere Ansiedlungen vorgesehen. Hier will die WFG Kreis Viersen Parzellen in ihrem Eigentum verkaufen, zum Beispiel an IT-Dienstleister, Handwerksbetriebe und ähnliche Unternehmen. „Wir sind, in enger Absprache mit der Gemeinde Niederkrüchten, für vieles offen“, sagte Dr. Thomas Jablonksi, der als WFG-Geschäftsführer die Vermarktung dieser Flächen verantwortet. Was man ausschließe, seien unter anderem „Lagerhallen mit so gut wie keinen Mitarbeitern“.
Für Jablonski sind die Konversionsflächen in Elmpt „fast wie ein Lottogewinn für den Kreis Viersen“. Von der vorgesehenen Umnutzung würden sämtliche Kommunen profitieren. Der Gewerbepark Elmpt „wird ein großer Erfolg, davon bin ich überzeugt“, so auch Steinmetz.
Im kommenden Jahr kann das Forum Mittelstand ein besonderes Jubiläum feiern: Insgesamt 75 Veranstaltungen – während der Corona-Pandemie auch digital – belegen dann eine niederrheinische Erfolgsgeschichte. Dutzende Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik sowie namhafte Referentinnen und Referenten befassen sich fünfmal im Jahr mit Herausforderungen und Chancen, insbesondere aus dem KMU-Blickwinkel.
Die Bandbreite ist groß. So ging es 2025 unter anderem um Schutz vor Angriffen aus dem Netz und um „Unternehmensnachfolge – ganzheitlich geplant“. „Circular Economy“, „Generation Z“ Q und „Wärmewende“ – dies sind nur einige weitere Themen-Beispiele der WFG-Reihe für den Mittelstand. Inzwischen laufen bereits intensive Vorbereitungen für die kommende WFG-Reihe Forum Mittelstand im Jahr 2026. Am 17. März wird es in Willich um das Thema Robotik gehen. Weitere vier Termine sind fest eingeplant.
Auch ein weiteres Erfolgsformat wird im kommenden Jahr fortgesetzt: Am 16. März 2026, 18 Uhr, richten die WFG Kreis Viersen und die IHK Mittlerer Niederrhein das inzwischen vierte „Forum Zukunft – Kreis Viersen“ aus. Bei der Conpower GmbH in Grefrath steht dann das Megathema „KI vs. Arbeitskräfte“ im Fokus. „Wir sind sicher, dass wir erneut den Nerv der Zeit getroffen haben und auf großes Interesse bei unserer Zielgruppe stoßen – der Wirtschaft in der Region“, so WFG-Prokuristin Martina Baumgärtner, die sich auf Seiten der Wirtschaftsförderung um die Organisation der Veranstaltung kümmert.
Rückblick: Auf dem Forum 2025 sorgte die bekannte Wetter-Expertin Claudia Kleinert für eine volle Halle bei der schmitz druck & medien GmbH & Co. KG in Brüggen. Neben dem populären Thema war sicherlich die ebenso prominente wie kompetente Referentin ein weiterer Grund für das große Interesse: In ihrer Keynote „Was macht das Wetter mit Ihrem Unternehmen?“ veranschaulichte die Referentin eindrucksvoll, wie extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Hitzewellen oder Trockenperioden mittlerweile wirtschaftliche Abläufe beeinflussen – und warum klimatische Resilienz zur unternehmerischen Aufgabe wird. Klimarisiken sind keine abstrakten Szenarien, sondern bereits Realität: Gebäude, Produktionsprozesse und Logistik müssen zunehmend gegen Hitzeschäden, Wasserknappheit und Unwetterereignisse abgesichert werden.
Claudia Kleinert machte die große Relevanz des Klimawandels deutlich, auch im Vergleich zu anderen aktuellen Herausforderungen rund um den Globus: „Alle anderen Themen werden irgendwann an uns vorbeiziehen. Der Klimawandel aber wird uns dauerhaft begleiten – Sie, mich, Ihre Kinder und Ihre Enkel.“ Selbst wenn es schon morgen wie durch Zauberhand gelingen würde, sämtliches klimaschädliche Gas einzusparen, wären die Folgen aus den vergangenen Jahrzehnten weiterhin präsent: extreme Trockenheit, heftige Stürme, Starkregenereignisse. Aber: „Wir können verhindern, dass es noch schlimmer wird.“ Weitere Informationen zu den Veranstaltungen 2026 werden in den kommenden Wochen auf der Webseite der WFG veröffentlicht: wfg-kreis-viersen.de/
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